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Wegen Corona ohnehin schon geschlossen: Das Restaurant im Kavaliersbau des Kranichsteiner Jagdschlosses.

Darmstadt

Hotel und Restaurant im Jagdschloss Kranichstein schließen

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Der Bilfinger-Konzern hat den Pachtvertrag für Hotel und Gastronomie zum Jahresende gekündigt. Die Stiftung Hessischer Jägerhof sucht bereits einen neuen Pächter.

Die Sonnenschirme vor dem Kavaliersbau des Jagdschlosses Kranichstein sind bereits winterfest eingepackt worden. Wegen der Corona-Verordnungen darf das Restaurant seit Anfang November nicht mehr öffnen. Ob dort bis zum Jahresende noch mal Gäste bewirtet werden, ist unklar. Hoteldirektor Stefan Stahl jedenfalls ist skeptisch.

Vor einigen Tagen musste er den 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Restaurants und des angegliederten Vier-Sterne-Superior-Hotels eine Hiobsbotschaft überbringen: Zum Jahresende werden das Hotel und die Gastronomie geschlossen. Das hat der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger, der das Jagdschloss 2012 – während der Amtszeit des damaligen Vorstandsvorsitzenden und früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) – für zehn Jahre gepachtet hatte, beschlossen.

Bilfinger hatte in die Kernsanierung der 15 Zimmer und Suiten des Schlossflügels, die Renovierung von 13 Zimmern im nahen Zeughaus und den Anbau eines „Parkflügels“ mit weiteren 20 Zimmern rund sechs Millionen Euro investiert. Wegen des coronabedingten Einbruchs des Geschäfts hat der Konzern, der das Hotel und das Restaurant in den vergangenen Jahren regelmäßig für Schulungen, Konferenzen sowie Sitzungen des Vorstands und des Aufsichtsrates nutzte, nun seinen Pachtvertrag vorzeitig gekündigt.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar

Die Entscheidung sei einerseits für das Personal „furchtbar, traurig und nicht schön“, andererseits aus betriebswirtschaftlicher Sicht aber nachvollziehbar, sagte Direktor Stahl der FR. Nach seinen Worten sind derzeit nur zwischen 15 und 20 Prozent der 48 Zimmer belegt, weil wegen der aktuellen Bestimmungen nur Geschäftsreisende übernachten dürfen.

Bereits in den vergangenen Monaten waren aufgrund der Corona-Bestimmungen etliche Feiern, vor allem Hochzeiten, für die das Hotel mit einem großem Festsaal, der benachbarten Schlosskapelle und der historischen Parkanlage seit Jahrzehnten eine beliebte Adresse ist, abgesagt worden. Im Sommer sei es aber immerhin wieder zu 60 Prozent ausgelastet gewesen, sagt Hoteldirektor Stahl.

Nach der Kündigung des Pachtvertrags durch den Bilfinger-Konzern will die Stiftung Hessischer Jägerhof als Eigentümerin des Jagdschlosses an der Nutzung festhalten. Onno Faller, die Geschäftsführerin der Stiftung, hat bereits angekündigt, so schnell wie möglich einen neuen Pächter zu finden, was derzeit aber nicht einfach sei.

Für die fünf Auszubildenden gibt es immerhin einen Hoffnungsschimmer. Mit der Unterstützung anderer Hotels haben zwei schon einen neuen Ausbildungsbetrieb gefunden. Und auch einige Mitarbeiter:innen hätten bereits neue Stellen in Aussicht, gab sich Hoteldirektor Stahl zuversichtlich.

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