schule_1_010920
+
Schüler können freiwillig Maske tragen - denn genügend Klassenräume gibt es nicht.

Darmstadt-Dieburg

Angst vor Corona wegen Platzmangel

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
    schließen

Ein Vater aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg kritisiert den Platzmangel und das Hygienekonzept am Schuldorf Bergstraße. Laut Schuldezernent sind häufige Raumwechsel aber zumutbar.

Weil er sich Sorgen wegen unzureichender Corona-Maßnahmen und Raumknappheit macht, hat ein Vater aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg einen Offenen Brief an den Landrat geschrieben. Darin moniert er die Zustände am Schuldorf Bergstraße in Seeheim-Jugenheim: „Hier müssen die Kinder fast für jede Unterrichtsstunde den Raum wechseln, ohne Desinfektion der Tische und Möbel“, heißt es in dem Brief. Der Hygieneplan der Schule untersage sogar Schülern und Lehrpersonen, die Desinfektion selbst vorzunehmen.

Zudem entspreche der Lüftungszyklus mit einer Pausenlänge nicht mal dem Standard, der für die meisten anderen Orte des öffentlichen Zusammentreffens fest vorgeschrieben sei. Weiter kritisiert der Vater, dass Tische und Stühle in den Klassenräumen unterschiedlich gestellt würden, so dass auch innerhalb der Klasse immer neue Nachbarschaften mit Abstand kleiner ein Meter fünfzig entstünden. Betroffen sind den Angaben zufolge elf Klassen mit mehr als 200 Kindern.

Schuldezernent und Erster Kreisbeigeordneter Robert Ahrnt (Grüne) teilte auf Anfrage der Frankfurter Rundschau nun mit, der Schulbetrieb sei nach den Vorgaben des Hessischen Kultusministeriums gestartet. „Im Hygieneplan 5.0 wurde der Schulbetrieb unter Aussetzung von Abstandsgeboten im Unterricht gestattet. Die Bildung fester Lerngruppen ist ebenfalls nicht mehr unbedingt erforderlich.“ Dadurch könne auch in der Oberstufe der Unterricht im Kurssystem wieder aufgenommen werden, so Ahrnt. Andererseits sei die Maskenpflicht außerhalb des Unterrichts eingeführt worden, während im Unterricht freiwillig Masken getragen werden könnten.

Während die Schule einen Hygieneplan aufstellen muss, ist der Landkreis verantwortlich für die baulichen Voraussetzungen. Der Forderung des Vaters nach Klassenräumen für jede Klasse erteilte Ahrnt eine Absage: „Die Zahl an zusätzlichen Containern an vielen unserer 81 Schulen, die durch diese Zusatzanforderung zusammenkäme, wäre gewaltig.“

Bereits im Februar, noch vor Corona, habe man 46 zusätzliche Container benötigt. Von diesen seien bisher 26 aufgestellt worden. 20 weitere sollen folgen. Allerdings hätten die Schulen Vorrang, „die aufgrund starker Zunahme der Schülerzahlen in eine grundsätzliche Raumnot gekommen wären“, so Ahrnt. Den Raumwechsel einiger Klassen hält der Dezernent für zumutbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare