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Darmstadt: Blackouts in Südhessen verhindern

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Von: Claudia Kabel

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Schaltmeister Sascha Wamser in der zentralen Leitwarte der E-Netz Südhessen in Darmstadt.
Schaltmeister Sascha Wamser in der zentralen Leitwarte der E-Netz Südhessen in Darmstadt. © E-Netz

Regenerative Energien sind wetterabhängig. Die E-Netz AG steuert von Darmstadt aus das Stromnetz für Südhessen.

Um Stromausfälle, sogenannte Blackouts, in Deutschland zu verhindern und die Energiewende voran zu treiben, ist seit neuestem der in Darmstadt ansässige Verteilnetzbetreiber E-Netz Südhessen dafür zuständig, für Netzstabilität in Südhessen zu sorgen. Das teilte die E-Netz Südhessen, eine Tochter des Energieunternehmens Entega, mit.

Bislang waren die Betreiber der Übertragungsnetze – also der überregionalen Stromtrassen – für die Netzstabilität zuständig. Doch statt zentraler Atom- und Kohlekraftwerke speisen in ganz Deutschland immer mehr regenerative Anlagen mit einem großen Leistungsspektrum dezentral Wind- und Sonnenstrom in die Netze ein.

Zentrale Leitwarte in Darmstadt

Diese Einspeisung wird nun laut Mitteilung durch eine sogenannten Redispatch-Software, die in der zentralen Leitwarte am Dornheimer Weg bedient wird, koordiniert. Von dort könnten Schaltbefehle an Erzeugungsanlagen und Kraftwerksbetreibende gesendet werden und somit Anpassungen bezüglich der erzeugten Strommenge vorgenommen werden. Zur Vermeidung von Netzengpässen berechnet das bundesweite Redispatch-System die volkswirtschaftlich günstigste Lösung zur Netzstabilisierung und übermittelt sie an den jeweiligen Netzbetreiber und die Anlagenbesitzer. „Im Prinzip ist das Stromnetz wie eine Wanne mit vielen Zuflüssen und noch mehr Abflüssen, und wir sorgen zum Beispiel im Vorfeld von Unwettern oder Windflauten dafür, dass immer die gleiche Menge Wasser in der Wanne ist“, erklärt Schaltmeister Sascha Wamser aus der zentralen Leitwarte der E-Netz Südhessen.

Immer mehr kleinere Anlagen speisen Strom ein

Diese Veränderung in der Steuerung sei bereits vor einigen Monaten vorgenommen worden und beruhe auf einer gesetzlichen Vorgabe, sagt Entega-Sprecher Gert Blumenstock auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Sie habe nichts mit aktuellen Befürchtungen wegen dem Ukraine-Krieg und möglichen Cyber-Angriffen auf die kritische Infrastruktur zu tun. In das Verteilnetz der E-Netz Südhessen speisen zurzeit rund 250 Anlagen ab 100 Kilowatt (kW) ein – vor allem Wind- und Sonnenstrom.

Da die Einspeisung von regenerativen Energien von den Wetterbedingungen anhängig sei, stelle dies hohe Anforderungen an das Einspeisemanagement. „Perspektivisch wird das Redispatch außerdem auch eine Leistung ab 30 Kilowatt erfassen“, sagt E-Netz Vorstand Holger Klein. Das wären in Südhessen dann weitere 550 Anlagen – „Tendenz steigend“, so Klein.

Aktuell erzeugen laut E-Netz rund 14 300 Anlagen erneuerbare Energie. Das Unternehmen ist in Südhessen für 700 000 Einwohner:innen zuständig. Nicht alle seien bei der Entega, so Unternehmenssprecher Blumenstock.

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