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An dieser Stelle verunglückte  eine Frau, die aus Richtung der Pädagogstraße (r.) ihr Fahrrad über die Kirchstraße schob.

Verkehr

Forderung nach Tempo 30 in Darmstadt

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Ein Unfalltod entfacht die Diskussion über eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf dem Darmstädter Cityring neu.

Nach dem Tod einer Radfahrerin auf dem Darmstädter Cityring wird erneut gefordert, die Höchstgeschwindigkeit auf der Bundesstraße 26 von derzeit Tempo 50 auf 30 zu verringern. Die 53-jährige Frau wollte, wie berichtet, am vorigen Mittwochvormittag aus Richtung Pädagogstraße kommend unweit der Stadtkirche die viel befahrene Bundesstraße mit ihrem Rad zu Fuß überqueren.

Kurz vor dem Übergang von der Straße auf die mit einem Bordstein abgegrenzte Straßenbahntrasse war die Mutter auf der linken Fahrspur von einem Auto erfasst worden. Sie erlitt so schwere Verletzungen, dass sie einige Stunden später im Krankenhaus verstarb.

Die Landtagsabgeordnete Hildegard Förster-Heldmann (Grüne) erneuerte am Montag in einer Mitteilung die Forderung, Tempo 30 auf dem Cityring auch tagsüber einzuführen, um auf diese Weise „mehr Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer zu erreichen“. Derzeit gilt Tempo 30 nur in der Zeit von 22 bis 6 Uhr.

Förster-Heldmann ist der Meinung, dass vor allem der Bereich an der Abzweigung der Pädagogstraße von der Kirchstraße, wo sich der schwere Unfall ereignet hatte, umgestaltet werden müsse. Förster-Heldmann fordert auch eine Absenkung des Übergangs von Straßenbahntrasse und Fahrbahn sowie die Schaffung eines gut sichtbaren Überwegs für Fußgänger und Radler.

Auch David Grünewald, der Sprecher der Initiative Radentscheid Darmstadt, hatte am vergangenen Donnerstag während einer Mahnwache für die verstorbene Frau gesagt, es gebe bei Fußgängern und Radfahrern offenkundig das Bedürfnis, trotz der nahegelegenen Unterführungen die Kirchstraße in Höhe der Einmündung der Pädagogstraße in Richtung Innenstadt beziehungsweise in Richtung Woogsviertel zu queren.

Die Stadt würde zwar gerne auch tagsüber Tempo 30 auf der Hauptverkehrsstraße einführen. Allerdings ist dies aufgrund der aktuellen Rechtslage nicht ohne Weiteres möglich, wie Stadtsprecher Klaus Honold äußerte.

Nach Angaben von Polizeisprecherin Christiane Kobus ist der Streckenabschnitt der B26 „kein Unfallschwerpunkt“. Dazu müsste es fünf Unfälle gleichen Typs innerhalb eines Jahres geben oder fünf Unfälle mit Personenschäden innerhalb von drei Jahren und dies in einem Radius von 50 Metern. Die städtische Unfallkommission und die Arbeitsgemeinschaft Verkehrssicherheit werden sich nach Auskunft der Polizeisprecherin wohl auf ihren nächsten Sitzungen mit dem tragischen Unfall beschäftigen, um zu bewerten, ob das Tempolimit auf dem Streckenabschnitt geändert werden soll oder nicht.

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