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Die Smart City der Zukunft vernetzt alle Lebensbereiche digital.
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Die Smart City der Zukunft vernetzt alle Lebensbereiche digital.

Darmstadt

Darmstadt auf dem Weg zur Smart City

Das Land Hessen hat fünf Millionen Euro in Digitalisierungsprojekte der Digitalstadt Darmstadt investiert. Der Bund fördert weitere Vorhaben mit mehreren Millionen Euro.

Darmstadt nennt sich „Wissenschaftsstadt“, versteht sich als Kulturstadt und belegt auch, wenn es um die Zukunftsfähigkeit von deutschen Großstädten geht, seit Jahren den Spitzenplatz. Vor vier Jahren kam ein weiterer Titel hinzu: Die Stadt gewann im Rahmen eines Wettbewerbs des IT-Branchenverbandes Bitkom in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund den Titel „Digitale Stadt“.

Der Anspruch war es, sich zu einer bundesweiten Digitalstadt mit Modellcharakter zu entwickeln. Hierzu wurde eine eigene GmbH gegründet, 14 Handlungsfelder wurden definiert und 30 Digitalisierungsprojekte zu den Themen Mobilität, Umwelt, Energie initiiert. Flankiert wurde der Digitalstadt-Prozess zudem von einem interdisziplinär besetzten Ethik- und Technologiebeirat, der neun Prämissen wie die Gemeinwohlverpflichtung, die demokratische Kontrolle oder Transparenz festlegte.

Digitalstadt Darmstadt zieht Zwischenbilanz

Am Montag haben nun die Stadt und Hessens Digitalministerin eine Zwischenbilanz gezogen, nachdem das Land in den vergangenen Jahren fünf Millionen Euro in Digitalisierungsprojekte investiert hat. Vom Bund werden weitere Vorhaben mit Millionenbeträgen gefördert.

SMART CITY

Bereits zum dritten Mal ist im Herbst die Hansestadt Hamburg vom Digitalverband Bitkom zu „Deutschlands smartester deutscher Großstadt“ gekürt worden – gefolgt von Köln, Karlsruhe, München und Darmstadt. Wiesbaden landete in dem Ranking auf Platz 25, Frankfurt nur auf Platz 47.

Als besonders „smart“ zeichnen sich Städte laut „Smart City Index“ aus, wenn ihre Kommunalverwaltungen etwa viele Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger digital anbieten, wenn beim Thema Mobilität etwa Carsharing- oder Bikesharing-Angebote online gebucht werden können oder wenn die Städte ihre Ampelanlagen mit Sensoren und Kameras bestücken, um Umwelt- oder Verkehrsdaten zu sammeln, um etwa den Verkehr auf der Basis der Daten zu analysieren beziehungsweise zu steuern. Auch eine gute Breitbandversorgung ist ein Indikator für eine besonders smarte oder digitalisierte Stadt. jjo

Erst in der vorigen Woche hatte die Stadt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur einen Förderbetrag von 1,45 Millionen Euro zugesagt bekommen. Mit dem Geld sollen Projekte im Zuge des neuen 5G-Mobilfunkstandard in Darmstadt eingeführt werden. So soll etwa das Klinikum Darmstadt mit modernen Geräten ausgestattet werden, so dass Rettungswagen im Notfall und mit Unterstützung von 5G entscheidend schneller durch den Verkehr und zielsicherer zu Patientinnen und Patienten geleitet werden.

Digitalisierung: Darmstadt hat sich zu Modellkommune entwickelt

Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU), die selbst in Darmstadt wohnt, äußerte am Montag, die fünf Millionen Euro Landesförderung seien „klug eingesetzt“ worden. Sinemus sagte, die Stadt habe sich in den vergangenen Jahren „zu einer Modellkommune für Hessen und den Bund entwickelt“. Der Transfer der Erkenntnisse und Lösungen aus Darmstadt auf andere Kommunen sei von Beginn der Förderperiode an geplant gewesen. Ziel sei es nun, „ganz Hessen zu einer smarten Region zu entwickeln“, so Sinemus.

