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Bastian Ripper, 1. Sprecher des Nachbarschaftsvereins „Zusammen in der Postsiedlung“, hatte die Idee, den Kiosk zu reaktivieren.
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Bastian Ripper, 1. Sprecher des Nachbarschaftsvereins „Zusammen in der Postsiedlung“, hatte die Idee, den Kiosk zu reaktivieren.

Darmstadt

Darmstadt: Denkmalschutzpreis für Sanierung des Kult-Kiosk

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
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Der Darmstädter Nachbarschaftsverein „Zusammen in der Postsiedlung“ wurde für das Projekt „Nostalgie-Kiosk 1975“ ausgezeichnet. Der Verein sammelt weiter Spenden für das Projekt.

Auf einem Eckgrundstück in der Darmstädter Postsiedlung zwischen der Moltkestraße und der Bessunger Straße sollen Erinnerungen an die Siebziger Jahre wiederbelebt werden. Der Verein „Zusammen in der Postsiedlung“ hat in den vergangenen Monaten viele Hebel in Bewegung gesetzt, um einen kleinen Zeitungskiosk, der lange leerstand, zu sanieren, um ihn als Nachbarschaftstreff zu reaktivieren.

Für dieses Engagement ist der Nachbarschaftsverein im Rahmen der Preisverleihung des hessischen Denkmalschutzpreises nun mit dem mit 1000 Euro dotierten Ehrenpreis der Hessischen Staatskanzlei ausgezeichnet worden.

Darmstadt: Zeitungskiosk in der Postsiedlung wird reaktiviert

Nach Angaben von Bastian Ripper, dem 1. Sprecher des Nachbarschaftsvereins, der die Idee für die Reaktivierung des aus den fünfziger Jahren stammenden Rundbaus hatte, gab es einst im Quartier in der Postsiedlung sechs Kioske.

Doch mit dem Verschwinden der Kioske, Bäckereien, Tante-Emma-Läden oder der kleinen Boutiquen, Kneipen und Läden sind nach den Worten Rippers „auch der Buden-Schwatz, der zufällige Schnack im Viertelladen und die vielen kleinen netten Alltagsbegegnungen verschwunden“. Die kleinen sozialen Orte, wo geplaudert, Dampf abgelassen oder auch geflirtet werden konnte, hätten sich „in Luft aufgelöst“, was Ripper sehr bedauert.

Verein in der Postsiedlung dokumentiert Geschichte der Kioske

Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der Zeitungskioske, Trinkhallen und Wasserbüdchen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und diese zu dokumentieren.

Kult ist auch das orangefarbene Telefon mit Wählscheibe, das für Dekozwecke im Inneren des Kiosks auf dem Tresen steht.

Auf dem Eckgrundstück an der Moltkestraße stand einst eine Holzbude, die Mitte der 1950er Jahre dem neuen Rundbau weichen musste. Wie alte Baupläne belegen, wurde der kleine Kiosk 1954 vom renommierten Darmstädter Architekturbüro Markwort und Seibert für den ersten Kioskbetreiber Herbert Franken entworfen. Nach dessen Tod betrieb seine Frau Klara Franken den Kiosk weiter.

Stadt Darmstadt unterstützt Kiosk-Sanierung

Der Verein Darmstadtia übernahm den Kiosk dann vor mehr als drei Jahrzehnten und nutzte ihn als Ausstellungsraum, nachdem der Kioskbetrieb in den 1980er Jahren eingestellt worden war.

Mit Unterstützung der Stadt und mehrerer kommunaler Betriebe wird nun das kleine Denkmal mit der nur knapp neun Quadratmeter großen Innenfläche saniert. Dabei werden auch die Elektro- und Sanitärleitungen erneuert. Vorgesehen ist, im Frühsommer nächsten Jahres den denkmalgeschützten Pavillon wieder zu eröffnen.

Darmstadt: Verein plant „Nostalgie-Kiosk anno 1975“

Der Nachbarschaftsverein, der für das rund 40 000 Euro teure Projekt Spenden sammelt, will den Kiosk dann mit originalen Gegenständen aus den Siebzigerjahren ausstatten und ihn tageweise öffnen, um Kult-Getränke und -Süßigkeiten wie Bluna oder Afri-Cola sowie Süßigkeiten wie weiße Mäuse oder Kirschlollis zu verkaufen.

Der Nachbarschaftsverein will vom Frühsommer 2022 an auch Lollis, weiße Schaumgummi-Mäuse, Brausepulver und Getränke verkaufen, die typisch für die 1970er Jahre waren.

Laut Stadtrat und Planungsdezernent Michael Kolmer (Grüne) ist es dem sensiblen Umgang durch die Bürgerinnen und Bürger in den vergangenen Jahrzehnten zu verdanken, dass nicht nur der Kiosk erhalten blieb, sondern auch originale Teile der Ausstattung wie der alte Kühlschrank, Zeitungsständer und historische Werbetafeln.

Für das Projekt „Nostalgie-Kiosk 1975“ stellte die Stadt auch 5000 Euro aus dem Budget „Unser Projekt für die Stadt“ zur Verfügung.

Spenden für das Projekt können auf das Konto des Vereins Zusammen in der Postsiedlung e.V. bei der Sparkasse Darmstadt, IBAN: DE40 5085 0150 0008 0215 20, unter dem Stichwort Kiosk eingezahlt werden.

https://postsiedlung.de

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