+
Soll öfter fahren: Die Odenwaldbahn.

Darmstadt-Dieburg

Darmstadt-Dieburg: Schienenbündnis kritisiert Zeitplan des Verkehrsgipfels

  • schließen

Das Lokale Schienenbündnis fordert eine sofortige Verbesserung im ÖPNV. Ansonsten würden Odenwaldkreis sowie die Ostkreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg immer mehr zurückfallen.

Die zeitlichen Ziele des ersten gemeinsamen Verkehrsgipfels der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg werden „den Erfordernissen von Klimakatastrophe und Verkehrskollaps nicht gerecht“. Das findet zumindest das lokale Schienenbündnis - ein Zusammenschluss lokaler Verkehrs-, Fahrgast-, Umwelt- und Gewerkschaftsverbände, die auch in der bundesweit tätigen Allianz pro Schiene vertreten sind.

Als Reaktion auf die Präsentation der Ergebnisse des Gipfels, der im Dezember stattfand, kritisiert das Bündnis in einer aktuellen Mitteilung vor allem den Zeithorizont der „mittel- bis langfristigen“ Maßnahmen. Diese sollen innerhalb von drei bis zehn Jahren realisiert werden. Hier sind beispielsweise Kapazitätserweiterungen der Odenwaldbahn oder Verdichtung des Zeittakts zwischen Darmstadt und Aschaffenburg vorgesehen.

Bündnis informiert

ÖPNV-Infoabende in Darmstadtam Dienstag, 18. Februar, 19 bis 21.30 Uhr im Naturfreundehaus Darmstadt, Darmstraße 4 a und am Dienstag, 9. Juni, 19.30 bis 21.30 Uhr in der „Medienbäckerei“, Jahnstraße 70.

Info-Abende zur Odenwaldbahn/Gersprenztalbahn am Donnerstag, 2. April. 19.30 – 21.30 Uhr in Groß-Bieberau, im Gasthaus „Deutsches Haus“, Marktstraße 24 und am Donnerstag, 14. Mai, 18.50 bis 21.20 Uhr in der Güterhalle Höchst am Bahnhof Höchst.

Exkursion zur Stadtbahnnach Heilbronn (in Kooperation mit BUND und VHS Darmstadt) am Samstag, 20. Juni, 8 – 20 Uhr ab Darmstadt Hbf. Anmeldung erforderlich. cka

Infos unterwww.schienenbuendnis.de

Laut Schienenbündnis sind „mit ein bisschen Mut und Fantasie schon mit heute vorhandenen Fahrzeugen Verbesserungen in der Schienen-Infrastruktur möglich“. Es lasse sich zum Beispiel der lückenfreie, tägliche Bahn-Halbstundentakt von Darmstadt nach Erbach, Aschaffenburg, Pfungstadt und Wiesbaden sofort einrichten, ebenso der Halbstundentakt zwischen Dieburg und Buchschlag. Als gutes Beispiel nennt das Schienenbündnis den RMV-Fahrplan im 30-Kilometer-Radius um Frankfurt, der seit Dezember 2019 erhebliche Taktverdichtungen umsetze. Dagegen blieben der Odenwaldkreis sowie die Ostkreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg immer weiter zurück.

Zwar zeigte sich das Schienenbündnis erfreut darüber, dass einige von ihm bereits seit 2017 gewünschte und bisher von Politik und RMV (Rhein-Main Verkehrsverbund) abgelehnte Maßnahmen übernommen wurden. Allerdings kritisierte das Bündnis die Informationspolitik des Vorstands der Dadina (Darmstadt-Dieburg Nahverkehrsorganiation) als „lückenhaft“. So würde etwa die Präsentation zum Verkehrsgipfel mit keinem Wort auf das Konzept „123 km Zukunft für Gersprenztalbahn und Odenwaldbahn“ eingehen, welches das Schienenbündnis bereits 2018 vorgestellt habe und das dem Verkehrsgipfel 2019 nochmals zugegangen sei. Auch die Publikation des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen zur Reaktivierung von Eisenbahnstrecken erwähne die Dadina nicht. Dabei empfehle diese unter anderem die Reaktivierung der Gersprenztalbahn Reinheim – Groß-Bieberau sowie der Strecke Darmstadt Ost – Groß-Zimmern.

Die Reaktivierung der Strecke nach Groß-Zimmern gilt laut Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), Landrat Klaus-Peter Schellhaas (SPD) und Dadina-Vorstandsvorsitzendem Robert Ahrnt „als wichtigstes Ergebnis“ des Verkehrsgipfel, das innerhalb von drei bis zehn Jahren realisiert werden könnte.

Zur Verbesserung der Informationsgrundlage plant das Schienenbündnis Info-Abende und eine Exkursion nach Heilbronn.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare