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Im Einzelhandel hat sich die Stimmung in den vergangenen Monaten inzwischen deutlich gebessert. In der Darmstädter Fußgängerzone, wo von diesem Samstag an eine Maskenpflicht in der Zeit von 8 bis 22 Uhr gilt, gibt es viel Betrieb.

Herbstumfrage

Etliche Unternehmen in Südhessen planen in Corona-Krise Stellenabbau

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Die Konjunktur in Südhessen nimmt trotz der Corona-Krise wieder Fahrt auf und berappelt sich. Das ist das Ergebnis zu dem die Industrie- und Handelskammer gekommen ist.

  • Wirtschaft in Südhessen nimmt nach Corona-Krise langsam wieder an Fahrt auf.
  • Trotzdem planen viele Unternehmen in der Region, Arbeitsplätze abzubauen.
  • Auch in Zeiten von Corona mangelt es an Fachkräften.

Die Wirtschaft in Südhessen hat sich nach den düsteren Prognosen vor vier Monaten wieder berappelt. Laut der Herbstumfrage, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt am Freitag präsentiert hat, nimmt die Konjunktur nach der Vollbremsung im März und April wieder Fahrt auf. Gleichwohl plant etwa ein Drittel der Unternehmen, die Zahl der Beschäftigten zu verringern.

Der Lockdown im Frühjahr habe „richtig wehgetan“, äußerte IHK-Hauptgeschäftsführer Uwe Vetterlein bei der Vorstellung des Konjunkturberichts, für den die Kammer wieder rund 1000 Unternehmen aus der Region befragt hat. Den „Tiefpunkt“ im Frühjahr hätten die südhessischen Unternehmen inzwischen überwunden. „Es läuft wieder besser, wir bewegen uns aber auf sehr dünnem Eis“, umschrieb Vetterlein die derzeitige Situation. Entscheidend werde nun sein, wie die Corona-Pandemie weiter verlaufe.

Corona-Krise lässt Unternehmen in Hessen nur verhalten in die Zukunft blicken

Die Leitungen fast jedes vierten der befragten Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Situation laut der Umfrage als gut, knapp die Hälfte als befriedigend und 29 Prozent als schlecht.

Beim Blick in die Zukunft sind die Unternehmen sehr verhalten. Jedes vierte Unternehmen erwartet bessere Geschäfte. Genauso viele Unternehmen rechnen mit einem nochmaligen Rückgang. Jedes zweite Unternehmen vermutet eine Stagnation. Damit ist der Saldo aus positiven und negativen Zukunftserwartungen ausgeglichen.

Hessen und Darmstadt: Zurückhaltung bei Investitionen wegen Corona-Krise

Angesichts dieser ungewissen Zukunft halten sich die Unternehmen mit Investitionen zurück. „Das zieht sich quer durch alle Branchen“, sagt IHK-Konjunkturexperte Peter Kühnl.

Auch beim Personal gebe es Veränderungen. Jedes zehnte Unternehmen sucht trotz Corona Fachkräfte, aber jedes dritte Unternehmen will sich von Mitarbeitern trennen. Damit stehen die Zeichen insgesamt auf Personalabbau. „Kurzarbeitergeld ersetzt keine Aufträge“, äußerte Kühnl.

Corona in Südhessen: Stimmung im Einzelhandel hat sich „deutlich gebessert“

Umso wichtiger sei es, dass Südhessen seine Stärken im Bereich des Ingenieurwesens, bei Software und der Informationstechnologie ausspiele. Bei der Digitalisierung und dem ökologischen Umbau der Wirtschaft spiele Südhessen „in der ersten Liga“, meint Vetterlein, der zugleich gezielte Investitionen in die digitale Infrastruktur und die Bildung durch die Politik forderte.

Laut der Umfrage hat sich die Stimmung im Einzelhandel inzwischen wieder „deutlich gebessert“. Im Gastgewerbe sei die Lage allerdings „noch immer schlecht“, weil „alle Ampeln auf Rot“ stünden. Das Baugewerbe zeige sich von der Corona-Krise in Hessen hingegen „weitgehend unbeeindruckt“, sagte Kühnl.

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