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Auch die Stadt der Heinerinnen und Heiner ist nun ein Corona-Hotspot: Darmstadt hat bei den Corona-Neuinfektionen die höchste Warnstufe Dunkelrot erreicht. Ab der der „Heinerampel“ am Friedensplatz gilt die Maskenpflicht in der Innenstadt.

News-Ticker: Corona-Krise in Darmstadt und Südhessen

Corona-Ausbruch bei Darmstadt: Kreisklinik nimmt keine Notfall-Patienten mehr auf

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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  • Claudia Kabel
    Claudia Kabel
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Die Stadt Darmstadt und alle vier Landkreise in Südhessen haben inzwischen die höchste Warnstufe nach dem Eskalationskonzept des Landes Hessen erreicht. Binnen einer Woche gab es in Südhessen zwölf neue Corona-Todesfälle - acht im Kreis Groß-Gerau, drei im Kreis Bergstraße und ein Todesfall im Odenwald.

  • Kreisklinik Groß-Umstadt meldet sich nach mehreren Covid-19-Fällen in der Geriatrie für die Notfallversorgung ab. 17 Patienten und sechs Klinik-Beschäftigte wurden positiv getestet.
  • Mehrere Corona-Fälle an Schulen und Kindergärten im Odenwald und im Landkreis Darmstadt-Dieburg.
  • Neue Kontaktbeschränkungen wegen Höchstständen bei Corona-Infektionen in Kraft.

Update vom Montag, 26. Oktober, 9 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin meldete am Montagmorgen für die Stadt Darmstadt eine Sieben-Tage-Inzidenz von 140,7 Fällen pro 100.000 Einwohner bei bislang 848 registrierten Fällen (Stand: 26.10., 0 Uhr). Das waren 42 Fälle mehr als im Vergleich zum Vortag.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Südhessen gibt es derzeit im Kreis Groß-Gerau mit 146,9. Seit Beginn der Pandemie im März gab es dort 1.967 laborbestätigte Corona-Fälle. Das waren 54 mehr als noch am Samstag.

Für den Landkreis Darmstadt-Dieburg hat das RKI - bei bislang 1281 registrierten Fällen (+42 im Vergleich zum Sonntag) - eine Sieben-Tage-Inzidenz von 114,2 berechnet. Allein in den vergangenen sieben Tagen gab es nach Angaben der Kreisverwaltung 316 bestätigte Corona-Fälle.

Im Odenwaldkreis beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz nun 130,3 bei  671 bislang registrierten Fällen (+13 im Vergleich zum Sonntag).

Die Wochen-Inzidenz für den Kreis Bergstraße gibt das RKI am Montag unverändert mit 90,3 an, bei insgesamt 1.105 bislang registrierten Corona-Fällen. Das waren acht Fälle mehr als noch am Samstag. Allein in den vergangenen sieben Tagen waren nach Angaben des hessischen Sozialministeriums 244 neue Corona-Fälle registriert worden.

Neue Höchststände am Wochenende

In Südhessen haben am Wochenende die auf eine Woche bezogenen Corona-Infektionsraten neue Höchststände erreicht. In Darmstadt und allen vier benachbarten Landkreisen gilt inzwischen die höchste Warnstufe nach dem Präventions- und Eskalationskonzept des Landes Hessen, weil überall mehr als 75 Corona-Fälle und bis auf den Kreis Bergstraße inzwischen sogar mehr als 100 Fälle pro 100.000 Einwohner registriert worden sind.

Auffällig ist, dass in den vergangenen Tagen wieder deutlich mehr Menschen mit einer Coronavirus-Infektion gestorben sind und auch die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern wieder deutlich angestiegen ist. Eine Woche nach dem Ende der Herbstferien sind auch wieder mehrere Schulen und Kitas in der Region von neuen Corona-Fällen betroffen.

