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Dieter Heymann schreibt über die Geschichte seiner Familie in Darmstadt.
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Dieter Heymann schreibt über die Geschichte seiner Familie in Darmstadt.

Darmstadt

Darmstadt: Geschichte einer Kaufmannsfamilie

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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Weltkriege, Spanische Grippe und Goldene Zwanziger: Der frühere Leiter des Darmstädter Bettenhauses Dieter Heymann hat die Geschichte seiner Familie aufgeschrieben und in Bezug zur Gegenwart gesetzt.

Beim Ausräumen der Wohnung seiner Eltern entdeckt Dieter Heymann 1995 einen Ordner mit „sehr klein und diffizil“ beschriebenen DIN-A4-Umschlägen: Es ist die Autobiografie seines verstorbenen Vaters Heinrich. Er legt sie beiseite genau wie weitere Unterlagen, etwa die Lebensaufzeichnungen seines Onkels Paul, dem jüngeren Bruder seines Vaters. Denn die Leitung des Familienunternehmens, des Darmstädter Bettenhauses, nimmt seine ganz Zeit in Anspruch.

Erst Jahre später veröffentlicht Heymann in Zusammenarbeit mit dem Münchner Verlag Buch&Media bei Books-on-demand das Buch „Heinrich – Geschichte einer Kaufmannsfamilie 1807-1945“. Anhand der Aufzeichnungen seines Vaters und seines Onkels sowie eigener Recherchen beschreibt Dieter Heymann die Geschichte seiner Familie, die über mehr als einhundert Jahre in Darmstadt ein Bettenhaus betrieb. Dabei lässt er immer wieder die beiden Brüder zu Wort kommen, deren Charaktere nicht gegensätzlicher hätten sein können, so Heymann. Er setzt die persönlichen Berichte in einen historischen Kontext mit lokalem Bezug und unternimmt philosophische Exkurse in die Gegenwart.

Das Buch

„Heinrich – Geschichte einer Kaufmannsfamilie 1807 – 1945“ Paperback, 224 Seiten, ISBN 978-3-7526-9151-1, 14,90 Euro, E-Book 7,99 Euro.

„Eine Eintragung in Heinrichs Lebenserzählung weckte meine ganz besondere Aufmerksamkeit, gerade auch im Eindruck der im Februar/März 2020 ausgebrochenen Pandemie des Corona-Virus“, schreibt Dieter Heymann. Dabei geht es um die Spanische Grippe, die zu Lebzeiten seines Vaters Millionen Todesopfer forderte, mehr als der Erste Weltkrieg, und die der Vater dennoch nur mit einem Satz erwähnte: Nämlich dass Franz Kafka im Oktober 1918 von der Spanischen Grippe infiziert worden sei.

Fasziniert von dem Gedanken, dass vor einhundert Jahren eine Pandemie seine Vorfahren überrollte, fragte sich Dieter Heymann, wie diese damit umgingen und unternimmt in seinem Buch auch einen Ausflug in die Geschichte der Seuchen und Pandemien. Untergliedert ist das 220 Seiten starke Werk in 60 Kapitel. Mit der Zeit des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 nimmt die Geschichte der Familie Fahrt auf, ist immer auch eng verknüpft mit der Firmengeschichte; geht weiter über die Reichsgründung, thematisiert Lebensreform, goldene Zwanziger, Weltwirtschaftskrise, die beiden Weltkriege.

Auch dem jüdischen Leben in Darmstadt widmet sich Dieter Heymann, ist doch der Stammvater der Heymanns, Leopold, ein israelitischer Handelsmann gewesen. So musste die Familie zur Zeit des Nationalsozialismus auch immer um ihre Existenz bangen. Einmal wurden sie angezeigt. „Schlimmste Befürchtungen hatte der Vater, dass man sie jetzt doch auch wegen ihrer jüdischen Vorfahren verfolgen würde“, zitiert Heymann seinen Vater. Höhen und Tiefen, Rückschläge und Erfolge ziehen sich durch die Familiengeschichte. Heymann selbst arbeitete 33 Jahre im Familienunternehmen, bis er das Bettenhaus 2003 aufgab und im Ruhestand begann, zu schreiben und Philosophie zu studieren. „Heinrich“ ist sein viertes Buch. Der 75-Jährige ist Mitbegründer des Vereins Akademie 55 plus und veranstaltet regelmäßig Vorträge und Lesungen. „Heinrich“, sein erstes historisches Buch, schrieb er für seine Nachkommen, wie er sagt.

„Das Werk: „Heinrich – Geschichte einer Kaufmannsfamilie 1807 – 1945“

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