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Darmstadt gegen Klimawandel: Stadt will besser mit Wasser haushalten

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Von: Claudia Kabel

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Wie könnte eine intelligente Bewässerung in der Stadt aussehen?
Wie könnte eine intelligente Bewässerung in der Stadt aussehen? © Diana Djeddi

Neues Projekt „Schlaues Wasser“ ist gestartet. 14,7 Millionen Förderung kommen vom Bund.

Im Juni 2019 stand das Luisencenter nach Starkregen unter Wasser, während Bäume und Grünanlagen im selben Monat verdorrten. Mit zunehmender Wasserknappheit, Trockenheit und Erwärmung macht sich auch in Darmstadt der Klimawandel bemerkbar. Und „die Landesbehörden prognostizieren noch längere Trockenperioden, Wärmeanstieg und weniger Niederschlag“, sagt Umweltdezernent Michael Kolmer (Grüne).

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat die Stadt diese Woche ein Großprojekt unter dem Titel „Schlaues Wasser“ (Smart Water) gestartet. Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und von Interessensvertretungen sollen Ideen entwickeln, wie die Wasserkapazitäten Darmstadts „schlauer als zuvor“ bewirtschaftet werden könnten, teilte die Stadt mit. Auch Bürgerinnen und Bürger sollen Ideen einbringen.

Denkbar seien Maßnahmen, die vom Sammeln von Regenwasser über smartes Wässern von Bäumen und Grünanlagen bis hin zum Öffnen von versiegeltem Boden, dem Schaffen neuer Grünflächen zur Kühlung und auch an Fassaden oder auf Dächern reichen. Bei der Umsetzung sei nicht allein die Politik gefordert. Dafür brauche es die gesamte Stadtgesellschaft.

Bei einer Online-Auftaktveranstaltung zum Projekt verwies Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) auf die gegenwärtige Wetterlage: „Wir haben im März in Hessen einen neuen Sonnenscheinrekord mit fast 200 Sonnenstunden und zugleich den bedenklichen Negativwert von nur sieben Litern Regenwasser auf einen Quadratmeter.“ Da Wasser eine zentrale Lebensgrundlage sei, die immer mehr schwinde, werde man in den kommenden fünf Jahren das Wasser-Management überdenken. Konkret gehe es darum, Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, wie sich besser mit Wasser haushalten lässt, und zu erkennen, wo es ungenutzte Potenziale zur Wassergewinnung gibt. Drei Arbeitsgruppen sollen anhand digitaler und weiterer Innovationstechnologien Bewältigungsstrategien entwerfen. Zuständig für das Projekt sind das Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, die Digitalstadt Darmstadt und die Heag Holding. Das Projekt Smart Water läuft bis 2027 und ist Teil der vom Bund geförderten Kampagne „Smart Cities made in Germany“. Daraus sollen laut OB Partsch 14,7 Millionen Euro Förderung nach Darmstadt fließen.

Einige Maßnahmen, etwa zur Flächenentsiegelung, hat die Stadt bereits gestartet. So wurden Schulhöfe entsiegelt und begrünt, private Fassaden- und Dachbegrünungen werden gefördert. Ein Kataster zeigt Flächen an, bei denen die Maßnahmen besonders lohnenswert sind. cka

Anwendung zur Flächenentsieglung unter www.gpm-webgis-13.de/geoapp/ kataster/darmstadt/

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