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Darmstadt: Explosionen im Ludwigshöhviertel

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Von: Jens Joachim

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Mit Sprengstoff werden im künftigen neuen Wohngebiet derzeit große Steine zerkleinert.
Mit Sprengstoff werden im künftigen neuen Wohngebiet derzeit große Steine zerkleinert. © Bauverein AG

Ein Tochterunternehmen des Bauvereins, der städischen Immobilienfirma, lässt auf dem früheren Kasernengelände 50 Findlinge und Gestein sprengen.

Für die Knallgeräusche, die seit Mittwoch im Süden des Darmstädter Stadtteils Bessungen und im Wald um die Ludwigshöhe zu hören waren, ist ein Tochterunternehmen des städtischen Immobilienunternehmens verantwortlich. Die Bauverein AG hat mitgeteilt, dass die Tochterfirma BVD New Living eine Sprengtechnikfirma aus dem oberbayrischen Peißenberg beauftragt hat, auf dem Gelände des künftigen Ludwigshöhviertels feste Gesteinsmassen zu sprengen.

Nach Angaben von Bauverein-Sprecher Wolfgang Knöß sind mehr als vier Dutzend Findlinge so groß und schwer, dass sie nicht wegtransportiert werden können. Die Gesteinsmassen im Erdreich müssten zerkleinert und beseitigt werden, um mit den Kanalbauarbeiten beginnen zu können. Insgesamt handele es sich um 50 Findlinge, die auf diese Weise entfernt werden müssten. Die großen Wacker sind alle mit roter Sprühfarbe markiert worden. Für die Sprengungen werde der Sprengstoff „Austrogel P“ verwendet, so der Bauverein-Sprecher. Das Regierungspräsidium Darmstadt habe die Sprengungen kurzfristig freigegeben. Bis voraussichtlich zum heutigen Freitag sollen die Sprengarbeiten erledigt sein.

Auf dem Gelände der ehemaligen Cambrai-Fritsch-Kaserne und der früheren Jefferson-Siedlung arbeitet das Tochterunternehmen des Bauvereins derzeit an der Infrastruktur für den neuen Stadtteil. Die Bauarbeiten gehen nach Auskunft von Knöß „zügig voran“. Die Errichtung der ersten Gebäude soll schon von diesem Herbst an erfolgen.

Bauverein-Vorstand Armin Niedenthal teilte mit, die Bebauung des Geländes sei „eine große und lohnende Aufgabe“. Nach der Fertigstellung des neuen Wohngebiets sollen auf dem Gelände einmal mehr als 3000 Menschen wohnen.

Anfang Mai hatte die Stadt grünes Licht für die Bebauung der Konversionsflächen gegeben, und Stadtrat und Planungsdezernent Michael Kolmer (Grüne) hatte die ersten Baugenehmigungen für den neuen Stadtteil in der Bauverein-Zentrale in Kranichstein an Niedenthal ausgehändigt.

Bereits 2017 hatte die Stadt Darmstadt mit einem städtebaulichen Wettbewerb die Grundlage für die Bebauung der Areale gelegt, die zunächst von der Wehrmacht und dann von den amerikanischen Streitkräften genutzt worden waren. Gewinner des Wettbewerbs war das Frankfurter Architektur- und Stadtplanungsbüro AS+P Albert Speer und Partner. Die einstigen Militärareale waren dann mit Kaufvertrag Mitte Januar 2019 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben an die BVD New Living übergegangen.

Das Gelände hat eine Gesamtfläche von 34 Hektar. 15 Hektar stehen für den Wohnungsbau zur Verfügung. Dort sollen 1400 Wohnungen entstehen. Ein Viertel von ihnen sind für Bezieherinnen und Bezieher niedriger Einkommen vorgesehen, weitere 20 Prozent für Bezieher:innen mittlerer Einkommen. Weiterhin wird es einen zentralen Nahversorger, ein Jugendzentrum, eine Sporthalle, Schulen und drei Kindertagesstätten geben. Auch Sonderwohnformen sind vorgesehen.

Die Steine müssen Kanalrohren weichen.
Die Steine müssen Kanalrohren weichen. © Bauverein AG
50 große Findlinge wurden mit Sprühfarbe markiert.
50 große Findlinge wurden mit Sprühfarbe markiert. © Bauverein AG

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