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg berichteten am Wochenende von einem Corona-Ausbruch in der Geriatrie der Kreisklinik in Groß-Umstadt. Die Klinikleitung entschied daraufhin, in Groß-Umstadt zunächst bis einschließlich Mittwoch keine Notfallpatienten mehr aufzunehmen.

Corona in Kreisklinik Groß-Umstadt: 23 positive Tests

+++ 20:30 Uhr: Bei fünf weiteren Patienten der Geriatrie in der Kreisklinik in Groß-Umstadt liegen inzwischen positive Covid-19-Testergebnisse vor, auch zwei weitere Klinik-Beschäftigte seien positiv getestet worden. Damit gebe es 17 Patienten mit positiven Covid-19-Tests sowie sechs betroffene Mitarbeitende, teilte der Landkreis Darmstadt-Dieburg am Sonntagabend mit.

Nach Angaben der Kreisverwaltung in Darmstadt-Kranichstein wurden am Sonntagnachmittag im Kreiskrankenhaus in Groß-Umstadt 19 Covid-19-Patienten behandelt. Am Standort in Seeheim-Jugenheim gebe es derzeit keine Patienten.

Corona-Fälle an Schulen und Kindergärten im Odenwald

+++ 16:30 Uhr: Nach positiven Corona-Testergebnissen stehen derzeit die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer von drei Klassen der Ernst-Göbel-Schule in Höchst und von drei Klassen der Georg-Ackermann-Schule in Breuberg/Rai-Breitenbach unter Quarantäne. Das hat der Odenwaldkreis am Sonntagnachmittag mitgeteilt. Außerdem sei der Kindergarten „Weltentdecker“ in Reichelsheim/Klein Gumpen geschlossen und eine Quarantäne für die Kinder und Erzieherinnen einer Gruppe des Montessori-Kindergartens in Michelstadt erlassen worden.
 
Elf Patienten mit Covid-19 aus dem Odenwald werden stationär in Krankenhäusern behandelt – sieben im Gesundheitszentrum in Erbach, vier in Kliniken außerhalb des Kreises. 

Die Corona-Fallzahlen für Südhessen vom 25. Oktober

Update vom Sonntag, 25. Oktober, 13:00 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin meldete am Sonntagmorgen für die Stadt Darmstadt eine Sieben-Tage-Inzidenz von 122,6 Fällen pro 100.000 Einwohner bei bislang 806 registrierten Fällen (Stand: 25.10., 0 Uhr). Das waren 22 Fälle mehr als im Vergleich zum Vortag und 196 bestätigte Fälle in den letzten sieben Tagen.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Südhessen gibt es derzeit im Kreis Groß-Gerau mit 146,5. Seit Beginn der Pandemie im März gab es dort 1.966 laborbestätigte Corona-Fälle. Das waren 53 mehr als noch am Samstag und 404 neue Fälle in den vergangenen sieben Tagen.

Für den Landkreis Darmstadt-Dieburg hat das RKI - bei bislang 1.239 registrierten Fällen (+52 im Vergleich zum Samstag) - eine Sieben-Tage-Inzidenz von 106,1 berechnet. Allein in den vergangenen sieben Tagen gab es nach Angaben der Kreisverwaltung 316 bestätigte Corona-Fälle.

Im Odenwaldkreis beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz nun 123,1 bei 658 bislang registrierten Fällen (+37 im Vergleich zum Samstag). Am Sonntagnachmittag hieß es in einer Mitteilung des Odenwaldkreises, die Zahl der positiven Testergebnisse auf das Coronavirus sei inzwischen auf 667 (Stand: 25.10., 14:00 Uhr) angestiegen. Davon seien 455 Personen bereits wieder genesen. Das seien vier mehr als am Vortag gewesen.

