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Darmstadt: Grundschule statt Grünfläche im Verlegerviertel

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Von: Jens Joachim

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Viel Holz: So soll die neue Grundschule an der Albert-Schweitzer-Anlage aussehen.
Viel Holz: So soll die neue Grundschule an der Albert-Schweitzer-Anlage aussehen. © Studio SF

Für 250 Kinder soll an der Albert-Schweitzer-Anlage eine neue Grundschule für das Darmstäder Verlegerviertel entstehen. Die Gewinner eines Architekturwettbewerbs stehen nun fest.

Auf einer Wiese an der Hindenburgstraße – der künftigen Fritz-Bauer-Straße – und der Albert-Schweitzer-Anlage will die Stadt Darmstadt bis etwa 2026 eine neue Grundschule für rund 250 Schülerinnen und Schüler errichten.

Für das Bauvorhaben, das nach den Worten von Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) höchstens 25 Millionen Euro kosten soll, hatte die Stadt einen Architektenwettbewerb ausgelobt. Den ersten Preis erhielt ein Entwurf, den die Büros Erik Röthele nachhaltige Architektur aus Darmstadt und Studio SF Simon Fischer & Architekten aus Mannheim gemeinsam mit dem Freiburger Büro Faktorgruen Landschaftsarchitekten eingereicht hatten.

Darmstadt: Eine neue Grundschule für das Verlegerviertel

Der neue Standort der „Grundschule am Park“ liegt auf der Fläche eines ehemaligen Rosengartens zwischen dem Gebäude der Handwerkskammer Frankfurt/Rhein-Main und mehreren Villen, die entlang der Hindenburgstraße stehen.

Eine unabhängige Preisjury hatte die eingereichten Wettbewerbsbeiträge Ende Oktober bewertet. Mit dem zweiten Preis wurde das Darmstädter Büro Waechter + Waechter Architekten und mit dem dritten Preis das Stuttgarter Büro Kohlmayer Oberst Architekten ausgezeichnet.

Darmstadt: Architekturwettbewerb für „Grundschule am Park“ entschieden

Darüber hinaus sprach das Preisgericht drei weiteren Büros – darunter die Ferdinand Heide Architekt Planungsgesellschaft aus Frankfurt – Anerkennungen aus. Dem Wettbewerb war ein Bewerbungsverfahren vorgeschaltet. Sechs Büros waren von der Stadt für den Wettbewerb vorab benannt worden. Zum Wettbewerb zugelassen wurden dann 20 Büros.

Die Wettbewerbsaufgabe bestand darin, vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der sich daran anknüpfenden städtebaulichen Veränderungen der Stadt Darmstadt den Neubau einer zweizügigen Grundschule – also mit acht Klassen – inklusive einer Turnhalle für das Verlegerviertel zu konzipieren.

Darmstadt: Jury lobt Form des Baukörpers für geplante neue Grundschule

Der Neubau soll nach Angaben der Stadt über die Unterrichtsräume hinaus räumliche Reserven, einen Bereich für Lehrkräfte, eine Mensa, eine Ganztagsbetreuung und Nebenräume umfassen. Vorgesehen ist auch, behinderte Kinder in der Schule zu unterrichten.

In den vergangenen Jahren sind auf dem früheren Druckerei- und Verlagsgelände an der Holzhofallee sowie an der Berliner Allee und am Haardtring etliche mehrgeschossige Wohnhäuser entstanden, in denen viele Familien wohnen. Zum Einzugsgebiet der neuen Grundschule wird auch das Gelände des Marienplatzes zählen, auf dem auch vorgesehen ist, in den nächsten Jahren einen 16-geschossigen Wohnturm zu errichten.

Der Schulneubau soll zwischen der Hindenburgstraße (r.) und der Albert-Schweitzer-Anlage (l.) und südlich der Handwerkskammer Frankfurt/Rhein-Main gebaut werden.
Der Schulneubau soll zwischen der Hindenburgstraße (r.) und der Albert-Schweitzer-Anlage (l.) und südlich der Handwerkskammer Frankfurt/Rhein-Main gebaut werden. © Studio SF

Darmstadt: Neue Grundschule entsteht an Albert-Schweitzer-Anlage

Über den erstplatzierten Entwurf der drei Büros urteilte das Preisgericht, dass den Verfasserinnen und Verfassern des Planentwurfs das „Kunststück“ gelungen sei, „einen wohlproportionierten, versetzt angeordneten und an der Innenkante konisch zugeschnittenen Baukörper zwischen Albert-Schweizer-Anlage und der Landgraf-Philips-Anlage so zu verorten, dass die beiden Parkräume miteinander verzahnt werden“.

Dabei entstehe „wie selbstverständlich ein einladender Vorplatz und ein gut nutzbarer Pausenhof“. Vorgesehen ist, auf der Grünfläche, die derzeit vor allem als Hundeklo und kaum als Erholungsfläche genutzt wird, einen dreigeschossigen Baukörper zu errichten.

Drei Büros sollen neue Grundschule für das Verlegerviertel Darmstadt bauen

Die Architekten schlagen zudem aus städtebaulicher Sicht vor, eine Überquerung der viel befahrenen Hindenburgstraße, der künftigen Fritz-Bauer-Straße, über die Landgraf-Philipps-Anlage zu schaffen. Dies sei „wünschenswert und würde auch den neuen Schulstandort und dessen Anbindung in die umliegenden Stadtquartiere aufwerten“, meint auch die Wettbewerbsjury.

Nach Angaben der Stadt werden nun die drei Architekturbüros aus Darmstadt, Mannheim und Freiburg entsprechend der Empfehlung des Preisgerichts mit den weiteren Planungsleistungen beauftragt, sofern der Beauftragung kein wichtiger Grund entgegenstehe. Sollten wider Erwarten die Gespräche mit dem erstplatzierten Preisträger zu keinem Ergebnis führen, dann würden die Gespräche mit allen Preisträgern fortgesetzt, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

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