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Darmstadt: Flagge zeigen gegen Putins Krieg und für Frieden in der Ukraine

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Von: Jens Joachim

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Appellierte an die Solidarität: Zum Abschluss der Kundgebung sprach Darmstadts OB Jochen Partsch auf dem Friedensplatz.
Appellierte an die Solidarität: Zum Abschluss der Kundgebung sprach Darmstadts OB Jochen Partsch auf dem Friedensplatz. © Jens Joachim

An einer Friedenskundgebung auf dem Friedensplatz in Darmstadt haben sich am Samstag mehrere Hundert Menschen beteiligt. Die Darmstädter Jusos fordern unterdessen den Ausschluss von Altkanzler Schröder aus der SPD.

Stoppt den Angriffskrieg in Europa!“ Unter diesem Motto haben sich am Samstagvormittag mehrere Hundert Menschen auf dem Darmstädter Friedensplatz, versammelt, um gegen den von Russlands Präsident Wladimir Putin initiierten Krieg gegen die Ukraine zu verurteilen, für Frieden zu demonstrieren und sich mit den Menschen in der Ukraine zu solidarisieren.

Zu der Kundgebung hatten die Darmstädter Verbände von Grünen, CDU, Volt, SPD und FDP sowie deren Jugendorganisationen, die Partei Uffbasse, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die IG Metall in Darmstadt, der Verein Vielbunt, das Evangelische und Katholische Dekanat Darmstadt sowie Pulse of Europe Darmstadt aufgerufen. Bereits am vergangenen Dienstag und am Donnerstag waren zahlreiche Menschen Aufrufen gefolgt, um auf dem Luisenplatz russische Aggressionen zu verurteilen und zugleich Solidarität mit der Ukraine und Darmstadts Partnerstadt Ushgorod zu demonstrieren. 

Darmstadt: Verurteilung von Putins Krieg in der Ukraine

Während ein Darmstädter Polizeisprecher von rund 500 Teilnehmenden sprach, schätzten die Veranstalter sowie anwesenden Journalisten die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Kundgebung auf mehr als 1000 Menschen.

Alle Rednerinnen und Redner – darunter die Bundestagsabgeordneten Philip Krämer (Grüne), Andreas Larem (SPD) und Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) – verurteilten scharf den von Putin befohlenen Angriffskrieg und sprachen sich für einen sofortigen Rückzug der russischen Truppen hinter die international anerkannten Grenzen der Ukraine sowie für die Wahrung des Völkerrechts aus.

An der Kundgebung beteiligten sich mehrere Hundert Menschen.
An der Kundgebung beteiligten sich mehrere Hundert Menschen. © Jens Joachim

Kundgebung auf dem Friedensplatz in Darmstadt: „Putin go home“

Auf dem Friedensplatz, unter dem in den 1960er Jahren eine mehrstöckige Tiefgarage mit einem Atombunker errichtet wurde, waren mehrere Regenbogenfahnen mit der Aufschrift „Pace“ (Frieden) sowie Banner mit dem Symbol der Friedensbewegung zu sehen.

Auf Bannern und Transparenten waren Slogans wie „Putin go home“, „Krieg bringt nix, Frieden bringt viel“ und „Heute die Ukraine, morgen Ihr“ zu lesen.

Ukrainer bedankt sich für Solidaritätsbekundungen und übt Kritik

Der Ukrainer Ivan Vorotiahin vom Verein Vielbunt bedankte sich mit bewegten Worten für die Unterstützung und Solidaritätsbekundungen. „Es gibt nicht so viel, was wir einfache Menschen machen können, aber so sind wir hier und schicken unsere Unterstützung an die Leute in der schlimmsten Situation, die je passieren kann“, sagte Vorotiahin.

Kritisch äußerte er: „Deutsche Menschen fühlen sich solidarisch und haben das schon deutlich gezeigt. Sie sind aber viel mehr solidarisch als die deutsche Regierung.“ Zu diesem Zeitpunkt waren die von der Bundesregierung genehmigten Waffenlieferungen an die Ukraine allerdings noch nicht bekannt.

