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Der Prozess gegen den Spielerberater findet vor dem Amtsgericht Darmstadt statt.

Darmstadt

Gefälschter Vertrag mit Logo der Lilien

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Ein Spielerberater aus der Ukraine muss sich wegen Urkundenfälschung vor dem Amtsgericht Darmstadt verantworten. Der Mann will allerdings nur als Dolmetscher fungiert haben.

Einem 55 Jahre alten Mann aus dem rheinland-pfälzischen Andernach wird seit Mittwoch vor dem Darmstädter Amtsgericht wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und einem mutmaßlichen Vergehen nach dem Aufenthaltsgesetz der Prozess gemacht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem ukrainischen Staatsbürger vor, vor vier Jahren als Geschäftsführer einer Fußballspielerberatungsagentur die Anstellung eines Landsmanns als Trainer und Scout in seinem Unternehmen geplant zu haben.

Der dafür erforderliche Visumsantrag in Kiew sei allerdings Ende Oktober 2016 abgelehnt worden. Daher soll der Angeklagte Ende April 2017 den Teammanager des damaligen Fußball-Bundesligisten SV Darmstadt 98 um Vermittlung eines eiligen Termins bei der Darmstädter Ausländerbehörde Darmstadt gebeten haben. Zum Prozessauftakt wurde auch deutlich, dass der Verein in der Ausländerbehörde der Stadt mit Rückendeckung der Rathausspitze bevorzugt behandelt wird. Sowohl Teammanager Michael Stegmayer, als auch SV-98-Präsidiumsmitglied Tom Eilers wie ein Sachbearbeiter der Behörde bestätigten dies.

Bei dem Termin in der Behörde erschienen Anfang Mai 2017 der angeklagte Spielerberater und sein Landsmann, der Anträge auf Erteilung einer Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis stellte. Dabei wurden auch die Kopie eines Arbeitsvertrags mit dem Logo der Darmstädter Lilien und eine ausgefüllte Beitrittserklärung der Krankenkasse, in welcher der Verein ebenfalls als Arbeitgeber aufgeführt wurde, vorgelegt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, den Vertrag zusammen mit seinem Landsmann selbst angefertigt zu haben, indem sie den Text eines Musterarbeitsvertrags des Bundes Deutscher Fußballlehrer mit dem Logo der 98er und dem Logo des Deutschen Fußball-Bundes zusammenfügten. Als „nach der Satzung zum Abschluss des Vertrages bevollmächtigtes Vorstandsmitglied des Vereins“ soll der Angeklagte mit einer veränderten Unterschrift den Vertrag unterzeichnet haben. Aufgrund des Arbeitsvertrags wurde dem vermeintlichen Lilien-Trainer ein Aufenthaltstitel ausgestellt. Später fielen der Behörde Ungereimtheiten auf, sodass sie den Verein kontaktierte und Strafanzeige stellte.

Am ersten Prozesstag bestritt der Angeklagte die Vorwürfe und beteuerte, nur als Dolmetscher fungiert zu haben. Der 55-Jährige beschuldigte zudem seinen Landsmann, die gefälschten Verträge zur Behörde mitgebracht zu haben. Nach dem Mann hat das Gericht in den vergangenen Monaten allerdings vergeblich gefahndet. Der Prozess wird am 9. Dezember fortgesetzt.

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