+
Verbindet Ökologie mit Ökonomie: Alnatura-Gründer und -Geschäftsführer Götz Rehn.

Unternehmen

Alnatura eröffnet neuen Firmensitz in Darmstadt

  • schließen

Der Bio-Händler zieht auf das ehemalige amerikanische Kasernengelände der Kelley-Barracks.

„Sinnvoll für Mensch und Erde“ – mit der Unternehmensphilosophie, die hinter Alnatura steckt, wird der Besucher der neuen Unternehmenszentrale des Bio-Lebensmittelhändlers gleich am Eingang konfrontiert. Der Slogan steht in einer besonderen Schreibschrift an der Wand des von viel Tageslicht durchfluteten Atriums. Götz Rehn, der Geschäftsführer von Alnatura, sprach am Mittwoch bei der Eröffnung des neuen Unternehmenssitzes auf dem ehemaligen amerikanischen Kasernengelände der Kelley-Barracks im Südwesten von Darmstadt von einem „radikalen und durchaus auch kompromisslosen Ansatz“ den das vor knapp 35 Jahren gegründete Unternehmen mit dem Leitgedanken verfolge. Es gehe ihm nicht um eine Fixierung auf ökonomische Profitmaximierung, sondern um kulturelle, soziale und ökologische Ansätze – wie eine friedvolle Zusammenarbeit, wenig Hierarchien und um Nachhaltigkeit. Die Wirtschaft habe „eine dienende Funktion“, sagte der 68 Jahre alte Unternehmer. 

In der „Alnatura-Arbeitswelt“ sind derzeit nach einer Mitteilung des Unternehmens 420 Mitarbeiter tätig. Sie sind in diesem Monat vom nahegelegenen Bickenbach, wo sich 30 Jahre lang der Unternehmenssitz befand, in die neue Firmenzentrale umgezogen. Durch den Umzug stand in Bickenbach das Gelände zur Disposition. Neuer Mieter ist dort die Consultinggesellschaft CDM Smith. Auf dem neuen Alnatura-Campus an der Mahatma-Gandhi-Straße ist direkt neben dem Firmensitz bereits im August 2018 der Kindernaturgarten, der nach waldorfpädagogischen Ansätzen geführt wird, eröffnet worden. Die Kita hat 88 Betreuungsplätze. 

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) lobte am Mittwoch bei der Eröffnungsfeier Rehn für seinen konsequent nachhaltigen Ansatz. Es sei möglich, „mit grünen Ideen schwarze Zahlen zu schreiben“, zitierte Al-Wazir den Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne). 

Für den 55 000 Quadratmeter großen Alnatura-Campus wurde das ehemalige Kasernengelände umfassend renaturiert: Versiegelte Flächen wurden aufgebrochen und das anfallende Material in den Freiflächen verbaut. Mit einer Bruttogeschossfläche von 13 500 Quadratmetern ist der schlichte Bau nach Angaben von Architekt Martin Haas vom Stuttgarter Architekturbüro Haas-Cook-Zemmrich Studio 250 das größte Bürogebäude aus Lehm in Europa. Die in Stampflehmtechnik erstellten Wände enthalten nicht nur Lehm aus dem Westerwald und Lavaschotter aus der Eifel, sondern auch recyceltes Material aus dem Tunnelaushub des Bahnprojekts Stuttgart 21. Zu den Kosten des Gebäudes machte das Unternehmen keine Angaben.

Alnatura in Zahlen

Das 1984 gegründete Unternehmen setzte im Geschäftsjahr 2017/2018, das am 30. September abgeschlossen wurde, 822 Millionen Euro netto um. Das waren knapp sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor.

133 Alnatura Naturmärkte gibt es derzeit in 63 deutschen Städten. Der Bio-Händler beschäftigt rund 3150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 200 Lernende. jjo

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare