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Kinder auf einem Bolzplatz (Symbolbild).
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Kinder auf einem Bolzplatz (Symbolbild).

Fotos im Internet

Darmstadt und Pfungstadt: Hetzjagd auf angeblichen Kinderfänger

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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Im Internet kursiert das Foto eines Mannes, der versucht haben soll, in Darmstadt und Pfungstadt Kinder in sein Auto zu locken.

Darmstadt - Das Foto eines Mannes mit langen blonden Haaren, das im Internet kursiert, hat am Montagabend einen Polizeieinsatz in Darmstadt ausgelöst. „Dieser Mann ist in Pfungstadt und Umgebung unterwegs und er versucht Kinder in sein Auto zu locken“, steht unter dem Bild, das derzeit noch auf Facebook abrufbar ist. Nach derzeitigem Kenntnisstand der Polizei soll das Foto des 37-Jährigen bei einem Bolzplatz in der Kirnbergerstraße in Darmstadt aufgenommen worden sein. Den Ermittlerinnen und Ermittlern liegen den Angaben zu Folge derzeit aber keine Hinweise vor, dass im dortigen Bereich oder im angrenzenden Raum Pfungstadt Kinder angesprochen wurden.

Zu sehen ist ein blonder Mann, der hinter einem Zaun steht, eine medizinische Gesichtsmaske, grün-schwarze Shorts und ein schwarzes bauchfreies Shirt trägt. Die Silhouette eines Kindes, das mit dem Rücken zum Fotografierenden auf der anderen Seite des Zaunes steht, ist abgeschnitten.

Polizei Darmstadt: Bild wurde auch in privaten Chats geteilt

Das Bild kursierte laut Polizeisprecherin Katrin Pipping auch in verschiedenen privaten Chatgruppen. Aufmerksam geworden sei man durch zahlreiche Anrufe, die am Montag gegen 13.30 Uhr bei der Polizei in Pfungstadt deswegen eingingen. Die Polizei startete daraufhin einen Zeugenaufruf und bat um Hinweise zur Örtlichkeit, zum Aufnahmezeitpunkt und der Herkunft der Aufnahme.

Gegen 19 Uhr alarmierten mehrere Passanten die Polizei und gaben an, dass sich der Mann in der Stresemannstraße in Darmstadt-Eberstadt aufhalte. Als die Streife eintraf, hatten sich bereits mehrere Menschen um den 37-Jährigen gesammelt. Laut Polizeisprecherin Pipping hatte man offenbar die Intention, den Mann der Polizei zu übergeben, wie sie der Frankfurter Rundschau sagte. Auch von diesem Einsatz soll ersten Kenntnissen zufolge bereits ein Bild in den sozialen Medien kursieren.

Der Mann wurde zur Aufklärung des Sachverhalts zur Polizeistation gebracht. Er sei dann wieder nach Hause entlassen worden, so Pipping. Es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass Kinder angesprochen worden seien.

Polizei Darmstadt: Auf private Fahndungen in sozialen Medien verzichten

Die Polizei bittet vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse dringend darum, auf private Fahndungen in sozialen Medien zu verzichten. Das Verbreiten von Fotos sowie die Behauptung von Tatsachen, die dafür geeignet seien eine Person herabzuwürdigen, könnten strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen und griffen erheblich in die Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Person ein.

„Wir nehmen die Ängste von Bürgerinnen und Bürgern sehr ernst“, sagte Sprecherin Pipping, „aber diese Ermittlungen sind Sache der Polizei“. Bevor man entsprechende Meldungen verbreite, solle man sich informieren, ob diese aus offizieller Quelle stammten. Bevor eine Fahndung an die Öffentlichkeit herausgegeben werde, müssten die Staatsanwaltschaft oder ein Gericht dies anordnen. Schon das Verbreiten von Bildern ohne Einverständnis der abgebildeten Personen verstoße gegen das Urheberrecht.

Die Ermittlerinnen und Ermittler prüfen derzeit die Hintergründe des Vorfalls. (Claudia Kabel)

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