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Darmstadt: ADAC kommt mit dem Rad

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Von: Jens Joachim

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Rad ab, neuer Schlauch rein: Seit zwei Jahren ist Pannenhelfer Jörg Kerestes in und um Darmstadt mit seinem Pedelec unterwegs.
Rad ab, neuer Schlauch rein: Seit zwei Jahren ist Pannenhelfer Jörg Kerestes in und um Darmstadt mit seinem Pedelec unterwegs. © Jens Joachim

Der Verkehrsclub bietet seit drei Monaten Pannenhilfe für Fahrräder und E-Bikes an. In Hessen gab es schon mehr als 200 Einsätze. In Darmstadt kommt der „Gelbe Engel“ auch mit dem eigenen Pedelec.

Jörg Kerestes ist seit drei Jahrzehnten als Pannenhelfer für den ADAC unterwegs. Seit zwei Jahren steigt der durchtrainierte 54-Jährige vom Typ Meister Propper in der Zeit von Frühjahr bis zum Spätsommer nicht in seinen gelben Wagen, sondern auf sein Pedelec, an den ein Anhänger mit verschiedenen Werkzeugen und Kleinteilen angekoppelt ist.

Von seinem Wohnort in Griesheim bei Darmstadt radelt Kerestes dann zu seinen Einsatzorten. Mal hat ein Auto eine Panne, mal springt – wie kürzlich erst geschehen – ein Traktor aus dem Jahr 1957 nicht mehr an. Oder ein Fahrradfahrer oder eine Pedelecfahrerin haben den „Gelben Engel“ um Hilfe gerufen.

ADAC bietet Mitgliedern mit Fahrradpanne kostenfreie Hilfe an

Denn seit 1. Juni bietet der Autoclub bundesweit seinen Mitgliedern, die mit einer Fahrradpanne liegenbleiben, eine kostenfreie Hilfe an, nachdem ein Pilotprojekt in Berlin und Brandenburg auf positive Resonanz gestoßen war.

In den ersten drei Monaten haben die Pannenhelfer bundesweit 2500 Einsätze gezählt. Allein in Hessen wurden schon mehr als 200 Fahrräder oder Pedelecs fix repariert. In 95 Prozent aller Fälle habe die Reparatur an Ort und Stelle erfolgreich erledigt werden können, sagte Cornelius Blanke, der Sprecher des ADAC Hessen-Thüringen, am Mittwoch in Darmstadt.

Wenn der „Gelbe Engel“ vom ADAC mit dem Rad kommt

In weniger als fünf Prozent der Pannenhilfsfälle hätten die Räder von einem Partnerunternehmen zur nächstgelegenen Fahrradwerkstatt gebracht werden müssen, weil etwa der Rahmen gebrochen war. Hauptursache für die Hilferufe seien platte Reifen, berichteten Blanke und Kerestes, das mache drei Viertel aller Einsätze aus. Mit weitem Abstand folgen Schwierigkeiten mit der Fahrradkette, der Bremse oder der Schaltung.

Die Pannenhelfer sind für den Einsatz an den Fahrrädern extra geschult worden und haben in ihren Fahrzeugen mittlerweile auch die notwendige Ausrüstung dabei. Bundesweit in elf Städten kommen die Helfer selbst mit Pedelecs, also mit Akkus ausgestatteten Fahrrädern. Auch an Jörg Kerestes’ Pedelec vom Mühltaler E-Bike-Hersteller Riese & Müller sind zwei Akkus mit einer Leistung von jeweils 500 verbaut worden.

ADAC-Pannenhelfer in und um Darmstadt mit Pedelec unterwegs

Durchschnittlich sei er tagsüber in der Zeit von 6 bis 22 Uhr etwa 50 Kilometer unterwegs, um zu den Einsatzstellen in den Darmstädter Stadtteilen sowie nach Griesheim oder Weiterstadt zu radeln. In seinem 78 Kilogramm schweren Anhänger führt Kerestes alles mit sich, was er für die Auto- oder Fahrradreparatur braucht.

Radelnde Pannenhelfer – Pannenhelferinnen sind laut Kerestes bislang noch nicht unterwegs – gibt es laut ADAC in Darmstadt, Saarbrücken, Hamburg, Berlin, Köln, Münster, Freiburg, Dresden, Bonn, München und in Nürnberg. mit dpa

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