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Letzter Blick ins Innere bevor das Papierhaus verschlossen und mit Sensoren überwacht wird.
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Letzter Blick ins Innere bevor das Papierhaus verschlossen und mit Sensoren überwacht wird.

Darmstadt

Haus aus Papier soll Wind und Wetter trotzen

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Die TU-Darmstadt startet einen Langzeittest für ein Gebäude, das fast nur aus Papier besteht. Der Einsatz als Notunterkunft ist denkbar.

Es hat die Ausmaße einer kleinen Gartenhütte: Das Papierhaus, das Forschende der Technischen Universität (TU) Darmstadt innerhalb von zweieinhalb Tagen auf dem Campus Lichtwiese aufgebaut haben, soll in den nächsten drei Jahren beweisen, wie gut der Baustoff Papier Wind und Wetter trotzt. Im Blick hat man dabei vor allem die Verwendung als Notunterkünfte, als Bauten auf Festivals oder für den Messebau.

Zwar ist der Baustoff Papier nicht neu, doch zum ersten Mal sei „ein derart hoher Papieranteil“ verwendet worden, sagt Alexander Wolf, betreuender Wissenschaftler vom Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, der Frankfurter Rundschau. Das 3,25 Meter hohe Gebäude mit einer Grundfläche von knapp sieben Quadratmetern bestehe zu über 90 Prozent aus Papier. Der Rest sei Holz und Metall, so Wolf. Aus ökologischer Sicht sei das sehr gut, weil Papier wiederverwendbar sei und weltweit zur Verfügung stehe. Gebäude aus Papier bieten laut TU das Potenzial, die Wohnsituation in Notunterkünften zu verbessern. Außerdem hätten sie wesentliche ökologische und ökonomische Vorteile gegenüber anderen Konstruktionen. Ziel des durch die Forschungsinitiative Zukunft Bau geförderten Projekts ist es, kostengünstige Bauten aus Papierwerkstoffen zu entwickeln, die schnell errichtet werden können und zugleich für die Bewohner einen akzeptablen Komfort aufweisen. Deshalb sollten demnächst im Prototyp Sensoren installiert werden, die Daten über Raum- und Materialfeuchte sowie Temperatur und eventuelle Verformung der Bauteile lieferten, sagt Wolf. Um die Bewohnung durch Menschen zu simulieren, werde im Gebäude Wasserdampf über einer Kochstelle produziert. Künftige Bauten in Modulbauweise könnten auch über Küche und Bad verfügen.

Bereits seit 2016 wird an der TU im Rahmen des Projekts „BAMP!“ Bauen mit Papier“ zu der Verwendung des Werkstoffs geforscht. Gefördert wird die Arbeit noch bis Ende des Jahres vom Loewe-Programm des Landes Hessen. „Der jetzt aufgestellte Prototyp baut auf den bisher gewonnenen Erkenntnissen auf“, sagt Wolf.

Zur Fertigung wurden großformatige Papierlaminate gepresst, zugeschnitten und als Wand-, Dach-, oder Bodensegmente im Nut- und Federsystem montiert. Anschließend fügte das Team die Einzelteile auf der Lichtwiese zu einem Gebäude zusammen. Eine hinterlüftete Schindelfassade aus Polyethylen-imprägniertem Papier soll das Haus gegen Schlagregen schützen.

Zu sehen ist das Häuschen nur von weitem zwischen dem Architekturgebäude und dem Hochschulsport.

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