In den vergangenen sieben Tagen wurden im Odenwaldkreis nach Angaben der Kreisverwaltung 117 neue Corona-Fälle registriert. Dabei, so teilte die Kreisverwaltung am Sonntagnachmittag mit, seien die Teilregionen unterschiedlich stark betroffen: Gersprenztal mit 52 Fällen (Reichelsheim 9, Brensbach 40, Fränkisch-Crumbach 3); Unterzent mit 44 Fällen (Höchst 14, Breuberg 21, Lützelbach 9); Erbach/Michelstadt mit 14 Fällen; Oberzent/Mossautal mit 5 Fällen und Bad König/Brombachtal mit 2 Fällen. 

Und die Wochen-Inzidenz für den Kreis Bergstraße gibt das RKI mit 90,3 an, bei insgesamt 1.105 bislang registrierten Corona-Fällen. Das waren acht Fälle mehr als noch am Samstag. Allein in den vergangenen sieben Tagen waren nach Angaben des hessischen Sozialministeriums 244 neue Corona-Fälle registriert worden.

Corona in Südhessen: Zwölf neue Todesfälle in einer Woche

Zudem meldete das RKI am Sonntag für den Kreis Groß-Gerau einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Innerhalb einer Woche sind im Kreis Groß-Gerau nun schon acht Corona-Todesfälle registriert worden. Insgesamt sind im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion oder der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 seit Beginn der Pandemie im März 26 Menschen aus dem Kreis gestorben.

Der Kreis Bergstraße hatte bereits am Mittwoch, Donnerstag und Freitag drei weitere Todesfälle mitgeteilt. An der Bergstraße sind bislang sechs Menschen mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Und auch der Odenwaldkreis hatte am Samstag einen 64. Todesfall gemeldet. Die verstorbene Person habe in einem Heim gelebt und zur Altersgruppe der über 90-Jährigen gezählt.

Corona-Ausbruch in Klinik für Geriatrie in Groß-Umstadt

+++ 22:15 Uhr: Die Kreisklinik Groß-Umstadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg nimmt angesichts mehrerer Covid-19-Fälle derzeit keine Notfallpatienten auf. Die Kreisverwaltung und die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg teilten am Samstagabend mit, dass in der Klinik für Geriatrie am Samstag zwölf Patienten positiv auf Covid-19 getestet worden seien. Auch vier Mitarbeiter der altersmedizinischen Einrichtung seien positiv getestet worden. Weitere Testergebnisse sollen bis spätestens Montag vorliegen, heißt es in der Mitteilung der Kreiskliniken.

Kreisklinik Groß-Umstadt nimmt bis Mittwoch keine Notfallpatienten auf

Die „Covid-Task-Force der Kreiskliniken“ habe am Samstagnachmittag entschieden, den Klinikstandort Groß-Umstadt von der Versorgung von Notfallpatienten zunächst bis einschließlich Mittwoch abzumelden. „Aus Gründen der Vorsicht und aus Verantwortung für die uns anvertrauten Patienten und unserer Mitarbeiter haben wir die Rettungsleitstelle Darmstadt-Dieburg gebeten, Notfälle bevorzugt in anderen Häusern unterzubringen, solange sie dort versorgt werden können“, teilten Christoph Dahmen und Pelin Meyer, die die Darmstadt-Dieburger Kreiskliniken als Geschäftsführer und Geschäftsführerin leiten, mit.

Was zum Ausbruchsgeschehen am Klinikstandort Groß-Umstadt geführt habe, werde derzeit ermittelt. Es sei „nicht hilfreich“, darüber zu spekulieren, wie es zu dem Ausbruch gekommen sei, so Dahmen und Meyer. Aktuell sei der Corona-Ausbruch auf die Geriatrie begrenzt. Die anderen Bereiche des Krankenhauses seien nicht betroffen.

Corona im Kreis Darmstadt-Dieburg: Neun Patienten in Kreisklinik

Nach Angaben des Landkreises Darmstadt-Dieburg wurden am Samstag am Klinikstandort Groß-Umstadt neun Patienten mit Covid-19 stationär behandelt. Am Standort in Seeheim-Jugenheim gebe es derzeit keine Patienten mit einer Corona-Infektion.

