1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Darmstadt: Hommage an die Sachfotografie im Intef

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jens Joachim

Kommentare

Fotografiert wurden für die Ausstellung auch Telefone, Vasen und eine Colaflasche.
Fotografiert wurden für die Ausstellung auch Telefone, Vasen und eine Colaflasche. © Michael Schick

Eine dreiteilige Ausstellung im Institut für Neue Technische Form zeigt Aufnahmen von Willi Moegle, elf Fotografinnen und Fotografen sowie 13 Studierenden der Hochschule Darmstadt.

Es ist ein archivalischer Blick zurück, eine zeitgenössische Bestandsaufnahme und zugleich ein Ausblick in die Zukunft, den das Institut für Neue Technische Form (Intef) am Darmstädter Friedensplatz in seiner aktuellen Ausstellung präsentiert. In der dreiteiligen Schau „Fotosache – Das Ding und sein Bild“ widmet sich das Institut dem Thema Sachfotografie.

Die Ausstellung ist zudem eine Premiere. Denn zum ersten Mal wird auch der Umlauf des Wabengebäudes im Obergeschoss als Präsentationsort genutzt. Dort werden Aufnahmen des Fotografen Willi Moegle (1897-1989) gezeigt, dessen Stil- und Ausdrucksmittel sich an der Neuen Sachlichkeit orientierte, wie Institutsleiterin Ute Schauer sagt, die zusammen mit der Darmstädter Architekturprofessorin Anke Mensing und der Fotografin Ursula Raapke vom Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt die Ausstellung kuratiert hat.

Ausstellung im Intef Darmstadt widmet sich der Sachfotografie

Im Intef werden archivierte Schwarz-Weiß-Fotografien ausgestellt, die der führende deutsche Vertreter der Sachfotografie der 1950er und 1960er Jahre von Porzellan- und Glasgegenständen einst im Auftrag der Firmen Schott, Arzberg oder Zwiesel anfertigte. „Sie lassen die industriellen Massenprodukte als formschöne Einzelstücke wirken“, sagt Schauer. Moegles puristischer Stil kam seinerzeit ohne Stimmungseffekte aus und wirkt sachlich informierend.

Im Foyer des Intef wird im zweiten Teil der Ausstellung die Frage beantwortet, wie sechs zeitgenössische Fotografen und fünf Fotografinnen Produktfotografie aus heutiger Sicht interpretieren. Ute Döring, Wolfram Eder, Susanne Esche, Albrecht Haag, Tanja Hellmuth, Michael Hudler, Wilfried Müller-Sieslak, Thomas Ott, Ursula Raapke, Gregor Schuster und Ursula Wenzel konnten sich Designgegenstände aus der umfangreichen Sammlung des Intef aussuchen.

Ursula Raapke hat eine Milchkanne mit rotem Deckel, die rechts im Original zu sehen ist, für ihre Fotoaufnahmen (l.) in Szene gesetzt.
Ursula Raapke hat eine Milchkanne mit rotem Deckel, die rechts im Original zu sehen ist, für ihre Fotoaufnahmen (l.) in Szene gesetzt. © Michael Schick

Dreiteilige Ausstellung im Intef in Darmstadt: Produktfotografie im Fokus

Anschließend wurden die Stücke, darunter eine Milchkanne, ein Apple-Computer, unterschiedliche Telefone oder Einrichtungsgegenstände, in einer selbstgewählten Location – etwa im Müllheizkraftwerk oder auf dem Hof der Annahmestelle für Elektrogeräte – künstlerisch in Szene gesetzt und abgelichtet. Hinsichtlich Technik, Format, Material oder Darstellung habe es keine Vorgaben gegeben, sagt Intef-Leiterin Schauer.

Im dritten Teil der Ausstellung konnten 13 Studierende des Fachbereichs Gestaltung der HDA mit dem Studienschwerpunkt Industriedesign in zwei Fotokursen Kunststoff- und Metallgegenstände aus der Intef-Sammlung mit dem Blick künftiger Produktgestalterinnen und -gestalter fotografieren.

Das Intef , das sich im Wabengebäude am Friedensplatz – gegenüber dem Hessischen Landesmuseum – befindet, ist dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr, sonntags von 11 bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt in die Ausstellung, die bis zum 21. August gezeigt wird, ist frei.

Weitere Infos im Internet: https://intef.info

Auch interessant

Kommentare