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In manchen Apotheken noch zu haben: Mundschutz.

Darmstadt

Darmstadt: Apotheken rüsten sich gegen Corona

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Glasscheiben an den Verkaufstheken sollen die Ansteckungsgefahr für das Apothekenpersonal senken.

Apotheken sind nach Arztpraxen die Hauptanlaufstellen für Kranke. Doch was, wenn das dortige Personal selbst krank wird? Um diesem Umstand vorzubeugen und die Gefahr einer Infizierung mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 zu reduzieren, setzen inzwischen manche Apotheken auf die Abschirmung mit Glaswänden an den Theken. Dadurch soll der direkte Kontakt zu den Kunden verringert werden.

Beispiel Darmstadt: Während in der Bessunger Apotheke bereits drei Kassenplätze derart ausgestattet wurden, hat die Inhaberin der Apotheke am Riegerplatz und der Kronenapotheke schon mal den Platz dafür ausmessen lassen. „Ich mache mir viele Gedanken darüber, weil ich merke, von höherer Stelle kommt nichts“, sagt Nicole Lautenschläger der Frankfurter Rundschau. Die Idee habe sie aus einer Apotheke in Limburg. Auch den Dienstplan habe man verändert, so dass in kleinen Teams immer die selben Personen zusammenarbeiten. „Dadurch werden weniger Personen angesteckt“, hofft Lautenschläger. Wenn ein komplettes Team wegfalle, könnten die anderen einspringen.

Apotheker rät: Abwehr stärken

Die Idee von Trennscheiben stößt nicht überall auf Zuspruch. Für unnötig und uneffektiv hält sie zum Beispiel Benno Leyerer, Inhaber der Darmstädter Alpha-Apotheke. Die Erreger würden sich daran vorbei über den Luftstrom im Raum verbreiten. Zudem habe man beim Bezahlen den nächsten direkten Kontakt. Leyerer, der Delegierter beim Apothekerverband Darmstadt und zertifizierter Reiseberater ist, rät eher dazu, das eigene Abwehrsystem zu stärken. Zum Beispiel durch die Einnahme von Echinacea-Präparaten. Auch eine Grippeschutzimpfung mache – auch jetzt noch – durchaus Sinn: „Eine geschulte Körperabwehr kann auch mit unbekannten Erregern besser umgehen“, so Leyerer.

Apothekenkammer: Bisher keine Schließungen

Bei der Landesapothekerkammer Hessen ist man vor allem darauf bedacht, Informationen über das Virus, Hygieneempfehlungen und Informationen über die Herstellung von Desinfektionsmittel an die Apotheken weiterzugeben. Baulichen Maßnahmen, wie das Aufstellen von Glaswänden, seien „in Ordnung“, sagte Geschäftsführerin Daniele Pach der FR. Sie habe bereits von einigen Apotheken gehört, die derartiges planten. Allerdings nehme es den persönlichen Kontakt, der wichtig sei. Auch rufe man nicht dazu auf, nur noch über die Notdiensklappen zu bedienen, so Pach. Es sei strittig, ob dies überhaupt erlaubt sei, da diese Klappen nur für den nächtlichen Notdienst gedacht seien.

„Glücklicherweise gibt es derzeit noch keine Schließung von Apotheken“, sagt Pach. Falls es dazu in der nächsten Zeit komme, müssten die Ausfälle über Botendienste aufgefangen werden und die verbliebenen Apotheken den Notdienst aufrecht erhalten. Einen anderen Plan, um die Menschen mit Medikamenten zu versorgen gebe es nicht.

Ansturm auf Medikamente zurückgegangen

Der große Ansturm auf verschreibungspflichtige Medikamente sei indes nach etwa einer Woche wieder abgebbt, berichtet Leyerer. Offenbar seien die Budgets der Ärzte gegen Ende des Quartals erschöpft. Was weiterhin gerne doppelt gekauft werde, seien Erkältungs- und Fiebermittel, stellt Lautenschläger fest. Desinfektionsmittel stelle man inzwischen selbst her. Es sei aber auch genauso schnell wieder ausverkauft. Nach Atemschutzmasken frage indes kaum noch jemand, da alle wüssten dass sie vergriffen seien. „Die, die wir heute rausgehängt haben, werden vermutlich morgen schon wieder weg sein“, vermutet die Apothekerin.

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