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Darmstadt: Bäume virtuell gesehen

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Von: Annette Schlegl

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Lukas Einseles „Derive Scan“ ist in der Ausstellung „Digitaler Wald“ in der Schader-Galerie per VR-Brille erlebbar.
Lukas Einseles „Derive Scan“ ist in der Ausstellung „Digitaler Wald“ in der Schader-Galerie per VR-Brille erlebbar. © Annette Schlegl

Die Ausstellung „Digitaler Wald“ eröffnet am heutigen Freitag in der Schader-Galerie in Darmstadt. Künstler:innen haben Naturbeobachtungen mit High-Tech verknüpft.

Ein „digitaler Wald“ eröffnet am heutigen Freitag in der Schader-Galerie in Darmstadt. Das neue Format ist ganz anders als die Waldkunst, der man auf dem Waldkunstpfad hinter dem Darmstädter Polizeipräsidium begegnet: nicht greifbar, nicht riechbar, aber trotzdem optisch und akustisch wahrnehmbar. Die Ausstellung ergänzt erstmals die analogen Kunstwerke.

Die Schader-Galerie ist zum Erlebnis- und Experimentierfeld für 14 internationale Künstler und Künstlerinnen geworden. Sie haben sich an modernen Technologien versucht, haben mit ihren Arbeiten Schnittstellen zwischen dem Wald und dem Digitalen geschaffen, haben ihre Naturbeobachtungen mit High Tech verknüpft. Monitore, VR-Brillen und Kopfhörer geben ihre Ideen wider.

Herausgekommen sind zum Teil sehr abstrakte Kunstwerke, die man nicht auf den ersten Blick mit Bäumen oder dem Forst verknüpfen würde. Mit dem bloßen Betrachten ist es beim „digitalen Wald“ nicht getan. Erst die erklärenden Texte machen die Intention des Künstlers oder der Künstlerin klar, regen dazu an, sich mit der eigenen Sinneserfahrung auseinanderzusetzen.

Digitaler Wald

Die Ausstellung „Digitaler Wald“ ist in der Schader-Galerie, Goethestraße 1, in Darmstadt bis 23. Oktober jeden Freitag, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Jeden Freitag ab 17 Uhr bietet der Verein für Internationale Waldkunst dort kostenlose öffentliche Führungen an.

Lucas Einsele, Vorsitzender des Vereins „Kultur einer Digitalstadt“, ließ etwa beim Streunen durch den Wald mit einem mobilen Laserscanner eine statische Punktewolke entstehen, die sich virtuell erkunden lässt. In diese Wolke hat er Material aus Recherchen zur Geschichte des vermessenen Waldes integriert – wie die Brandbombe, mit der Darmstadt am 11. September 1944 angezündet wurde. Die Installation wird über VR-Brillen erfahrbar.

Einfacher zu begreifen ist die Installation der slowenischen Künstlerin Valerie Wolf Gang. Die Besucher und Besucherinnen fotografieren per Android-Handy ihre Haut und laden das Bild per QR-Code hoch. Dann entscheidet die künstliche Intelligenz, wo das Beige der Haut in ein Schwarz-Weiß-Bild eines Waldes auf einem Monitor eingesetzt wird.

Die Ausstellung ist bis 23. Oktober jeden Freitag, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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