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Darmstadt: Alten Mordfällen auf der Spur

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Von: Annette Schlegl

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Beim Polizeipräsidium Südhessen in Darmstadt geht eine neue Einheit alten Gewaltverbrechen auf die Spur.
Beim Polizeipräsidium Südhessen in Darmstadt geht eine neue Einheit alten Gewaltverbrechen auf die Spur. © Michael Schick

Eine neue Einheit beim Polizeipräsidium Südhessen in Darmstadt beschäftigt sich mit ungelösten Tötungsdelikten – sogenannten Cold Cases.

Das Polizeipräsidium Südhessen arbeitet alte Kriminalfälle auf. Ungelöste Tötungsdelikte in den Kreisen Darmstadt-Dieburg, Odenwald, Groß-Gerau und Bergstraße, die schon Jahre und Jahrzehnte zurückliegen, werden von Ermittlern in einer neuen Einheit wieder aufgerollt.

Eine Beamtin und ein Beamter beschäftigen sich zentral beim Polizeipräsidium in Darmstadt ausschließlich mit sogenannten Cold Cases. Sie untersuchen nicht nur Morde, sondern auch Totschlagsdelikte und „Langzeitvermisstenfälle mit dringendem Verdacht auf das Vorliegen eines Tötungsdeliktes“, wie es im Polizeijargon heißt.

Im Polizeipräsidium Südhessen liegen die Akten von 61 Tötungsdelikten, die nicht gelöst werden konnten. Sie alle ereigneten sich zwischen 1946 und 2013. Teams in den Direktionen haben die Daten erhoben, sortiert, dokumentiert und zentral archiviert. Die Cold-Case-Einheit wertet in erster Linie Spuren mit modernen DNA-Analyse-Methoden aus. Es werden aber auch Tatorte im Nachgang untersucht oder abgesucht und Zeugen befragt. Das sei aber sehr schwierig, da sich bei ihnen nach so langer Zeit Fakten, Gerüchte und eigene Wahrnehmung vermischen könnten, heißt es vonseiten der Polizei. Sollten die Ermittlungen nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wieder aufgenommen werden, wird eine Mordkommission gegründet und der Fall „mit angepasster Zahl von Ermittlern bearbeitet“.

In neun Fällen werde nun wieder kriminalpolizeilich ermittelt, drei davon seien aktuell „in der intensiven Befassung“. Welche das sind, geben die Kriminalisten aber nicht bekannt. Mögliche Täter:innen bekämen sonst vielleicht „Wind davon“, „und dann würden wir uns das letzte Fünkchen Hoffnung und das letzte Indiz selbst kaputtmachen“, sagt Pressesprecherin Andrea Löb.

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