Die geriatrische Klinik der Kreiskliniken sei mit Blick auf die Patienten „vergleichbar mit einem Alten-und Pflegeheim“, erläuterte Chefarzt Martin Schunck, der Leiter der Geriatrie in Groß-Umstadt. In der Klinik werden ältere Menschen mit Mehrfach-Erkrankungen und Patienten mit Störungen der Beweglichkeit behandelt. Lautr Chefarzt Schunck zählen die Menschen ohnehin zur „kritischen Patientengruppe, bei der eine Ansteckungswahrscheinlichkeit bekanntermaßen hoch sei“.

Besuchsverbot in den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg seit Donnerstag

Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD), der auch Klinikdezernent des Landkreises Darmstadt-Dieburg ist, teilte mit, er unterstütze die von der Klinikleitung am Samstagnachmittag getroffene Entscheidung. „Das, was jetzt in unserer Geriatrie passiert ist, zeigt, in welcher Phase der Pandemie wir angekommen sind“, äußerte Schellhaas mahnend.

Seit Donnerstag gilt an den Klinik-Standorten in Groß-Umstadt und Jugenheim ein generelles Besuchsverbot. Die Klinikleitung ist der Auffassung, sie habe „sehr früh verantwortungsvoll agiert“, weil bereits vor dem Erreichen des kritischen Inzidenz-Werts von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen das Besuchsverbot eingeführt worden sei. Ob durch ein früher verhängtes Besuchsverbot das Infektionsgeschehen möglicherweise hätte verhindert werden können ist derzeit unklar.

In der vergangenen Woche hatte sich bereits die Kreisklinik Groß-Gerau schon zum zweiten Mal für Notfälle abgemeldet, weil alle 20 für Corona-Patienten und Verdachtsfälle vorgesehenen Betten belegt waren. Zugleich hatte das GPR-Klinikum in Rüsselsheim die Betten-Kapazitäten aufgestockt.

Corona in Südhessen: Sieben neue Todesfälle in vier Tagen

+++ 18:30: Nachdem es im Sommer und in den vergangenen Wochen in Südhessen kaum Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion und die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 gegeben hatte, sind in den vergangenen Tagen gleich sieben Menschen verstorben.

Der Kreis Bergstraße meldete am Mittwoch, Donnerstag und Freitag jeweils einen neuen Todesfall. Bei den Verstorbenen handelte es sich um eine 92, 94 und 75 Jahre alte Senioren aus Biblis und Lampertheim, von denen zwei zuvor in Pflegeheimen lebten. Seit Beginn der Pandemie sind an der Bergstraße nun sechs Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion verstorben.

Auch im Kreis Groß-Gerau sind seit Donnerstag drei weitere Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben. Die Gesamtzahl stieg somit laut einer Veröffentlichung der Kreisverwaltung vom Samstag auf nun 25 Todesfälle seit Beginn der Pandemie im März an. Zu den Verstorbenen machte die Kreisverwaltung zunächst keine Angaben.

Auch der Odenwaldkreis meldete am Samstag einen weiteren Todesfall. Die Person, die älter als 90 Jahre gewesen sei, habe in einem Heim gelebt. Seit Beginn der Pandemie sind im Odenwald nun 64 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Im Frühjahr hatte es zu Beginn der Pandemie zahlreiche Todesfälle in Alten- und Pflegeheimen gegeben.

Die Stadt Darmstadt verzeichnete bislang 18 Corona-Todesfälle und der Landkreis Darmstadt-Dieburg 22.

Corona im Odenwald: Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf über 100

Im Odenwaldkreis wurden am Samstag laut einer Mitteilung der Kreisverwaltung in Erbach sieben Personen stationär behandelt werden, sechs davon im Gesundheitszentrum Odenwaldkreis (GZO) in Erbach und eine Person in einem Krankenhaus außerhalb des Kreises. Im GZO stehe noch ein Testergebnis aus.

