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Darmstadt: Autonome Busse im Straßenverkehr

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Von: Claudia Kabel

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Ohne Busfahrer unterwegs: Solche Shuttles sollen in Darmstadt bald verkehren.
Ohne Busfahrer unterwegs: Solche Shuttles sollen in Darmstadt bald verkehren. © Peter Jülich

In Darmstadt soll ein Pilotprojekt für computergesteuerte Shuttles starten. Die Stadtverordnetenversammlung tagt dazu.

In Darmstadt sollen ab kommendem Jahr sieben autonome Busse unterwegs sein. Sie sollen Teil der bestehenden Flotte des Heinerliners werden und nach einer Probezeit ganz ohne menschliche Sicherheitsfahrer im Straßenverkehr betrieben werden. So sieht es eine Vorlage des grün-schwarz-lila Magistrats vor, über die an diesem Dienstag in der Stadtverordnetenversammlung abgestimmt werden soll. Die Zustimmung zu dem Pilotprojekt gilt als sicher, Finanz- und Umweltausschuss haben bereits ein positives Votum abgegeben.

Das Vorhaben soll bis zum Ende der Förderlaufzeit des Heinerliners im Dezember 2024 durchgeführt werden. Für die Fahrgäste soll es dann möglich sein, bei der Buchung zwischen konventionellen und autonomen Fahrzeugen zu wählen. Das Konzept des Heinerliners mit einer Flottengröße von 35 Fahrzeugen und eigenem Betriebshof samt Ladeinfrastruktur ermögliche die Einbindung der autonomen Fahrzeuge in das bestehende Angebot rasch und flexibel, so der Magistrat.

Zahlreiche Modellprojekte mit autonomen Fahrzeugen gibt es bereits. Doch bislang waren führerlos fahrende Busse auf öffentlichen Straßen nicht zugelassen. Das hat der Bund erst in diesem Sommer geändert. Kommerzielle Projekte sind laut Magistrat derzeit beispielsweise auch in München und Hamburg geplant.

Realisiert wird das Pilotprojekt „KIRA – KI-basierter Regelbetrieb Autonomer OnDemand-Verkehre“ in Darmstadt und Offenbach von einem Konsortium bestehend aus Heag Mobilo, den Bahn-Töchtern GHT Mobility und Ioki, dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) sowie der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach. Als Technologiepartner ist eine Kooperation mit der israelischen Intel-Tochter Mobileye vorgesehen. Mobileye ist laut Magistrat international führend in der Technologie des autonomen Fahrens und bietet die Fahrzeuge in Deutschland zum Kauf an. Der Bund unterstützt das insgesamt zwölfeinhalb Millionen Euro teure Projekt mit vier Millionen Euro, das Land zahlt 2,8 Millionen Euro dazu. Heinerliner autonom könne dazu beitragen, dass die Stadt Darmstadt, die Region und das Land Hessen „Vorreiter für die Mobilitätswende werden“, hofft der Magistrat.

Die bisherigen Heinerliner-Shuttles befördern die Fahrgäste bei Bedarf und auf Abruf vom Einstiegs- zum Zielort ohne Umsteigen, wobei jeweils virtuelle Haltestellen angefahren werden. Durch die Bündelung von Fahrtwünschen können solche On-Demand-Dienste den Autoverkehr reduzieren und gelten neben Straßenbahn- und Busverkehr als dritte Säule des Öffentlichen Personennahverkehrs. Nach Darstellung der Branche spart das autonome Fahren Personalkosten für Fahrerinnen und Fahrer, die auf dem Arbeitsmarkt ohnehin händeringend gesucht werden.

Neben dem autonomen Heinerliner wird es in der Stadtverordnetensitzung auch um den Haushaltsentwurf 2023 gehen. Auf der Tagesordnung stehen außerdem die Umbenennung von acht Straßen, die Stärkung des Gründerzentrums Hub 31 und die Auslobung eines städtebaulichen Wettbewerbs zur Entwicklung des ehemaligen Kuhnwald-Geländes und der Starkenburg-Kaserne im Westen Darmstadts.

Die Sitzung kann Dienstag, 13. Dezember, ab 13 Uhr unter www.darmstadt.de aufgerufen werden.

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