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Einlass auf der Ausländerbehörde Darmstadt nur mit Termin: Doch den zu bekommen, ist nicht einfach.
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Einlass auf der Ausländerbehörde Darmstadt nur mit Termin: Doch den zu bekommen, ist nicht einfach.

Darmstadt

Darmstadt: Ausländeramt ist Andrang nicht gewachsen

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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Die Pianistin Çagla Gürsoy erreicht über Monate niemanden bei der Ausländerbehörde Darmstadt. Laut Dezernat wählte sie die falsche Nummer. Ein Versuch der FR bestätigt die schlechte Erreichbarkeit.

Ein Video, das zeigt, wie jemand erfolglos versucht, während der Telefonsprechstunde in der Ausländerbehörde in Darmstadt anzurufen, hat die Stadt Darmstadt zu einer Klarstellung veranlasst: Die Anruferin habe die falsche Nummer gewählt, nämlich die des Sekretariats der Abteilungsleitung der Behörde, schreibt Dezernent Rafael Reißer (CDU) auf FR-Anfrage. Gleichwohl hätte der Anruf auf die richtige Nummer weitergeleitet werden müssen, so Reißer.

Veröffentlicht hatte das Video die Darmstädter Pianistin Çagla Gürsoy, die öffentlich machen wollte, wie schwierig es für ausländische Mitmenschen ist, überhaupt Kontakt zur Behörde zu bekommen. Dass die Nummer falsch gewesen sein soll, versteht sie nicht. Auf Anfrage sagt sie, sie habe diese Nummer über Google angezeigt bekommen und sie direkt gewählt. Auch andere Nummern der Behörde, die auf der Webseite des Amts gelistet sind, habe sie erfolglos versucht zu erreichen – und das über Monate. Wie Gürsoy ergeht es vielen Menschen. 261 Online-Rezensionen zum Ausländeramt wurden auf Google hinterlassen. Die wenigsten sind positiv. „Ich habe genau an den Sprechstunden mehr als 50mal angerufen, 100mal Emails geschrieben keine Reaktion. Sind sie alle tot oder was ist da los?“, schreibt etwa Nilu Moreno vor drei Wochen.

Auch wenn die bei Google inzwischen gelöschte Nummer die falsche war, ist bedenklich, dass auch E-Mails nicht beantwortet werden, wie eine Vielzahl von Usern sowie Gürsoy bestätigen.

FR-Redaktion testet: Bei Anruf immer besetzt

Mehrere Probeanrufe der FR vom Montag zeigen: Bei allen 15 angegebenen Telefonnummern zu „Allgemeinen Aufenthaltsangelegenheiten“, zu denen Gürsoys Anliegen gehörte, sind während der eineinhalbstündigen Telefonsprechstunde die Leitungen ständig besetzt bis auf eine. Hier teilt eine Ansage mit, man rufe „außerhalb der Sprechzeiten an“. Die schlechte Erreichbarkeit besteht also offenbar weiterhin. Dabei teilte Dezernent Reißer vor wenigen Tagen mit, er habe „durchgreifende Veränderungen gemeinsam mit der neuen Leitung in den vergangenen Wochen in die Wege geleitet“. Man habe interne Abläufe optimiert und „besonderen Wert auf eine deutliche Verbesserung des Bürgerservices gelegt, wozu insbesondere eine unproblematische Erreichbarkeit mittels Telefon, Post oder E-Mail gehört“. Man stehe dabei „noch am Anfang“. Die Anzahl der Beschwerden sei bereits rückläufig. Auch der Abbau vorhandener Rückstände werde betrieben.

Darmstadt: Externe Firma soll Behörde beraten

Reißer kündigte zudem an, dass ein externes Unternehmen die organisatorische Struktur der Behörde untersuchen werde und interne Prozessoptimierungen aufzeigen solle. Hierfür sei eine Firma gewonnen worden, die eine ausgewiesene Expertise im Bereich des Ausländerwesens besitze. Im Februar hatte Reißer geäußert, dass unter anderem Personalmangel die Ursache für die Zustände im Ausländeramt sei.

Die Linke hatte in einem offenen Brief gefordert, das Das Amt müsse wenigstens zu Sprechzeiten erreichbar sein. Darmstadt: Wieder Aufregung um Ausländeramt

Darmstadt: SPD kritisiert Zustände in Ausländerbehörde. Die SPD fordert erneut eine Verwaltungsreform. Die Sorgen von Migrierenden in Darmstadt würden wachsen.

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