Nach Angaben der Odenwälder Kreisverwaltung waren am Samstagmittag (Stand 24.10., 12:00 Uhr) bereits 640 Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Dies seien 25 mehr als noch am Freitag gewesen. Die Zahl der Genesenen sei um vier auf 451 gestiegen. Der Kreis kündigte zugleich an, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im Verlauf des Tages den Wert von 100 überschreiten werde.

Höchste Corona-Warnstufe in ganz Südhessen erreicht

Update vom Samstag, 24. Oktober, 09:15 Uhr: In Darmstadt und in den vier Landkreisen in Südhessen steigen die Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 weiter rapide an. Die nach dem Präventions- und Eskalationskonzept des Landes Hessen höchste Warnstufe Dunkelrot, die ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 75 gilt, ist inzwischen überall in Südhessen erreicht worden.

Die Stadt Darmstadt und die vier benachbarten Kreise reagieren mit neuen Allgemeinverfügungen auf die steigenden Infektionszahlen und wollen auf diese Weise die sozialen Kontakte weiter beschränken. Unterdessen hat ein Corona-Ausbruch in der Kreisklinik in Groß-Umstadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg Folgen für Notfälle.

Im Bereich der Darmstädter Fußgängerzone in der Innenstadt muss von diesem Samstag, 24. Oktober, an in der Zeit von 8 bis 22 Uhr eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. In welchen Bereichen in Darmstadt die Maskenpflicht besteht, ist auf dieser Infografik zu sehen. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind die Bereiche der Außengastronomie, auf denen Stühle stehen. Kinnvisiere hält die Stadt explizit für „keine geeigneten Mund-Nasen-Bedeckungen“. Kinder unter sechs Jahren oder Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder Behinderung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können, müssen keine Masken tragen.

Corona in Darmstadt: Neuer Höchstwert bei Sieben-Tage-Inzidenz

Das Darmstädter Gesundheitsamt meldete am Freitag für die Stadt Darmstadt 40 neue laborbestätigte Corona-Fälle im Vergleich zum Donnerstag. Im weiteren Verlauf des Tages kamen jedoch 42 weitere Fälle hinzu, so dass das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin am Samstagmorgen nun insgesamt 784 Corona-Fälle für Darmstadt auflistete (Stand: Samstag, 24.10., 0 Uhr), die seit Beginn der Pandemie im März gemeldet wurden. Von diesen betrachtet das Darmstädter Gesundheitsamt mindestens 482 als „geheilt“.

Die Sieben-Tagesinzidenz stieg in Darmstadt am Freitag zunächst auf 107,6 Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen an. Am Samstag wurde mit 113,8 ein neuer Höchstwert erreicht.

Für den Kreis Groß-Gerau teilten das RKI in Berlin und das Hessische Sozialministerium in Wiesbaden am Freitag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 122,1 bei kumuliert 1824 Fällen und 337 neu gemeldeten Fällen in den vergangenen sieben Tagen mit. Am Samstag stieg die Wochen-Inzidenz dann auf den neuen Höchstwert von 137,1 bei 1913 bislang registrierten Fällen.

Nur noch fünf Personen dürfen sich öffentlich treffen

Der Kreis Groß-Gerau hat bereits mit neuen Verfügungen auf die stark steigenden Corona-Zahlen reagiert und will somit die sozialen Kontakte weiter einschränken. So wird die Zahl der Menschen, die sich im öffentlichen Raum treffen, auf maximal fünf Personen oder zwei Hausstände begrenzt. Schärfere Regeln wurden in einer eigenen Verfügung auch für Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Alten- und Pflegeheime beschlossen.  

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag noch bei 80,2 (kumuliert 1.119 Fälle, +239 in den letzten sieben Tagen). Am Samstag stieg die Inzidenz dann auf 94,7 bei nun insgesamt 1.187 Fällen an.

