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Darmstadt: CDU für Videoüberwachung auf der Mathildenhöhe

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Von: Jens Joachim

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Unweit des Hochzeitsturms wurden bereits vor einiger Zeit Kameras an zwei Masten montiert.
Unweit des Hochzeitsturms wurden bereits vor einiger Zeit Kameras an zwei Masten montiert. © Rolf Oeser

Die CDU in Darmstadt fordert eine Überwachung des Welterbe-Areals mit Kameras, um Vandalismus vorzubeugen. Die SPD ist dagegen. Schilder an der Russischen Kapelle weisen bereits auf eine Videoüberwachung hin.

Knapp anderthalb Jahre nach der Inbetriebnahme von 17 Kameras auf dem Darmstädter Luisenplatz spricht sich der Darmstädter Kreisverband der CDU für eine Ausweitung der Videoüberwachung in der Stadt aus.

Isabelle Zybok, die stellvertretende Kreisvorsitzende und kulturpolitische Sprecherin des CDU-Kreisverbands, plädiert in einer Mitteilung für eine Überwachung des Welterbe-Areals auf der Mathildenhöhe. Die Freude über die Verleihung des Welterbestatus' im vergangenen Jahr sei in den vergangenen Monaten „immer wieder durch Farbschmierereien und andere Vandalismustaten getrübt“ worden, so Zybok. Mitte November 2020 hatten Unbekannte auf der Mathildenhöhe unter anderem die Ausstellungshalle, das Atelier und Toilettentüren mit Graffiti beschmiert. Auch die Villa von Hans-Joachim Sander wurde besprüht. Die Stadt stellte daraufhin Strafanzeige gegen Unbekannt.

CDU-Darmstadt hält Videoüberwachung auf der Mathildenhöhe für „hilfreich“

„Wir sind deshalb der Auffassung, dass zum Schutz des Welterbes die Einrichtung einer Videoüberwachung hilfreich sein wird und unterstützen jede Aktivität der Stadt Darmstadt in diese Richtung“, schreibt die stellvertretende CDU-Vorsitzende, die auch Mitglied der Stadtverordnetenfraktion ist.

Der für das Ordnungsamt zuständige Dezernent, Stadtrat Paul Georg Wandrey, der auch Oberbürgermeisterkandidat der CDU ist, wird in der Parteimitteilung allerdings nicht zitiert.

An der Eingangstür der Russischen Kapelle wird auf eine Überwachung mit Kameras hingewiesen.
An der Eingangstür der Russischen Kapelle wird auf eine Überwachung mit Kameras hingewiesen. © Jens Joachim

Darmstadt: CDU will Welterbe Mathildenhöhe mit Kameras überwachen

Zybok äußert darin die Auffassung, dass es „nicht hinnehmbar“ sei, „wenn einige wenige immer wieder Schäden verursachen und damit dem Renommee des Welterbes und der Stadt Darmstadt schaden“. Es stehe daher „außer Frage, dass auch auf der Mathildenhöhe zum Schutz des Welterbeensembles eine Videoüberwachung notwendig“ sei.

Wenn nicht das gesamte Gelände überwacht werden könne, dann sollten zumindest die Gebäude überwacht werden, um diese vor Farbschmierereien zu schützen. Dies gelte „auch dann, wenn die materiellen Schäden sich bisher in Grenzen gehalten haben mögen“. Der „ideelle Schaden“ und damit der „negative Eindruck“, der durch die Schmierereien bei den Besucherinnen und Besuchern der Mathildenhöhe entstehe, sei „um ein Vielfaches höher“, meint Zybok.

Mathildenhöhe Darmstadt: Stadt prüft seit 2020 Videoüberwachung

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) hatte bereits vor zwei Jahren während einer Sitzung des städtischen Kulturausschusses nach mehreren Beschädigungen am Ausstellungsgebäude der Mathildenhöhe sowie an mehreren Privathäusern geäußert, es bestünden seitens der Stadt „Überlegungen“, den Sicherheitsdienst vor Ort auszubauen und gegebenenfalls nach Abschluss einer entsprechenden Prüfung dort eine Videoüberwachung zu installieren.

Ob die Prüfung inzwischen abgeschlossen ist und zu welchem Ergebnis die Stadt gekommen ist, war am Montag kurzfristig zunächst nicht in Erfahrung zu bringen.

„Achtung Videoüberwachung!“ steht auch an der Tür der Russischen Kapelle am Seiteneingang zur Sakristei.
„Achtung Videoüberwachung!“ steht auch an der Tür der Russischen Kapelle am Seiteneingang zur Sakristei. © Jens Joachim

Darmstadt: Vier Kameras an zwei Pfosten auf der Mathildenhöhe

Unklar ist auch, welchen Zweck die auf der Mathildenhöhe an zwei Masten montierten vier Kameras in Höhe des Platanenhains und der Russischen Kapelle haben und ob es nicht bereits eine partielle Überwachung gibt, zumal an zwei Türen der Kapelle zwei Schilder mit der Aufschrift „Achtung Videoüberwachung !“ angebracht sind.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Anne Marquardt äußerte indes, sie halte die Überwachung von öffentlichen Plätzen „grundsätzlich für keine sinnvolle Maßnahme“, weil sich dadurch Kriminalitätsschwerpunkte nur an andere Orte verlagern würden.

Kritik an Videoüberwachung auf dem Luisenplatz in Darmstadt

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