Der Ukrainer Ivan Vorotiahin vom Verein Vielbunt bedankt sich mit bewegten Worten für die Unterstützung und Solidaritätsbekundungen.
Der Ukrainer Ivan Vorotiahin vom Verein Vielbunt bedankt sich mit bewegten Worten für die Unterstützung und Solidaritätsbekundungen. © Jens Joachim

Darmstadt will Partnerstadt in der Ukraine helfen und Flüchtlinge aufnehmen

Solidaritätsbekundungen gab es auch für die Menschen, die in Russland gegen den von Putin befohlenen Krieg und dessen Regime auf die Straße gehen und dafür inhaftiert werden. Besonders im Blick haben die Darmstädterinnen und Darmstädter auch die ukrainische Partnerstadt Ushgorod im Westen der Ukraine. Claudia Ehry berichtete, dass der Partnerschaftsverein Hilfslieferungen plane. Benötigt würden insbesondere Medikamente, Decken und Nahrungsmittel.

Zum Abschluss sprach Darmstadts Oberbürgermeister Partsch zu den Demonstrierenden. Er sagte, es müsse auch „über Fehler und Versäumnisse“ der vergangenen Jahre geredet werden. Viel zu lange sei mit dem „Diktator Putin“ verhandelt worden, „als ob er ein ganz normaler Staatsmann wäre“. Partsch bekräftigte abermals unter dem Beifall der Menschen, dass die Stadt bereit sei Flüchtlinge aus der Ukraine aufzunehmen und ihnen zu helfen.

Solidarität mit der Ukraine auf dem Platz vor dem Hessischen Landesmuseum.
Solidarität mit der Ukraine auf dem Platz vor dem Hessischen Landesmuseum. © Jens Joachim

Darmstädter Friedensbündnis und Linke veranstalten separate Mahnwache

Das Darmstädter Friedensbündnis und die Linken hatten indes nicht zu der Kundgebung aufgerufen. Stattdessen wurde eine eigene Mahnwache auf dem Luisenplatz veranstaltet. Das Bündnis sprach sich in einer Erklärung für eine „Friedenspolitik anstatt Eskalation“ und gegen eine Osterweiterung der Nato aus.

Der Darmstädter Juso-Vorsitzende Rodan Zeybek kündigte am Rand der Friedenskundgebung an, beim SPD-Unterbezirksvorstand den Parteiausschluss von Altkanzler Gerhard Schröder beantragen zu wollen. Durch seine Zusammenarbeit mit Putin sowie seine Äußerungen und Haltung mache er sich „mitschuldig am Kriegstreiben“, so Zeybek. Dem Parteivorstand lag der Antrag bis Sonntag allerdings noch nicht vor.

Hilfe für Partnerstadt Ushgorod

Spenden an den Verein Partnerschaft Deutschland Ukraine/Moldova für die Menschen in der Partnerstadt Ushgorod können auf das Konto mit der IBAN DE46 5089 0000 0000 9522 06, BIC: GENODEF1VBD bei der Volksbank Darmstadt-Südhessen (Stichwort „Hilfe für Ushgorod“) eingezahlt werden.

Darmstadt: Friedensgebete jeden Montagabend auf dem Kapellplatz

Das Evangelische und Katholische Dekanat Darmstadt und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen laden an diesem Montag, 28. Februar, um 18 Uhr zu einem Friedensgebet auf dem Platz vor der Ruine der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadtkapelle ein. Dabei soll für Frieden in der Ukraine gebetet werden.

Am zentralen Darmstädter Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkriegs und des nationalsozialistischen Terrors auf dem Kapellplatz soll künftig an jedem Montagabend in ökumenischer Verbundenheit gewacht und um Frieden gebetet werden, wie es in einer Ankündigung der beiden Dekanate heißt. Die Friedensgebete werden jeweils um 18 Uhr beginnen.

Gottesdienste zum Weltgebetstag in Darmstadt

Unter dem Motto „Zukunftsplan: Hoffnung!“ beginnt am Freitag um 18 Uhr ein Weltgebetstagsgottesdienst in der Pauluskirche, Niebergallweg 20. In der katholischen Kuppelkirche St. Ludwig, Wilhelminenplatz 9, sind bis zum 6. März Weltgebetstagsstationen im Kirchenrund aufgebaut. Die Kirche ist täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Weitere ökumenische Gottesdienste werden in der Elisabethkirche, der Arheilger Auferstehungskirche, in der Kirche St. Josef in Eberstadt, der Heilig-Kreuz-Kirche in der Heimstättensiedlung, im Ökumenischen Gemeindezentrum in Kranichstein und der evangelischen Kirche in Wixhausen gefeiert.

www.dekanat-darmstadt.de

Übersicht über die geplanten Weltgebetstagsgottesdienste im Dekanat Vorderer Odenwald

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