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Darmstadt: Evangelische Kirchen als Stätten des Dialogs

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Von: Jens Joachim

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Doppelspitze: Dekan Raimund Wirth (r.) und sein Vertreter Sven Sabary im Prinz-Emil-Garten.
Doppelspitze: Dekan Raimund Wirth (r.) und sein Vertreter Sven Sabary im Prinz-Emil-Garten. © Rolf Oeser

Die Spitze des Evangelischen Dekanats Darmstadt sucht das Gespräch. Dekan Raimund Wirth und sein Stellvertreter Sven Sabary sind am kommenden Montag 100 Tage im Amt.

Für die katholischen Christinnen und Christen in der Region war der vergangene Sonntag eine Zäsur: Nach zwei Jahrhunderten wurde das katholische Dekanat Darmstadt – wie alle anderen 19 Dekanate im Bistum Mainz auch – aufgelöst. Das Bistum ist stattdessen in vier Regionen aufgeteilt worden. Die neuen Regionalstellen und ihre Internetseiten befinden sich allerdings noch im Aufbau, während die bisherigen Websites der Dekanate bereits abgeschaltet wurden. Vorgesehen ist nun, dass mehrere Pfarreien einen sogenannten Pastoralraum bilden.

In der evangelischen Kirche haben sich angesichts sinkender Mitgliederzahlen und finanzieller Mittel auch die Strukturen geändert. Allerdings sind die Dekanate als mittlere Verwaltungsebene erhalten geblieben und sogar gestärkt worden. Auch in Darmstadt gibt es nun neben einem hauptamtlichen Dekan einen Stellvertreter, der in Vollzeit für das Dekanat tätig ist.

Seit dem 1. Mai leiten Dekan Raimund Wirth und sein Stellvertreter Sven Sabary das zum Jahresbeginn aus den ehemaligen Dekanaten Darmstadt-Stadt und -Land fusionierte Dekanat Darmstadt. Der 46-jährige promovierte Theologe Wirth war seit 2012 Pfarrer der Pauluskirchengemeinde und seit 2016 schon nebenamtlich als Stellvertreter von Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse in die Leitung des Dekanats eingebunden.

Der 51 Jahre alte Sabary, der zunächst Architektur und Städtebau, berufsbegleitend auch noch Betriebswirtschaftslehre studiert und erst danach ein theologisches Zweitstudium absolviert hat, war von 2013 bis Ende April Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde in Heusenstamm. Am nächsten Montag sind Wirth und Sabary 100 Tage im Amt.

Während eines Gesprächs im Prinz-Emil-Garten sagt Wirth am Dienstag, angesichts des Kriegs in der Ukraine, der Corona- und der Klimakrise müsse es das Ziel sein, „den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu bewahren“. In einem Dreiklang könne die Kirche hierbei informieren, mit den Menschen emotional ins Gespräch kommen und müsse zugleich auch handeln.

Schon in seiner Bewerbungsrede hatte sich Wirth Ende Januar „gegen spalterische Tendenzen“ ausgesprochen. Am Dienstag bietet er nun offensiv an, die evangelischen Kirchen als „Räume des Dialogs“ zur Verfügung zu stellen, auch um über heikle Themen zu reden. Seelsorgerinnen und Seelsorger seien bestens geeignet, „Emotionen zu verarbeiten“ und Veränderungsprozesse zu begleiten. „Wir sind da“, sagt Wirth, der etwa als Pfarrer der Pauluskirchengemeinde auch mit Vertreterinnen und Vertretern der Klimabewegung „Fridays for Future“ ins Gespräch gekommen war.

Wirth zufolge wird sich der Bezug des neuen Dekanatssitzes in einem Gebäude an der Kiesstraße voraussichtlich bis Mitte März 2023 verzögern. Ursprünglich sollten die rund 20 Dekanatsmitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die derzeit an fünf Standorten arbeiten, schon zum Jahresbeginn 2023 einziehen.

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