1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Darmstadt: Am Saladin-Eck wird gegraben

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jens Joachim

Kommentare

Der Weg vor dem „International House“ zwischen dem Marktplatz (r.) und der „Goldenen Krone“ (l.) wird barrierefrei umgestaltet.
Der Weg vor dem „International House“ zwischen dem Marktplatz (r.) und der „Goldenen Krone“ (l.) wird barrierefrei umgestaltet. © studioinges Architektur und Städtebau / TU Darmstadt

Das neue Begegnungs- und Servicezentrum der Technischen Universität Darmstadt – das sogenannte „International House“ – soll bis Frühjahr 2025 fertig werden.

Jahrelang hat sich auf einem Grundstück unweit des Darmstädter Marktplatzes nichts getan. Doch nun haben vorbereitende Arbeiten für den Bau eines sogenannten „International House“ auf Darmstadts bekanntester Brache, dem „Saladin-Eck“, begonnen.

Die Technische Universität (TU) will auf dem Areal ein Begegnungs- und Servicezentrum für ausländische Studierende und Forschende errichten. Benannt wurde das Areal nach dem einstigen Elektrohändler Saladin, der dort lange ein Geschäft betrieb. Nach der Schließung des Geschäfts stand das Gebäude zunächst leer und wurde schließlich 2012 abgerissen.

TU Darmstadt baut auf dem „Saladin-Eck“ ein „International House“

Drei Jahre nach dem Abriss gewann das Berliner Architektur- und Stadtplanungsbüro „Studioinges“ einen Realisierungswettbewerb für die Bebauung des Geländes. Doch dann stockte das Vorhaben. Erst im Oktober 2020 kaufte die TU das etwa 600 Quadratmeter große Grundstück, das unmittelbar an das unter Denkmalschutz stehende und aus dem 17. Jahrhundert stammende Gasthaus „Zur Goldenen Krone“ angrenzt, von der Stadt und der Bauverein AG.

Mit dem Kauf des Areals habe die TU „die Verantwortung für eine anspruchsvolle und gestalterisch sehr hochwertige Bebauung übernommen“, heißt es in einer Mitteilung der Universität. Vorgesehen sei nun, das Gebäude in Anlehnung an den Siegerentwurf des Wettbewerbs aus dem Jahr 2015 zu realisieren.

„Saladin-Eck“ in Darmstadt: Baustelle erfordert logistischen Aufwand

Die Baustelle befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Straßenbahngleisen, Busspuren und den Haltestellen am Schloss. Für die Bauarbeiten bedeutet dies einen besonderen logistischen Aufwand. Um das Grundstück mit Baufahrzeugen erreichen zu können, musste zunächst ein Ahornbaum gefällt werden, für den es Ersatzpflanzungen geben soll.

Geplant ist, etliche Bohrpfähle für die Gründung des neuen Gebäudes auf dem Grundstück zu versenken. Anschließend wird das Grundstück von einer archäologischen Fachfirma untersucht. Etwaige Strukturen und Funde sollen aufgenommen und dokumentiert werden. Die Grabungen werden etwa sechs Monate dauern. Sie finden nach Auskunft der TU unter der fachlichen Aufsicht der Darmstädter Außenstelle des Landesamts für Denkmalpflege statt.

An den Bauzäunen rund um das Eckgrundstück informiert die TU Darmstadt über das Bauvorhaben und wie es dazu kam.
An den Bauzäunen rund um das Eckgrundstück informiert die TU Darmstadt über das Bauvorhaben und wie es dazu kam. © Rolf Oeser

Darmstadt: Hochbauarbeiten auf dem „Saladin-Eck“ beginnen Frühjahr 2023

Voraussichtlich im Frühjahr kommenden Jahres soll dann mit den Hochbauarbeiten begonnen werden. Ab dem ersten Obergeschoss wird die gesamte Tragkonstruktion des neuen Gebäudes in Holzhybridbauweise ausgeführt. Die Brandwände zu den Nachbargebäuden und ein Fluchttreppenhaus inklusive Versorgungskern werden aus Gründen des Brandschutzes aus Stahlbeton errichtet.

Geplant ist auf den Dächern sowie an den Süd- und Westfassaden Photovoltaik-Anlagen anzubringen. Zur Beheizung und Belüftung aller Geschosse ist der Einsatz einer Wärmepumpe mit Wärmerückgewinnung vorgesehen. Die Dächer erhalten eine Dachbegrünung sowie Retentionsflächen, um Regenwasser zu sammeln.

„International House“ der TU Darmstadt soll bis 2025 fertiggestellt werden

Die Fertigstellung des International House ist für Frühjahr 2025 geplant. Es wird dann als Service- und Begegnungszentrum verschiedene wichtige Serviceeinheiten der Universität bündeln. Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland können sich dort dann etwa über Themen wie Wohnen und Austauschprogramme mit Partner-Universitäten informieren und beraten lassen. Auch eine Café-Bar soll im Erdgeschoss des International House entstehen.

Die Stadt will zeitgleich zur Fertigstellung des Gebäudes den Außenbereich aufwerten und plant einen barrierefreien Fußweg zwischen dem Marktplatz und der Goldenen Krone.

Auch interessant

Kommentare