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Darmstadt: Ein neuer Stadtteil soll entstehen

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Von: Claudia Kabel

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In der Starkenburg-Kaserne in Darmstadt werden bisher Panzer instand gesetzt.
In der Starkenburg-Kaserne in Darmstadt werden bisher Panzer instand gesetzt. © Rolf Oeser

Es ist das bisher größte Konversionsprojekt Darmstadts: Für das Starkenburg-Areal und das Kuhnwaldtgelände werden städtebauliche Wettbewerbe ausgeschrieben.

Darmstadt plant sein bisher größtes und auch letztes Konversionsprojekt: Mit der Bebauung des Areals der Starkenburg-Kaserne und dem angrenzenden Kuhnwaldtgelände wird ein neuer Stadtteil mit Wohn- und Gewerbeansiedlung entstehen, der etwa die Größe des Johannesviertels – also 56 Fußballfelder oder circa 42 Hektar – hat. Das Gelände liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs am westlichen Stadtrand und grenzt an die bestehende Waldkolonie.

In der Stadtverordnetenversammlung wurde am Dienstag mit großer Mehrheit beschlossen, zwei städtebaulich-freiraumplanerische Wettbewerbe auszuloben. Stadtrat und Planungsdezernent Michael Kolmer betonte, dass es sich bei dem Projekt um den „wichtigsten Teil der Stadtentwicklung“ mit enormen Chancen für eine „echte Zukunftsschaffung für Darmstadt“ handele. Vor allem die denkmalgeschützten Hallen böten „enorme Chancen“. Stadtverordnete Heike Böhler (beide Grüne) sprach von einem „Stadtteil der Zukunft“, der Darmstadt in den nächsten Jahrzehnten prägen werde. Was Klimaschutz und Mobilität betreffe, wolle man auf den Erfahrungen von Lincoln-Siedlung und Ludwigshöhviertel (ehemalige Cambrai-Fritsch-Kaserne) aufbauen „und nochmal einen obendrauf setzen“.

Laut Magistrat soll analog zu den Mobilitätskonzepten von Lincolnsiedlung und Ludwigshöhviertel ein autoarmes Quartier entstehen, wobei die Erfahrungen aus beiden Quartieren einfließen sollen.

SPD-Vizefraktionschef Michael Siebel mahnte während der Debatte an, dass bei der Planung die „einmalige Chance“ genutzt werden solle, vom neuen Quartier eine Straßenbahn nach Weiterstadt zu bauen.

Konkret geht es nun darum, für das Kuhnwaldtgelände eine Grundlage für die weitere Entwicklung zu schaffen, bei der die Verknüpfungspotenziale des zwölf Hektar großen Areals mit den umgebenden Flächen, vor allem mit dem südlich angrenzenden Kasernengelände, beachtet werden sollen.

Aktuell werden die ehemaligen Bahnflächen von einer Spedition (ehemals Kuhnwaldt) genutzt. Die derzeitige Nutzung soll laut Magistratsvorlage Ende 2024 aufgegeben werden.

Für das 30 Hektar große Kasernen-Areal soll das Wettbewerbsverfahren um einen Ideenteil erweitert werden als Vorüberlegung für die weitere Entwicklung. Die derzeit noch teilweise militärische Nutzung des Standorts als Panzerausbesserungswerk will der Bund bis 2031 aufgeben. Deswegen müsste das Kuhnwaldtgelände zeitweise verkehrstechnisch autark funktionieren, da das Starkenburg-Areal erst später entwickelt werden kann.

Im Februar hatte eine erste Bürgerbeteiligungsveranstaltung stattgefunden. Die dabei eingegangenen Anregungen sollen in die weiteren Planungen eingebunden werden. Ein Viertel der Wohnflächen ist für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen, ein Fünftel für Haushalte mit mittleren Einkommen. Dabei ist ein „breit gefächertes Angebot an Wohnungsgrößen“ angestrebt.

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