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Mathildenhöhe Darmstadt: Ausgezeichnete Sanierung von Haus Habich

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Von: Jens Joachim

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Teil des Unesco-Welterbes: Blick vom Gartenportal des Hauses Olbrich (l.) zum Haus Habich.
Teil des Unesco-Welterbes: Blick vom Gartenportal des Hauses Olbrich (l.) zum Haus Habich. © Jens Joachim

Das von Joseph Maria Olbrich für den Bildhauer Ludwig Habich entworfene Wohnhaus auf der Mathildenhöhe ist Denkmal des Monats.

Vor einem Jahr hat das Unesco-Welterbekomitee die Darmstädter Mathildenhöhe in die Welterbeliste eingetragen. Von der im Jahr 1899 von Großherzog Ernst Ludwig initiierten Künstlerkolonie seien „zahlreiche Impulse für Architektur, Kunst und Design ausgegangen, die die Moderne prägen sollten“, hatte die Unesco die Entscheidung Ende Juli vorigen Jahres begründet.

Teil der Welterbestätte sind auch die Künstlerhäuser entlang des Alexandrawegs und des Mathildenhöhenwegs, die sich südlich des Bautenensembles mit Russischer Kapelle, Hochzeitsturm und Ernst-Ludwig-Haus befinden.

Mathildenhöhe Darmstadt: Ehepaar Brücher sanierte Haus Habich

Derzeit sind das Große Haus Glückert und das Haus Behrens wegen laufender Sanierungsarbeiten eingerüstet. Entgegen einer Mitteilung von Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jochen Partsch (Grüne) konnte die Grundsanierung des Großen Hauses Glückert nicht, wie noch im März während einer Sitzung des städtischen Kulturausschusses angekündigt, vor der Sommerpause fertiggestellt werden.

Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (l.) überreicht an die Familie Brücher die Urkunde.
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (l.) überreicht an die Familie Brücher die Urkunde. © Jens Joachim

Zwei Häuser weiter haben der Architekt Ralph Brücher und seine Frau Corinna das 1901 von Joseph Maria Olbrich als Wohngebäude konzipierte Haus Habich vor vier Jahren aufwendig saniert. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) hat der Familie nun eine Plakette samt 1000 Euro Preisgeld überreicht und das Gebäude als „Denkmal des Monats“ ausgezeichnet.

Darmstadt: Haus Habich wurde 1901 auf der Mathildenhöhe gebaut

Im Gegensatz zu den anderen Wohnhäusern der ersten Ausstellung der Künstlerkolonie in Darmstadt von 1901 setzte der Jugendstil-Architekt Olbrich seine Ornamentik an der Villa Habich sehr sparsam ein. Der kubische Baukörper wird bis heute von weißen Putzflächen dominiert.

Der Eingang zum Haus Habich befindet sich mittig an der Westseite.
Der Eingang zum Haus Habich befindet sich mittig an der Westseite. © Jens Joachim

Der mittig gesetzte Eingang im Westen wird von einem Balkon überspannt. Früher befand sich darüber noch eine Loggia, die nicht mehr vorhanden ist.

Die Villa Habich ist Teil vom Unesco-Welterbe Mathildenhöhe Darmstadt

Das ehemalige Wohnhaus für das Künstlerkoloniemitglied Ludwig Habich (1872-1949), der als Bildhauer zahlreiche Plastiken, Denkmäler und Grabmale geschaffen hat, wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und baulich vereinfacht instandgesetzt. „Besonders unstimmig wirkt das flache Walmdach anstelle des überaus modernen Flachdachs der Erbauungszeit“, heißt es in einem Artikel der Stadt auf der Internetseite über die Mathildenhöhe.

Die aus Bruchsteinen gemauerte Einfriedung mit einem schmiedeeisernen Gitter ist jedoch bis heute erhalten geblieben, ebenso das mit stilisierten Blattmotiven geschmückte Eingangstor am Alexandraweg.

Ministerin Dorn: Esprit der Gründungszeit der Künstlerkolonie wird weitergeführt

Ministerin Dorn äußerte, mit ihrer Renovierungsleistung am Haus Habich hätten die Eheleute den Esprit der Gründungszeit der Künstlerkolonie „beibehalten und weitergeführt“. Das Haus Habich sei durch ihren Einsatz nun „wieder ein bemerkenswertes Zeugnis des Jugendstils und des Wiederaufbaus“.

Detail an der Wohnungstür im Obergeschoss: Ein Türklopfer in Form eines Fischs.
Detail an der Wohnungstür im Obergeschoss: Ein Türklopfer in Form eines Fischs. © Jens Joachim

Die Eheleute Brücher investierten in die Restaurierung eine sechsstellige Summe. Sie ließen etwa Schablonen anfertigen, um die ursprünglichen Sockelformen nachzubilden. Auch die prägenden Wasserabläufe konnten sie erhalten. Im Treppenhaus wurde die Holztreppe saniert.

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