Für den Kreis Bergstraße wurde am Freitag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 79,9 bei kumuliert 1017 Fällen (+216 in den letzten sieben Tagen) gemeldet. Am Samstag erreichte der Wert dann den Höchststand von 90,6 bei 1097 Fällen, die seit März den Behörden gemeldet wurden.

Odenwald erreicht binnen 24 Stunden die höchste Corona-Warnstufe

Und im Odenwaldkreis wurde am Freitag mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 54,8 bei kumuliert 578 Fällen (+53 in einer Woche) zunächst die rote Warnstufe nach dem Präventions- und Eskalationskonzept des Landes Hessen erreicht. Im Verlauf des Tages kamen jedoch 43 weitere Fälle hinzu, so dass binnen 24 Stunden nun auch im Odenwald die höchste Warnstufe Dunkelrot gilt.

Das RKI meldete am Samstagmorgen für den Odenwald eine Sieben-Tage-Inzidenz von 91,0 bei nun kumuliert 621 Corona-Fällen, die seit Beginn der Pandemie registriert wurden. Nach dem laut Landrat Frank Matiaske (SPD) „dramatischen Anstieg der Fallzahlen“ gelten auch im Odenwald neue Beschränkungen.

Corona in Darmstadt: Krisenstab will Lage am Montag neu bewerten

Nach der Sitzung des Covid-19-Krisenstabs teilte die Stadt Darmstadt am Freitag mit, dass keine weiteren Maßnahmen zusätzlich zu den von diesem Samstag an geltenden Beschränkungen verhängt würden. Am kommenden Montag, 26. Oktober, soll die Lage mit den Zahlen vom Wochenende dann neu bewertet werden. „Übergeordnetes Ziel“, so Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) sei weiterhin, „einen erneuten Lockdown unbedingt und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern“. Die Ausbreitung des Coronavirus sei „weiterhin diffus“. Diese Einschätzung decke sich mit den Erfahrungen aller anderen stark betroffenen Städte und Landkreise in Hessen.

38 Corona-Patienten werden in den Kliniken in Darmstadt behandelt

Die Situation in den Darmstädter Krankenhäusern spitzt sich nach Angaben der Stadt inzwischen allmählich weiter zu. Am Freitag wurden im Klinikum Darmstadt 20 bestätigte Covid-19-Fälle auf der Normalstation behandelt, fünf auf der Intensivstation. Im Elisabetenstift liegen fünf Patienten auf der Normalstation und ein Patient auf der Intensivstation. Und im Alice-Hospital gibt es sieben Patienten auf der Normalstation, aber kein Mensch, der intensivmedizinisch versorgt werden muss.

Laut der Mitteilung der Stadt will der Krisenstab am Montag abermals über Besuchsmöglichkeiten in Altenheimen neu beraten und entscheiden. Derzeit können Heimbewohner:innen drei Mal die Woche von zwei Personen besucht werden.

Maskenpflicht in der Innenstadt: Infos auf Plakaten und Bildschirmen

In der Stadt und an Bahnhöfen sind mehrsprachige Plakate aufgehängt worden, mit denen über die von diesem Samstag an geltende Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in der Zeit von 8 bis 22 Uhr informiert werden soll. Zusätzlich gibt es Hinweise auf der Internetseite der Darmstädter Marketinggesellschaft, auf Bildschirmen in Bussen und Straßenbahnen, auf digitalen Anzeigeflächen an den Bahnhöfen, im Einkaufszentrum „Luisencenter“ sowie in den Darmstädter Parkhäusern.
 
Das Darmstädter Ordnungsamt meldete am Freitag zudem, dass bei sich bei den Kontrollen der von 23 Uhr an geltenden Sperrstunde durch die Kommunalpolizei bis auf wenige Ausnahmen alle kontrollierten Gastronomen an die verfügten Vorgaben gehalten hätten.