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) äußerte, im Rahmen des Digitalstadt-Prozesses habe die Stadt auch „ein europäisches Gegenmodell zur asiatischen Smart City“ schaffen wollen.

Darmstadt: OB sieht noch Nachholbedarf bei der Digitalisierung

Auch bei der digitalen Medienbildung von Kindern und älteren Menschen kämen digitale Anwendungen zum Einsatz, „um Darmstadt noch lebenswerter und zukunftsfähig zu machen“. Gleichwohl sieht der Darmstädter OB bei der Digitalisierung der städtischen Verwaltung durchaus noch einen großen Nachholbedarf.

Der Digitalstadt-Prozess wird auch nach dem Auslaufen der Projektförderung durch das Land Hessen fortgesetzt. Für die Digitalstadt Darmstadt GmbH stellt die Stadt im Haushalt 650 000 Euro zur Verfügung. Die nun etablierten Strukturen, zu denen inzwischen auch ein „Digitales Stadtlabor“ gehört, sollen im Rahmen der bundesweiten Förderung „Smart Cities Made in Germany“ mit Mitteln des Bundesinnenministerium fortgesetzt werden. Es soll dabei um die Themen Klimaresilienz und Wassermanagement gehen. Innerhalb von sieben Jahren werden vom Bund hierfür 13,3 Millionen Euro bereitgestellt.

Lesen Sie auch: Digitale Medizin: Kliniken, Forschung und Firmen vernetzen sich in Darmstadt

Auf der Datenplattform der Stadt Darmstadt gibt es Daten zu verschiedenen Themen.

Datenplattform: „Cockpit“ zeigt Messwerte und Füllstände an

Zentrales Element des Darmstädter Digitalstadt-Prozesses ist die städtische Datenplattform. Sie wurde mit einer finanziellen Förderung des Landes Hessen in Höhe von 800 000 Euro angeschafft und ist seit Februar 2021 online verfügbar. Gespeist wird die Plattform auch mit Daten der Stadt sowie von zahlreichen Sensoren, die etwa Informationen zum Wetter, zur Menge des Verkehrs, den Füllständen von Müllbehältern oder dem Futter in Tiergehegen im Zoo Vivarium liefern.

„Open data“-Strategie: Nach Angaben von José David da Torre Suárez, der zusammen mit Sabine Schlosser die Geschäftsführung der Digitalstadt GmbH bildet, verfolgt die Stadt ganz bewusst eine „Open data“-Strategie. Das heißt, die Daten werden offen bereitgestellt, so dass sie etwa für wissenschaftliche Forschungsprojekte genutzt werden können. Es sei zugleich möglich, die gesammelten und auf der Plattform gespeicherten Daten aus dem städtischen Alltag zu verarbeiten, zu analysieren sowie mit entsprechenden Visualisierungen darzustellen.

Daten zu verschiedenen Themen: Infos zu Im Internet ist eine öffentliche Version abrufbar, die da Torre Suárez als „Cockpit“ bezeichnet. Auf mehreren Informations-Kacheln gibt es aktuelle Informationen zum Wetter und zur Umwelt. Angezeigt werden die aktuelle Temperatur, die Luftfeuchtigkeit sowie die Mittelwerte der an verschiedenen Messpunkten gemessenen Schadstoffe wie Feinstaub, Ozon, Kohlenstoffmonoxid, Schwefel- oder Stickstoffdioxid.
Die Stadt publiziert auf der Datenplattform auch die aktuellen Zahlen zur Covid-19-Situation. Abrufbar sind auch Zahlen zur Verkehrslage in der Stadt sowie Daten zum Befüllungsstand von derzeit 112 mit Sensoren ausgestatteten öffentlichen und gemeinschaftlich genutzten Abfallbehältern. Ziel ist es hier, eine Überfüllung zu vermeiden, Leerungen zu optimieren und Erkenntnisse über das Trennverhalten zu ermitteln. (jjo)

datenplattform.darmstadt.de

Infos zur Digitalstadt unter digitalstadt-darmstadt.de

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