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Heinerfest in Darmstadt: Polizei schnappt Kuscheltier-Dieb

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Von: Jens Joachim

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Ob es die Kuscheltier-Diebe auf diese drolligen Eichhörnchen abgesehen hatten, teilte die Polizei nicht mit.
Ob es die Kuscheltier-Diebe auf diese drolligen Eichhörnchen abgesehen hatten, teilte die Polizei nicht mit. © Jens Joachim

Die Polizei geht mit Platzverweisen gegen gewaltbereite und aufdringliche Störer vor. Bis Sonntagabend gab es 38 Platzverweise. An den Spitzentagen waren täglich bis zu 130 000 Heinerfest-Gäste in der Stadt unterwegs.

Die 72. Auflage des Heinerfestes hat nach Schätzungen der Polizei bis zu 130 000 Gäste in die Darmstädter Innenstadt gelockt. Auf der Landgraf-Georg-Straße und den Straßen und Plätzen rund um das Schloss drängten sich die Menschen dicht an dicht.

Die fünf lang ersehnten Festtage, die am Donnerstagabend mit Regen begonnen hatten, hätten sich „insbesondere an den Haupttagen, am Freitag und am Samstag, bei schönem Wetter und Sonnenschein von ihrer besten Seite gezeigt“, teilte am Montagmittag Polizeisprecherin Kathy Rosenberger mit.

Heinerfest in Darmstadt: Polizei geht konsequent gegen Störer vor

Das Konzept der Polizei sei auch in diesem Jahr aufgegangen. Zum einen seien etliche Streifenpolizistinnen und Polizisten unterwegs gewesen. Zum anderen seien die Beamtinnen und Beamten konsequent gegen Störer vorgegangen. Das habe „Wirkung gezeigt“, so Rosenberger. Sich anbahnende Konflikte hätten frühzeitig erkannt, verhindert oder unterbunden werden können.

In diesem Zusammenhang erhielten bis Sonntagabend 38 Personen einen Platzverweis. Eine von ihnen erwies sich als besonders hartnäckig: Weil der alkoholisierte Mann wiederholt zwei Frauen aufdringlich belästigt hatte und dem Platzverweis nicht nachgekommen sei, landete er am Donnerstagabend im Polizeigewahrsam.

Einige kleinere Schlägereien und Streitereien beim 72. Heinerfest in Darmstadt

Am frühen Freitagmorgen kamen Polizei- und Rettungskräfte im Bereich des Mercksplatzes zum Einsatz. Dort hatten unbekannte Täter Pfefferspray in eine vor einem Fahrgeschäft wartende Personenansammlung gesprüht und dabei zwei Gäste getroffen. Die Besprühten wurden ärztlich behandelt, und die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren ein.

Am Freitag wurde außerdem ein 19-Jähriger als Tatverdächtiger im Zusammenhang mit einer gefährlichen Körperverletzung festgenommen. Er soll im Zuge eines Streits auf dem Friedensplatz einen 22-Jährigen mit einer Glasflasche am Kopf verletzt haben. Im Verlauf des Samstags kam es zu kleineren Schlägereien und Streitereien. Auch auf dem Luisenplatz wurden drei Streitbeteiligte mit Pfefferspray besprüht.

Heinerfest in Darmstadt: Polizei schnappt Kuscheltier-Dieb

Am frühen Samstagmorgen nahm die Polizei dann einen 21-Jährigen aus Darmstadt vorläufig fest, der im Verdacht steht, gegen 5 Uhr zusammen mit drei noch unbekannten Begleitern, aus einer Verkaufsbude am Schlossgraben mehrere Kuscheltiere gestohlen und zuvor an dem Stand angebrachte Sicherungen beschädigt zu haben. Als Zeugen auf die verdächtige Gruppe aufmerksam wurde und die Diebe ansprachen, schlugen die Unbekannten auf die beherzten Zeugen ein und flüchteten anschließend in Richtung Innenstadt.

Aufgrund der detaillierten Personenbeschreibung wurde der 21-jährige Darmstädter als Tatverdächtiger im Rahmen der Fahndung vorläufig festgenommen und mit zur Polizeiwache genommen. Dort erfolgten die Anzeigenaufnahme und eine erkennungsdienstliche Behandlung. Im Anschluss wurde er nach Hause entlassen. Das Kommissariat 43 ermittelt in diesem Fall und nimmt Hinweise zu den drei noch flüchtenden Begleitern unter der Telefonnummer 06151/9690 entgegen.

72. Heinerfest in Darmstadt endet mit Glockengeläut anstatt Pyrotechnik

Am Sonntagabend geriet zudem noch ein 34-Jähriger aus Mühltal an einem Fahrgeschäft auf dem Karolinenplatz außer Rand und Band, beschädigte ein Kassenschild und schlug den Kassenwart ins Gesicht. Der Randalierer wurde vorläufig festgenommen.

Auch die mobile Wache der Polizei an der Ecke der Landgraf-Georg-Straße und der Holzstraße hat sich nach Angaben von Polizeisprecherin Rosenberger „als besonderer Service für die Bürgerinnen und Bürger bewährt“. Insgesamt hätten sich während des Heinerfestes die Eltern von elf Kindern hilfesuchend an die Polizei gewandt, die ihre Kinder in dem Trubel aus den Augen verloren hatten. „Glücklicherweise wurden alle Vermissten zeitnah wiedergefunden und mit ihren Angehörigen zusammengeführt“, berichtete Rosenberger.

Das Heinermännchen winkt und sagt: Adé bis 2023.
Das Heinermännchen winkt und sagt: Adé bis 2023. © Rolf Oeser

Auch am letzten Abend des diesjährigen Heinerfests, der anstatt des üblichen Feuerwerks mit Glockengeläut ausklingt, wollen die Beamtinnen und Beamten aufmerksam bleiben, werden über das gesamte Festgelände auf Streife sein und für Sicherheit und Ordnung sorgen. „Die Einsatzkräfte hoffen, dass die Besucher genauso friedlich feiern, und dass das 72. Heinerfest aus Sicht der Polizei ohne besondere Vorkommnisse ausklingen wird“, so Rosenberger.

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