Corona im Kreis Darmstadt-Dieburg: Rund 150 Fleischer in Quarantäne

Rund 150 Menschen, die einem Fleischereibetrieb arbeiten und in einer Gemeinschaftsunterkunft in Münster-Breitefeld im Landkreis Darmstadt-Dieburg wohnen, hat das zuständige Darmstädter Gesundheitsamt per Allgemeinverfügung unter Quarantäne gestellt. Zuvor waren 23 Bewohner der Unterkunft positiv auf das Coronavirus getestet und isoliert worden. teilte der Kreis mit.

Alle übrigen Bewohner sollten am Freitag auf Covid-19 getestet werden. Die Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber aus der fleischverarbeitenden Industrie lobte der Kreis als „vorbildhaft“ . Für alle Bewohner der Unterkunft sei die Lebensmittelversorgung sichergestellt worden. Zudem, so teilte Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) mit, befänden sich „alle Betroffenen bei guter Gesundheit.“

Landkreis Darmstadt-Dieburg: Corona-Fälle an fünf Schulen

Die Kreisverwaltung in Darmstadt-Kranichstein teilte am Freitagabend mit, dass es mehrere neue Corona-Fälle an Schulen im Landkreis Darmstadt-Dieburg gebe. Positiv getestet worden seien jeweils ein Schüler am Max-Planck-Gymnasium in Groß-Umstadt, an der Carl-Ulrich-Schule in Weiterstadt, am Schuldorf Bergstraße in Seeheim-Jugenheim und an der Gerhart-Hauptmann-Schule in Griesheim. An der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg seien zwei Schüler positiv auf das Coronavirus getestet.

Das für den Landkreis zuständige Gesundheitsamt in Darmstadt habe zu allen Schulleitungen Kontakt aufgenommen. Aufgrund der sprunghaft angestiegenen Infektionszahlen im Landkreis Darmstadt-Dieburg könne es zu Verzögerungen bei der Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt kommen. Die Kreisverwaltung empfiehlt daher allen Betroffenen bis zur Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt vorsorglich am Montag, 26. Oktober, zu Hause zu bleiben.

Landkreis Darmstadt-Dieburg erreicht höchste Corona-Warbstufe

Nachdem am Freitag im Landkreis Darmstadt-Dieburg erstmals seit Beginn der Pandemie die letzte Warnstufe Dunkelrot von 75 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten worden ist, treten im Landkreis weitere Kontaktbeschränkungen in Kraft, um die Ausbreitung des Virus möglichst einzudämmen beziehungsweise zu verlangsamen.

Öffentliche Veranstaltungen werden nach einer Mitteilung des Landkreises auf maximal 100 Teilnehmende begrenzt. Ausnahmen bedürfen Veranstaltungen einer Genehmigung des Gesundheitsamtes unter Vorlage eines abgestimmten Hygienekonzeptes.

Im öffentlichen Raum dürfen sich nur noch maximal fünf Personen oder Angehörige von zwei Hausständen treffen. Bei privaten Treffen oder Feierlichkeiten empfiehlt der Kreis „dringend“, sich nicht mit mehr als fünf Personen oder einem weiteren Hausstand zu treffen.

Darmstadt-Dieburger Landrat Schellhaas: „Die Lage ist bedrohlich“

Am Freitagabend teilte der Darmstadt-Dieburger Landrat Klaus Peter Schellhaas mit, dass die aktuelle Entwicklung und Lage „bedrohlich“ sei. Mit „brutaler Geschwindigkeit“, so Schellhaas, habe die sogenannte „zweite Welle“ den Landkreis erreicht. Die Corona-Fallzahlen seien „sprunghaft angestiegen“.

Er appelliere nochmals eindringlich an jeden Einzelnen: „Haltet die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) ein, vermeidet jegliche nicht notwendigen sozialen Kontakte, nehmt Rücksicht aufeinander. Nur gemeinsam kann es uns gelingen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen“, so Schellhaas.

