Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Fluechtlingsunterkunft-Rein
+
In dieser Flüchtlingsunterkunft in Reinheim sollen bald Menschen gegen Covid-19 geimpft werden.

Darmstadt-Dieburg

Asylsuchende müssen für Impfzentrum weichen

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
    schließen

Für den Aufbau eines Corona-Impfzentrums müssen 27 Flüchtlinge ihre Unterkunft in Reinheim spontan verlassen. Der Asylkreis kritisiert: Vorgehensweise ist menschenverachtend.

Vielerorts werden derzeit Corona-Impfzentren aus dem Boden gestampft. Ärger darüber gibt es jetzt in Reinheim im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Denn dort wird derzeit ein Impfzentrum in einer Flüchtlingsunterkunft aufgebaut. Allerdings war diese bis Anfang vergangener Woche noch bewohnt.

„Am Dienstagabend kam der Anruf, dass alle raus müssen“, sagt Barbara Demerath vom Asylkreis Reinheim der FR. Keiner habe gewusst, warum. Bis Donnerstag seien alle weg gewesen. Erst am Freitag teilte Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) in einer Pressemitteilung mit, dass die 27 Bewohner:innen in anderen Unterkünften untergebracht würden.

Drei Impfzentren in und um Darmstadt

Das Impfzentrum in der Flüchtlingsunterkunft am Sportplatz in Reinheim ist eines von zwei Zentren, die derzeit im Landkreis Darmstadt-Dieburg entstehen.

Ein weiteres ist momentan in Pfungstadt in einer Gewerbeimmobilie in der Ostendstraße im Aufbau.

Darmstadt richtet sein Impfzentrum im Kongresszentrum Darmstadtium in der Innenstadt ein. Ein erster Testlauf soll am Samstag sein.

Der Asylkreis, der seit 2015 die Menschen in der Einrichtung ehrenamtlich betreut, kritisiert dieses Vorgehen. „Die Entscheidung ist so kurzfristig gekommen, dass die Geflüchteten sich nicht auf die neue Situation vorbereiten konnten und auch für uns als Asylkreis eine Unterstützung nicht mehr möglich war.“ Unter den Geflüchteten seien auch Familien mit Kindern im Krippen-, Kindergarten- und Schulalter. Alle müssten sich von heute auf morgen neu orientieren. Dies sei in Zeiten von Corona besonders schwierig. Hinzu komme der Verlust der sozialen Kontakte, die sich über die Zeit in der Gemeinschaftsunterkunft und im Ort aufgebaut hätten.

„Wieder einmal trifft es die Menschen, die sich am wenigsten wehren können“, klagt der Asylkreis. Gerade in dieser Unterkunft sei die Zusammenarbeit zwischen Geflüchteten, Asylkreis und Sozialarbeiterin gut gelungen. Dass es keine andere Immobilie gebe, kann sich Demerath kaum vorstellen. „So geht man nicht mit Menschen um, diese Vorgehensweise ist menschenverachtend“, sagt sie.

Der Landkreis reagierte nach einer FR-Anfrage auf die Kritik. Die Lebensumstände der Flüchtlinge seien nicht verschlechtert worden und der Integrationserfolg werde nicht gefährdet. Den Bewohner:innen habe man gleichwertige Unterkünfte in Nachbarkommunen anbieten können. „Den meisten kommen die neuen Wohnverhältnisse sogar entgegen, da sie näher an Ausbildungs- oder Arbeitsplatz liegen“, so Sprecher Stefan Weber. Aufgrund des vorgegebenen Zeitdrucks habe man auf eine bestehende Immobilie zurückgreifen müssen. Die Unterkunft sei nur teilweise belegt gewesen, liege gut erreichbar und verfüge über ausreichende Parkmöglichkeiten. Auch die Schließung einer weit weniger als Impfzentrum geeigneten Schulsporthalle sei so vermieden worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare