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Darmstadt: Verwirrung um Baumfällungen am Waldkunstpfad

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Von: Claudia Kabel

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Eine zum Fällen markierte Buche im Darmstädter Wald – das blaue Band stammt von einem Baumfan.
Eine zum Fällen markierte Buche im Darmstädter Wald – das blaue Band stammt von einem Baumfan. © Netzwerk Bergsträßer Wald

Sollen 160 Bäume im Darmstädter Wald gefällt werden oder nicht? Eine Aussage in einem Podcast sorgt für Verwirrung. Stadt und Hessen-Forst sorgen jetzt für Klarheit.

Aufregung um Baumfällungen in Darmstadt: Nachdem der Landesbetrieb Hessen-Forst angekündigt hatte, 160 Buchen – darunter 200 Jahre alte und auch gesunde Bäume – am Internationalen Waldkunstpfad in Darmstadt zu fällen, ist eine Diskussion entbrannt. Umweltverbände demonstrierten, es fand eine Ortsbegehung mit Stadt, Nabu und Umweltministerium statt, nach der es den Anschein hatte, dass Hessen-Forst zurückrudere.

Doch dann geriet durch einen Zeitungsbericht ein Podcast des Darmstädter Echos in den Fokus der Öffentlichkeit. Darin sagte eine Sprecherin von Hessen-Forst, die Bäume würden doch gefällt werden, nur über einen längeren Zeitraum. Zudem begannen in der Zwischenzeit erste Fällarbeiten.

Darmstadt: Verzicht auf traditionelle Holzernte

Jetzt hat sich die Stadt Darmstadt zu Wort gemeldet und am späten Dienstagnachmittag Entwarnung gegeben: Umweltdezernent Michael Kolmer (Grüne) und Staatssekretär Oliver Conz vom Hessischen Umweltministerium hätten sich am Dienstag erneut ausgetauscht und vereinbart, im kommenden Jahr gemeinsam einen Bewirtschaftungsmodus anzuwenden, der auf die traditionelle Holzernte verzichtet und Eingriffe auf die Abwendung von Gefährdungssituationen entlang der Wege und Kunstwerke zum Schutz der Besucherinnen und Besucher beschränkt.

Dass keine 160 Bäume gefällt werden sollen, bestätigte auch Michael Gerst, Landesbetriebsleiter von Hessen-Forst, am Dienstag auf FR-Anfrage. Wie viele Bäume aus pflegerischen Maßnahmen entnommen werden müssten, könne man derzeit aber noch nicht sagen. Der Podcast habe auf einem Interview beruht, das vor dem Ortstermin entstanden sei, so Gerst. Die mit den Beteiligten abgestimmte Pressemitteilung vom 9. November gebe den aktuellen Stand wieder. Darin hieß es bereits, die Erntemaßnahmen sollten auf die notwendigen Schutzmaßnahmen für Waldbesucher:innen beschränkt werden.

Baumfällungen in Darmstadt: Stämme werden markiert

Dennoch wurden zwischenzeitlich offenbar Bäume mit roten Kreuzen zur Fällung markiert. Das neu gegründete Netzwerk Bergsträßer Wald, das sich auch in Darmstadt engagiert, hatte deshalb aufgerufen, diese Buchen bei Darmstadt zu suchen und sie „zum Schutz“ mit Schals oder Tüchern zu markieren. Einige Bürger:innen seien dieser Aufforderung schon gefolgt, sagte Netzwerksprecherin Friede Gebhard am Dienstag der FR.

Aber nun hätten die Fällungen bereits begonnen. „Die Entrüstung ist sehr groß.“ Laut Hessen-Forst erfolgt die Pflege des Waldes „nachhaltig und fachkundig“. In dem durch Klimaextreme gekennzeichneten südhessischen Raum seien Erhalt und Entwicklung stabiler Mischwälder die wichtigsten Aufgaben. Im Nahbereich Darmstadts müsste zudem die Sicherheit an Erholungsschwerpunkten wie dem Waldkunstpfad berücksichtigt werden. Die Kunstwerke sollten deshalb auch konzentriert werden, um die Wege zu reduzieren.

Waldbewirtschaftung: Netzwerk fordert mehr Transparenz von Hessen-Forst

Das Netzwerk fordert mehr Transparenz und Aufklärung. Problematisch sei, dass es niemanden gebe, der Hessen-Forst kontrolliere. Durch Waldbewirtschaftung werde das Kronendach geöffnet und der Boden dem Sonnenlicht ausgesetzt. Die Maschinen zerstörten die unterirdische Struktur des Bodens.

Die Bürgerinitiative hat nach eigenen Angaben den Status der Wälder in der Region untersucht und sich mit möglichen Schritten zum Erhalt auseinandergesetzt. Man habe Vorschläge für die Gemeinden der nördlichen Bergstraße erstellt und die Kommunen Alsbach-Hähnlein, Bickenbach, Seeheim-Jugenheim und Zwingenberg angeschrieben. Antworten stünden noch aus.

Infos: www.netzwerk-wald.org

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