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In Darmstadt brummt es

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Die Maikäfer sind los.
Die Maikäfer sind los. © Guido Schiek

Etwas früher als sonst sind zahlreiche Maikäfer im Stadtgebiet und im Westwald unterwegs. Von einer Plage sprechen die Fachleute trotz des vermeintlich großen Vorkommens aber nur bedingt.

Schon Onkel Fritz fühlte sich in Wilhelm Buschs Bildergeschichte „Max und Moritz“ von Maikäfern in der Nachtruhe gestört. Ähnlich geht es derzeit vielen Darmstädtern, denen die rund drei Zentimeter langen Insekten mit ihrem Brummen und den zuweilen bescheidenen Flugkünsten zunehmend den Schlaf rauben.

Zwei bis drei Wochen früher als üblich schwirren die Maikäfer derzeit durch die Luft. Von einer Plage sprechen die Fachleute trotz des vermeintlich großen Vorkommens aber nur bedingt. „Wir haben 2014 in Hessen wieder ein Maikäferflugjahr – wie in jedem Jahr einer Fußball-Weltmeisterschaft“, sagt Brigitte Martin vom BUND-Ortsverband. Da sei ein größeres Aufkommen normal. Einschränkung: „Die Förster und auch wir haben beobachtet, dass die Zahl der Maikäfer deutlich geringer ist als in den vergangenen Flugjahren.“

2014 ist ein Flugjahr

Nicht jedoch durch die chemische Bekämpfung der Maikäfer im Pfungstädter Wald im Frühjahr 2010 sei die Population gesunken, sondern auf natürliche Art und Weise, erklärt Martin: „Die kühle Witterung während der Flugzeit der Maikäfer vor vier Jahren ist ausschlaggebend.“ Die Maikäfer hätten seinerzeit nicht die Kraft gehabt, so viele Eier wie üblich zu legen. Das starke Aufkommen im Stadtgebiet und im Westwald begründet Martin mit dem „sandigen Untergrund, dem tiefen Grundwasserstand sowie der nicht ganz so tiefen Frostgrenze im Winter“. So kämen die Maikäfer dort schneller und einfacher an die Oberfläche.

Der Vier-Jahres-Rhythmus der Maikäferflugjahre entspricht der Entwicklungsdauer der Insekten zwischen Eiablage und dem Auftreten der ausgewachsenen Tiere. Die Larven des Käfers, die sogenannten Engerlinge, wachsen im Boden heran und richten an Wurzeln oft große Schäden an.

Dass es nach 2010 auch 2014 in der Region wieder zu einem chemischen Vorgehen gegen die Maikäfer kommen könnte, glaubt Martin nicht. Dafür sei die Population wohl zu gering. Sie appelliert an alle Verantwortlichen, „für alle Zeiten auf Chemikalien zu verzichten“. Dies sei „schlicht Blödsinn“, zumal kein Mittel existiere, das sich spezifisch auf die Maikäferzahl auswirke. (ers)

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