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Unterricht per Tablet: Lehrkräfte im Schulbezirk Darmstadt und Darmstadt-Dieburg bekommen digitale Endgeräte.
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Unterricht per Tablet: Lehrkräfte im Schulbezirk Darmstadt und Darmstadt-Dieburg bekommen digitale Endgeräte.

Darmstadt

Darmstadt: Anschaffung von Tablets für Lehrkräfte wirft Fragen auf

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kritisiert Fehlplanung und mangelnde Mitsprache bei der digitalen Ausstattung von Lehrkräften. In Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg sollen alle Lehrerinnen und Lehrer ein iPad bekommen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen fordert seit Jahren digitale Endgeräte für Lehrkräfte an Schulen. Vor dem Hintergrund pandemiebedingter Unterrichtsausfälle wurde das Thema brisanter. Nun sollen vom 1. August an alle Lehrkräfte in Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg ihre Geräte bekommen. Ein Pressetermin mit Kultusminister Alexander Lorz (CDU) zur symbolischen Übergabe zweier iPads fand in Darmstadt bereits im März statt. Hessenweit werden laut Land 66 000 Geräte für die Lehrerschaft benötigt.

Apple-Geräte für Lehrkräfte: GEW kritisiert Anschaffung von ipads

Doch jetzt schlagen die GEW-Kreisverbände für Darmstadt-Dieburg und Darmstadt Alarm: Weder Schulen noch Lehrkräfte seien in die Entscheidung, welche Geräte angeschafft und wie diese ausgestattet werden, einbezogen worden. Es gebe von offizieller Seite „so gut wie keine Details zu zahlreichen Fragen“. Etwa wer für die Geräte hafte oder sie installiere.

Auch dass vergleichsweise teure Apple-iPads angeschafft wurden, stößt bei der Gewerkschaft auf Kritik, weil sie kleinere Displays als Notebooks haben.

Anschaffung von Tabletts: Gewerkschaft schreibt offenen Brief

„Diese kostspielige Ver(sch?)wendung von Steuergeldern“ sei nur sinnvoll, „wenn mit den Geräten auch sämtliche Dienstgeschäfte erledigt werden können“, so die GEW. Also eine datensichere Kommunikation mit Schulleitung, Eltern und Schüler:innen und die Erstellung von Unterrichtsmaterialien.

Auch gebe es Zweifel an der Kompatibilität mit bereits vorgegebenen digitalen Strukturen. Die GEW hat sich mit ihren Fragen in einem offenen Brief an die Schulträger gewandt und fordert „dringend, die Mitbestimmungsrechte der Personalvertretung einzuhalten“.

Einheitliche Ausstattung mit iPads in Darmstadt und im Landkreis

Darmstadts Schuldezernent Rafael Reißer (CDU) sieht die Problematik nicht. Wie er der Frankfurter Rundschau mitteilte, seien die Schulen im März in einem Schreiben sowie im April mit dem Newsletter des für Stadt und Landkreis zuständigen Schulamts „ausführlich über das Prozedere informiert“ worden und ihnen sei aktive Unterstützung signalisiert worden.

Die Entscheidung für die einheitliche Ausstattung mit iPads sei im Einvernehmen mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg erfolgt. Die Geräte würden vom Schulamt mit einer Basiskonfiguration ausgestattet, das Aufspielen schulischer Apps erfolge über die Schulen.

2857 Tablets für Lehrkräfte im Landkreis Darmstadt-Dieburg

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg teilte mit, dass die Endgeräte durch das Land finanziert und auch beschafft worden seien. Es seien bereits 2857 Tablets an den Landkreis übergeben worden. Die Wartung übernehme die Schul-IT.

Eine unbemerkte Ortung soll nicht möglich sein und es sei für die Nutzung nicht notwendig, personenbezogene Daten zu erheben, so Reißer. Der Bürgermeister wies zudem darauf hin, dass die Geräte verliehen werden und es keine Verpflichtung gebe, sie anzunehmen: „Lehrkräfte können – wie bisher auch – ihr privates Endgerät für den Unterricht beziehungsweise zur Vorbereitung nutzen“. Indes sollen Lehrkräfte bei grober Fahrlässigkeit für den Verlust der iPads haften, ebenso bei groben Verstößen gegen Datenschutzregeln.

Darmstadt: Rund 6900 Geräte für Schülerinnen und Schüler in Stadt und Kreis

Laut Reißer besteht die Fördermaßnahme nicht darin, „einen vollwertigen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen, sondern bedingt durch die Pandemie schnell ein mobiles Endgerät mit Basisfunktionen“. Diese Option biete – unter Beachtung der Fördermittel – das 10,2“-iPad im besseren Maße als die Alternative eines 15“-Fujitsu-Laptops. Das zur Auswahl stehende Laptop kostet etwa 200 Euro mehr als das iPad.

Zudem passen laut Reißer die Geräte zu denen der Schülerschaft. Für die haben Stadt und Landkreis bereits rund 6900 Geräte angeschafft.

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