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2020 fand in Darmstadt wegen der Corona-Pandemie nur eine kleine CSD-Parade statt. Dieses Jahr soll es anders werden.
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2020 fand in Darmstadt wegen der Corona-Pandemie nur eine kleine CSD-Parade statt. Dieses Jahr soll es anders werden.

Darmstadt

CSD in Darmstadt: Regenbogenparade unter Auflagen

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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Zum zehnten Mal findet am Samstag der Christopher Street Day in Darmstadt statt. Vor der Gründung des Vereins Vielbunt gab es in der Stadt kaum Treffpunkte für die queere Szene.

Als Simone Koch Ende der 1990er Jahre vom Dorf in die Stadt zog, hoffte sie Möglichkeiten vorzufinden, sich mit anderen queeren Menschen zu treffen. „Doch in Darmstadt: es gab nichts“, erinnert sie sich. Es sei schwer gewesen, Gleichgesinnte zu treffen. Irgendwann habe sie herausgefunden, dass alle zwei Wochen im Schlosskeller eine schwul-lesbische Disko stattfand. Dort keimte gemeinsam mit Bekannten die Idee, „es müsste eigentlich etwas passieren und wir müssen es selber tun“. Sie gründeten am 28. November 2010 den Verein Vielbunt. Ziel war, einen Cristopher Street Day (CSD) zu veranstalten und Treffmöglichkeiten für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Intergeschlechtliche sowie queere Menschen (kurz LSBTIQ) zu schaffen. Die queere Welt war damals noch eine andere – zum Beispiel schien die Ehe für Alle meilenweit entfernt, gleichgeschlechtliche Paare in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft durften nicht gemeinsam Kinder adoptieren. In vielen Städten weltweit wurde bereits seit Jahren der CSD gefeiert, um für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt und die Rechte queerer Menschen einzutreten.

Der erste CSD in Darmstadt, der 2011 auf dem Riegerplatz im Martinsviertel stattfand, war nur ein Fest ohne Demo-Parade. „Wir trauten uns anfangs gar nicht, so öffentlich aufzutreten“, sagt Simone Koch der Frankfurter Rundschau. Man habe eine negative Reaktion der Stadt und der Anwohner befürchtet. Doch die seien ausgeblieben. Die Stadt habe Vielbunt von Anfang an unterstützt und Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) die CSD-Schirmherrschaft übernommen.

Inzwischen hat der Verein 350 Mitglieder und gehört zu den größten queeren Organisationen Hessens. Alljährlich wird nicht nur der CSD veranstaltet. Es gibt einen queeren Jugendtreff, regelmäßige Tanz-, Sport- und Kochkurse, gemeinsame Ausflüge, Weihnachtsmärkte und Picknicks. Zentraler Treffpunkt ist die Oetinger Villa in der Kranichsteiner Straße 81.

Rund um den CSD

Web-Vortrag mit Kalle Hümpfner vom Bundesverband Trans am Donnerstag, 19. August, 19.30 Uhr.

CSD-Gottesdienst am Freitag, 20. August, 19 Uhr auf Youtube und auf der Vielbunt-Website.

Ladies Night Talk–Picknick, Freitag, 20. August, 19 Uhr im Herrngarten.

Talk mit Andreas Kemper zu Strukturen rechtsextremer Gruppen, Freitag, 20. August, 20 Uhr im Queeren Zentrum und per Zoom.

Film zur Geschichte des CSD Darmstadt: facebook.com/csd.darmstadt/posts/4081439655309087

Die CSD-Demo-Parade startet am Samstag 21. August um 12 Uhr auf dem Karolinenplatz in Darmstadt. Von 14 Uhr an wird auf dem Karolinenplatz gefeiert. Das bunte Bühnenproramm geht bis 22 Uhr.

Alle Termine: www.csd-darmstadt.de

Im Februar wurde mit Leon Reinel bei der Stadt die neu geschaffene LSBTIQ-Koordinationsstelle besetzt. Reinel engagiert sich ebenfalls bei Vielbunt. Er berät die Stadtverwaltung und stellt eine Verbindung zwischen Community, Politik und Gesamtgesellschaft her. Heidi Schweitzer, zweite Vorsitzende bei Vielbunt, begrüßt die Einrichtung dieser Stelle. Es habe zuvor viele Anfragen von Behörden oder Institutionen gegeben, wie man zum Beispiel Vorurteile abbauen könnte oder welche Anreden man bei gleichgeschlechtlicher Eheschließung verwenden sollte.

Seit 2018 findet der CSD auf dem zentral gelegenen Karolinenplatz statt – rund 2800 Menschen kamen 2019. Nachdem er vergangenes Jahr wegen der Pandemie nicht wie gewohnt stattfinden konnte, soll dieses Jahr kräftig gefeiert werden. Allerdings dürfen unter Hygieneauflagen am kommenden Samstag, 21. August, nur tausend Menschen gleichzeitig auf das Festgelände und dieses müsse eingezäunt werden, um die Besucherströme zu lenken, erklärt Schweitzer.

Um 12 Uhr startet auf dem Karolinenplatz die Demo-Parade und endet dort um 14 Uhr. Von 14 bis 22 Uhr findet ein Bühnenprogramm mit Vorträgen, Musik und Diskussionen statt. Für den Festplatz muss man sich vor Ort oder online registrieren.

Infos: www.csd-darmstadt.de

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