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Darmstadt: Erinnerung an die Opfer von Zwangssterilisation

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Von: Jens Joachim

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Die Gedenktafel für die Opfer von Zwangssterilisation wird auf dem Gelände des städtischen Klinikums neben dem Zugang zum Erinnerungsort für die in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 durch die Nazis zerstörte Liberale Synagoge angebracht.
Die Gedenktafel für die Opfer von Zwangssterilisation wird auf dem Gelände des städtischen Klinikums neben dem Zugang zum Erinnerungsort für die in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 durch die Nazis zerstörte Liberale Synagoge angebracht. © Michael Schick

Auf dem Gelände des Klinikums wird am Sonntag auf Initiative der Darmstädter Geschichtswerkstatt eine Gedenktafel enthüllt. Die Geschichtswerkstatt hat auch den Text für ein Flugblatt verfasst.

Mehr als 75 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur wird am Sonntag, 4. September, in Darmstadt eine Gedenktafel enthüllt, die an die Opfer von Zwangssterilisation erinnert. Die Tafel wird auf dem Gelände des städtischen Klinikums neben dem Zugang zum Erinnerungsort für die in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 durch die Nazis zerstörte Liberale Synagoge angebracht.

Die Gedenkveranstaltung, bei der Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) die Gedenktafel enthüllen wird, beginnt um 11 Uhr. Die Darmstädter Geschichtswerkstatt, die auch die Anbringung der 48,5 mal 82 Zentimeter großen Tafel initiiert hat, hat anlässlich der Veranstaltung ein Faltblatt verfasst, das vom Kulturamt der Stadt herausgegeben wird und das im Stadtfoyer, Luisenplatz 5a, zur freien Mitnahme ausliegt.

Darmstadt: Neue Gedenktafel für Opfer von Zwangssterilisation

Nach den Worten Partschs ist den Männern und Frauen „als Verfolgte des Naziregimes schweres Unrecht zugefügt worden“. Mehr als 75 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur gelte es, auch in Darmstadt der Opfer der Zwangssterilisation zu gedenken. Die Erinnerung schließe auch die von Leid und Stigmatisierung betroffenen Angehörigen der Opfer ein, so Partsch.

Deutschlandweit waren während der NS-Diktatur etwa 350.000 Frauen und Männer durch Sterilisierung unfruchtbar gemacht worden. Betroffen waren nach der Rassenideologie der Nazis Menschen, die an einer geistigen oder neurologischen Erkrankung oder Körperbehinderungen litten. Der Kreis der Opfer wurde nach 1933 willkürlich um weitere, als „minderwertig“ oder unbequem eingestufte Menschen rasch vergrößert.

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