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Messstation in der Darmstädter Hügelstraße.

Fahrverbote

Fahrverbot für ältere Diesel- und Benzin-Fahrzeuge in Darmstadt

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In Darmstadt gelten seit dem 1. Juni auf zwei Straßenabschnitten Verkehrsbeschränkungen.

Einige Fahrspuren rund um den Darmstädter Citytunnel sind bereits mit gelben Markierungen überklebt worden. Auch Verkehrsschilder weisen inzwischen auf das von diesem Samstag an geltende Fahrverbot für ältere Diesel- und Benzin-Fahrzeuge auf zwei Straßenabschnitten in der Darmstädter Innenstadt hin. Für Diesel bis Euro-Norm 5 und Benziner bis Euro-Norm 2 sind zwei Abschnitte der Heinrich-und der Hügelstraße künftig tabu.

Fahrer dieser älteren Wagen müssen nun andere Straßen nutzen, um durch die Innenstadt zu kommen. Umleitungsstrecken hat die Stadt nicht ausgeschildert. Wer sich allerdings nicht an das Fahrverbot hält und erwischt wird, dem droht ein Bußgeld. Die Stadt ist verpflichtet, die Beschränkungen „effektiv zu kontrollieren und zu überwachen“, wie es in einem Informationsblatt heißt. Flächendeckende Kontrollen soll es nach Angaben der Stadt aber nicht geben.

Nach Stuttgart und Hamburg werden somit erstmals auch in Hessen Straßen wegen zu hoher Stickoxid-Belastungen für einige Fahrzeugtypen gesperrt. Darauf hatten sich im Dezember vorigen Jahres das Land Hessen, die Deutsche Umwelthilfe und der Verkehrsclub Deutschland vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden in einem Vergleich verständigt.

Öffentlicher Nah- und Radverkehr müssen gefördert werden

Ursprünglich hatte ein Fahrverbot für die gesamte Darmstädter Innenstadt gedroht. Vereinbart wurden dann aber nur streckenbezogene Verkehrsbeschränkungen auf zwei besonders belasteten Straßenabschnitten. Konkret handelt es sich um einen zirka 640 Meter langen Abschnitt der Heinrichstraße zwischen der Heidelberger Straße und der Karlstraße sowie eine rund 330 Meter lange Strecke der Hügelstraße zwischen der östlichen Ausfahrt des Wilhelminentunnels („Citytunnel) und der Karlstraße. An der Ausfahrt des Tunnels steht an der Hügelstraße auch die offizielle Luftmessstation des Landes.

Sollte die in Darmstadt gemessene Stickstoffdioxid-Belastung mit der restriktiven Maßnahme im Jahresdurchschnitt nicht unter dem zulässigen Grenzwert der Europäischen Union von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegen, würde das Maßnahmenpaket noch weiter verschärft. Die Stadt Darmstadt hat sich in dem Vergleich außerdem zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs und des Radverkehrs verpflichtet. Der innerstädtische Autoverkehr soll darüber hinaus drastisch reduziert werden.

Zuletzt lagen die Jahresmittelwerte an der Hügelstraße bei knapp 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Stickstoffdioxid und an der Heinrichstraße bei rund 54 Mikrogramm. Die Stadt weist darauf hin, dass die Belastung mit Stickoxiden, die vor allem bei Verbrennungsreaktionen entstehen, bereits erheblich verringert werden konnte.

Die gesundheitsschädliche Wirkung von Stickstoffdioxid ist unumstritten. In der Lunge kann das Reizgas Zellen angreifen und Entzündungsprozesse auslösen. Tatsächlich gibt es Studien an Menschen und Tieren, in denen Probanden Stickoxide eingeatmet haben, in denen dieser Zusammenhang belegt wird. Grundsätzlich gelten Luftschadstoffe als Risikofaktor. Die Stadt Darmstadt verweist darauf, dass Stickoxide „eine gesundheitliche Belastung für Bürgerinnen und Bürger sind, zur Entstehung von Feinstaub beitragen und die Vegetation schädigen“. (mit dpa)

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