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Darmstadt

Darmstadt: Feuerwehrwache in Arheilgen entwickelt sich zur Farce

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Mängel an der Gebäudetechnik verzögern seit drei Monaten den Einzug der Freiwilligen Feuerwehr.

In den Reihen der freiwilligen Feuerwehrleute in Arheilgen wächst der Unmut: Auch mehr als drei Monate nach einer großen Eröffnungsfeier und einem Gerätehausfest am Himmelfahrtstag steht auf keinem der 14 Stellplätze der neuen Feuerwache am nördlichen Ende des Darmstädter Stadtteils am Floriansweg auch nur ein einziges Wehrfahrzeug. Und der Umzug vom bisherigen Feuerwehrhaus an der Frankfurter Landstraße, das abgerissen werden soll, verzögert sich weiter.

Während der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung hatte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) vor mehr als einer Woche auf eine entsprechende Frage der SPD-Stadtverordneten Anne Marquardt geantwortet, dass die Wache „Anfang September“ in Betrieb genommen werden könne, nachdem entsprechende Restarbeiten erledigt seien.

Doch daraus wurde nichts. Ein für den Betrieb der Wache wichtiger Server war defekt und sollte am vergangenen Donnerstag neu eingebaut werden. Doch auch das klappte nicht. Nun soll nach den Worten des zuständigen Dezernenten, Bürgermeister Rafael Reißer (CDU), in der kommenden Woche ein neuer Server installiert werden. Das Gerät sei etwa für das Öffnen und Schließen der Türen „essenziell wichtig“, bekräftigt auch Darmstadts Stadtbrandinspektor Michael Horn, nachdem am Donnerstag ein Sprecher von Oberbürgermeister Partsch noch geäußert hatte, das Gebäude sei vom TÜV abgenommen und somit „funktionsfähig“ und „betriebsbereit“. Letztlich stelle die Feuerwehr „Maximalforderungen“ auf.

Laut Stadtbrandinspektor Horn hat diese Äußerung etliche freiwillige Feuerwehrleute in Arheilgen „verärgert“. Horn beschreibt die Stimmung in den Reihen der Stadtteilwehr als „schlecht“, weil sich viele ehrenamtliche Einsatzkräfte gering geschätzt fühlten. Gleichwohl sei man sehr dankbar für das neue Gebäude, das neuneinhalb Millionen Euro gekostet hat.

Bürgermeister Reißer hat für kommenden Montag nun in der Stadtverwaltung ein internes Treffen mit allen für den Bau der Feuerwehrwache relevanten Spitzenvertretern der verschiedenen Ämter angesetzt. Reißer sagte der FR, er strebe an, dass die Wache im September bezogen werden könne. „Der Bezug soll zwar so zügig wie möglich, aber nicht fahrlässig erfolgen.“ Wichtig sei, dass zunächst noch die Funktionsfähigkeit des Servers getestet werde. Darauf legt auch der Stadtbrandinspektor wert.

Wegen diverser Baumängel wird die Stadt Reißer zufolge zudem Regressansprüche gegen das für den Bau des Gebäudes zuständige Stuttgarter Architekturbüro von Scholley prüfen. Das Büro hatte 2015 in einem Wettbewerb den ersten Preis gewonnen.

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