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Darmstadt: Hessen-Forst wegen Fällungen weiter in der Kritik

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Von: Jens Joachim

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Wegen der jüngsten Baumfällungen am Waldkunstpfad hat der Landesbetrieb Hessen-Forst in Darmstadt viel Vertrauen verloren.
Wegen der jüngsten Baumfällungen am Waldkunstpfad hat der Landesbetrieb Hessen-Forst in Darmstadt viel Vertrauen verloren. © Oeser

Die Darmstädter Oppositionsfraktionen fordern ein Ende der Bewirtschaftung des Stadtwalds durch den Landesbetrieb. Die Koalition aus Grünen, CDU und Volt lehnt dies jedoch derzeit ab.

Nach den jüngsten Baumfällungen im Staatswald rund um den Waldkunstpfad haben mehrere Oppositionsfraktionen im Darmstädter Stadtparlament offenbar das Vertrauen in den Landesbetrieb Hessen-Forst verloren. Die Fraktionen von Uffbasse und FDP beantragten während der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments allerdings vergeblich, die Bewirtschaftung des Darmstädter Stadtwalds durch Hessen-Forst entweder gleich ganz zu beenden oder zumindest zu prüfen, ob ein anderer forstwirtschaftlicher Fachbetrieb damit beauftragt werden könnte.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Sven Beißwenger äußerte während der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung, für ihn sei das Vertrauen in Hessen-Forst zuletzt „erschüttert“ worden. Die FDP-Fraktion wollte den Magistrat prüfen lassen, ob „mit benachbarten Kommunen eine Kooperation zur gemeinsamen Bewirtschaftung der kommunalen Forstflächen unter Beauftragung eines anderen forstwirtschaftlichen Fachbetriebs als Hessen-Forst möglich ist“. Das jüngste Vorgehen des Landesbetriebs im Staatswald habe deutlich gezeigt, „dass seine Ziele mehr wirtschaftlicher Natur sind“, so Beißwenger.

Der FDP-Fraktionschef wies zugleich darauf hin, dass die Darmstädter Stadtverordneten auf Anregung des Runden Tisches Wald beschlossen hätten, dass zukünftig bei der Pflege des Stadtwalds nicht mehr die Holzvermarktung, sondern die Pflege der Waldlandschaft im Vordergrund stehen soll.

Ähnlich äußerte sich die Uffbasse-Fraktionsvorsitzende Kerstin Lau. Das Vertrauen in den Landesbetrieb sei „nach dem Skandal um die Fällungen am Waldkunstpfad radikal erschüttert“. Lau forderte daher ein Ende der Bewirtschaftung des Stadtwalds durch Hessen- Forst.

Sie monierte, dass Abmachungen nicht eingehalten worden seien. Es solle daher darüber nachgedacht werden, die rund 2000 Hektar Stadtwald entweder selbst zu bewirtschaften oder der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Rhein-Main beizutreten. Die FBG Rhein-Main mit Sitz in Büttelborn besteht seit Februar 2017. Sie unterstützt die Kommunen Raunheim, Rüsselsheim, Groß-Gerau, Büttelborn, Riedstadt, Bischofsheim und Flörsheim sowie etliche private Waldbesitzer:innen bei der Betreuung ihrer Wälder. Auch Falk Neumann (WGD) und Uli Franke (Linke) unterstützten die Anträge von Uffbasse und FDP, die jedoch mit den Stimmen von Grünen, CDU und Volt abgelehnt wurden.

Hartwig Jourdan (CDU) warf den Oppositionsfraktionen vor, einen „Empörungsmodus“ ausnutzen zu wollen. Ähnlich äußerte sich Jürgen Deicke (Grüne), der Uffbasse und FDP vorwarf, „opportunistische Anträge“ zu stellen. Der Magistrat und der „Runde Tisch Wald“ würden ohnehin den Sachverhalt prüfen. Es sei daher „zu früh“, über eine Beendigung der Bewirtschaftung des Stadtwalds durch Hessen-Forst zu entscheiden, so Deicke.

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