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Darmstadt: Ein Neujahrsempfang mit Emotionen

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Von: Jens Joachim

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Engagierter Freiredner: Darmstadts OB Jochen Partsch.
Engagierter Freiredner: Darmstadts OB Jochen Partsch. © Rolf Oeser

Darmstadts scheidender Oberbürgermeister Jochen Partsch hält im Kongresszentrum Darmstadtium seine letzte Rede zum neuen Jahr, beschwört die Solidarität mit der Ukraine und spricht sich für eine „neue Ernsthaftigkeit und Sachlichkeit“ im politischen Diskurs aus.

Der seit fast elf Monaten andauernde Krieg in der Ukraine hat auch den Neujahrsempfang der Stadt Darmstadt im Kongresszentrum Darmstadtium vielfältig und nachdrücklich geprägt.

So wurde der Empfang vom „KandinSky-Duo“ mit der Querflötistin Daria Zernova und der Gitarristin Sofia Syliaieva – zwei Ukrainerinnen, die inzwischen an der Akademie für Tonkunst studieren – sowie der aus Lemberg geflohenen Opernsängerin Olena Romaniv und dem Deutsch-Ukrainischen Projekt-Chor „Sing-for-Peace“ unter der Leitung von Alexander Franz musikalisch gestaltet.

Neujahrsempfang der Stadt Darmstadt mit Rede von OB Jochen Partsch

Während der Musikdarbietungen wurde auf der Leinwand im großen Saal des Darmstadtiums ein Logo eingeblendet, auf denen die ukrainische und die deutsche Nationalflaggen sowie zwei Hände zu sehen waren, die sich gegenseitig kämpferisch umfassen.

Der scheidende Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), der bei der anstehenden Direktwahl am 19. März nicht für eine dritte Amtszeit kandidiert, brachte in seiner letzten Neujahrsrede zum Ausdruck, dass sich die Stadt Darmstadt weiterhin solidarisch zu ihrer westukrainischen Partnerstadt Ushgorod verhalten wolle, bis die Ukraine den vom russischen Präsidenten initiierten „verbrecherischen Krieg“ gewonnen habe.

Darmstadts OB Jochen Partsch während seiner Ansprache auf der Bühne im großen Saal des Darmstadtium.
Darmstadts OB Jochen Partsch während seiner Ansprache auf der Bühne im großen Saal des Darmstadtium. © Rolf Oeser

Darmstadt: OB Partsch plädiert für „neue Ernsthaftigkeit“ im politischen Diskurs

Neben den geladenen Gästen aus dem Bereich des öffentlichen Lebens – darunter auch der US-amerikanische Generalkonsul Norman Thatcher Scharpf – waren zum Neujahrsempfang der Stadt auch Personen und Vereine eingeladen worden, die im Vorjahr eine Ehrung erhalten hatten. Außerdem konnte OB Partsch aus der Ukraine Geflüchtete sowie Menschen begrüßen, die sich aktiv für ein Ende des „erbärmlichen und barbarischen Mullah-Regimes im Iran“ einsetzen, wie Partsch sagte.

In seiner anderthalbstündigen Rede thematisierte Partsch die Herausforderungen, vor denen die Stadt etwa in Hinblick auf die Stadtentwicklung stehe. Angesichts vielfacher Widerstände sprach er sich für eine „neue Ernsthaftigkeit und Sachlichkeit“ im politischen Diskurs aus. Zugleich, so Partsch, sollte sich Darmstadt als „Stadt der Moderne und des Aufbruchs“ mutig weiterentwickeln und Krisen „auch als Chance begreifen“, um Neues zu schaffen. Sein Wunsch für das neue Jahr: „Bleiben sie stabil und zuversichtlich.“

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