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Der neue Polizeipräsident ist in Darmstadt kein Unbekannter

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Von: Jens Joachim

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Der Minister und der neue Polizeichef: Innenminister Peter Beuth (li.) überreicht Björn Gutzeit die Ernennungsurkunde.
Der Minister und der neue Polizeichef: Innenminister Peter Beuth (li.) überreicht Björn Gutzeit die Ernennungsurkunde. © Renate Hoyer

Der bisherige Frankfurter Polizeivizepräsident tritt im Polizeipräsidium Südhessen die Nachfolge von Bernhard Lammel an. Der 50-Jährige ist der 25. Behördenleiter seit dem Jahr 1874.

Mit reichlich Vorschusslorbeeren hat Innenminister Peter Beuth (CDU) am Mittwoch den bisherigen Frankfurter Polizeivizepräsidenten Björn Gutzeit in sein neues Amt als Leiter des Polizeipräsidiums Südhessen eingeführt.

Die Ernennung Gutzeits zum neuen Polizeipräsidenten in Darmstadt sei der vorläufige Höhepunkt einer umfangreichen Personalrochade an der Spitze der drei Polizeipräsidien in Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. „In absehbarer Zeit“, so kündigte Beuth an, würden nun noch die vakanten Spitzenposten beim Hessischen Polizeipräsidium für Technik in Wiesbaden und beim Polizeipräsidium Osthessen in Fulda besetzt.

Darmstadt: Björn Gutzeit ist der neue Polizeipräsident für Südhessen

Der Darmstädter Polizeivizepräsident Rudi Heimann, der Gutzeit als 25. Behördenleiter seit dem Jahr 1874 vorstellte, überreichte dem 50-jährigen Behördenchef einen Kompass und eine Seemannspfeife, mit der auf Schiffen der Marine auch das Eintreffen des Kapitäns angekündigt wird.

Gutzeit ist in Darmstadt kein Unbekannter. Von August 2020 an war er bereits für ein halbes Jahr der Vertreter von Polizeipräsident Lammel, der Ende Mai pensioniert wurde. In gleicher Funktion als Polizeivizepräsident wechselte Gutzeit dann nach Frankfurt. Ursprünglich, so verriet Beuth, habe Gutzeit jedoch Medizin studieren wollen, sich dann aber doch dazu entschieden, seine Laufbahn 1993 in der hessischen Polizei zu beginnen.

Björn Gutzeit ist als Polizeipräsident Chef von mehr als 2000 Beschäftigten in ganz Südhessen
Björn Gutzeit ist als Polizeipräsident Chef von mehr als 2000 Beschäftigten in ganz Südhessen © Renate Hoyer

Neuer Polizeipräsident Björn Gutzeit: „Polizist aus Leidenschaft“

Den Vater von drei Kindern beschrieb Beuth als „erfahrenen Schutzmann und ausgewiesenen Polizeiexperten“. Der „Polizist aus Leidenschaft“ sei in den vergangenen Jahren zur Führungskraft gereift und habe mit Durchsetzungsvermögen und Empathie bisweilen auch „den Widerstand von Reformunwilligen brechen müssen“. „Wir dürfen Großes von Ihnen erwarten“, legte Beuth die Latte für den neuen Behördenchef recht hoch.

Für den Personalrat sagte Christian Richter, in der Belegschaft sei die Freude groß gewesen, als bekannt gegeben worden sei, dass Gutzeit neuer Behördenleiter werde. Das Thema Kommunikation bezeichnete Richter hingegen als eine „Baustelle“ im Polizeipräsidium.

Darmstadt: Ermittlungen gegen Chatgruppe beim Polizeipräsidium Südhessen

Gutzeit selber bekräftigte, die Polizei benötige zum einen Offenheit, aber auch ein gewisses Grundvertrauen. Wenn Polizistinnen und Polizisten Fehler machten, was vorkomme, müssten diese gegenüber der Öffentlichkeit offengelegt und „transparent“ gemacht werden. Wo allerdings Grenzen überschritten werden, müsse die Polizei „eine klare Haltung zeigen und handeln“, so Gutzeit.

Der neue Behördenchef wird sich nun zügig auch mit den Ermittlungen gegen Mitglieder einer Mobbing-Chatgruppe aus dem Bereich des Schieß – und Einsatztrainings im Darmstädter Polizeipräsidium beschäftigen müssen. Hier gab es unter mehreren Beamten wechselseitige Anschuldigungen und Vorwürfe. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu diesem Komplex dauern weiter an.

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