Schellhaas: „Der Vernunft für einige Wochen die Planung überlassen“

Der Landrat warnte zugleich: „Wir können uns überall infizieren!“ Und gerade im wichtigsten Lebensumfeld geschehe dies im Moment zunehmend. Schellhaas äußerte, es sei „bitter“, dass gerade im privaten Umfeld die meisten Neuinfektionen registriert würden. Der Landrat rät dazu, nun „nicht in Hektik oder übertriebene Angst zu verfallen“. Dafür gebe es „keinen Grund“. Gleichwohl sollte man „für einige Wochen der Vernunft die Planung überlassen“. „Hinterfragt ALLES!“, lautet der mahnende Appell von Schellhaas, der davon ausgeht, dass nun „schwierige und vielleicht auch traurige Wochen“ folgen werden.

Etliche Unternehmen in Südhessen planen in Corona-Krise Stellenabbau

Die Wirtschaft in Südhessen hat sich nach den düsteren Prognosen vor vier Monaten wieder berappelt. Laut der Herbstumfrage, die die Industrie- und Handelskammer Darmstadt am Freitag präsentiert hat, nimmt die Konjunktur nach der Vollbremsung im März und April wieder Fahrt auf. Gleichwohl plant etwa ein Drittel der Unternehmen einen Stellenabbau.

Stadt Darmstadt erreicht höchste Corona-Warnstufe

Update vom Donnerstag, 22. Oktober, 16:06 Uhr: Die Stadt Darmstadt hat die höchste Warnstufe nach dem hessischen Präventions- und Eskalationskonzept des Landes Hessen mit mehr als 75 bestätigten Corona-Infektionsfällen je 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage erreicht.

Das Robert-Koch-Institut in Berlin und das hessische Sozialministerium in Wiesbaden meldeten am Donnerstag, 21. Oktober (Stand: 0 Uhr) für Darmstadt eine Sieben-Tage-Inzidenz von 88,8 und bislang 702 registrierten Corona-Fällen seit März. Das waren 45 Fälle mehr als noch am Mittwoch und 142 neue Fälle in den vergangenen sieben Tagen.

Für den Kreis Groß-Gerau beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz nun 110,5 (kumuliert 1775 Fälle und davon allein 305 neu registrierte Fälle in den vergangenen sieben Tagen ), für den Kreis Bergstraße 68,4 (966 Fälle, 185 bestätigte neue Fälle in einer Woche), für den Landkreis Darmstadt-Dieburg 69,8 (kumuliert 1073, 208 neue Fälle in einer Woche) und für den Odenwaldkreis 39,3 (kumuliert 559, 38 bestätigte neue Fälle in einer Woche).

Corona in Darmstadt: Maskenpflicht in der Fußgängerzone ab Samstag

Die Stadt Darmstadt kündigte am Donnerstag in einer Mitteilung an, sie habe angesichts der rasant steigenden Infektionen eine weitere Allgemeinverfügung auf den Weg gebracht, die weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitungsgeschwindigkeit der Pandemie vom kommenden Samstag, 24. Oktober, vorsehe.

Von Samstag, 24. Oktober, gilt - zunächst befristet bis zum 21. November - zusätzlich zu den bereits verfügten Maßnahmen, dass bei öffentlichen Veranstaltungen, in öffentlichen Einrichtungen, bei Trauerfeierlichkeiten, in Kirchen und vergleichbaren Räumlichkeiten zusätzlich auch am eigenen Sitzplatz eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss. In ambulanten Pflegediensten und Werkstätten für Menschen mit Behinderung gilt ebenfalls die Maskenpflicht. Die ab Samstag geltenden strikteren Kontaktbeschränkungen werden nach Angaben der Stadt „nur dann ausgesetzt, wenn die Inzidenz wieder mindestens vier aufeinander folgende Tage unterhalb von 50 liegt“.

Bei privaten Zusammenkünften in angemieteten oder öffentlichen Räumen wird die Höchstteilnehmerzahl auf zehn Personen oder zwei Hausstände beschränkt. Die Stadt empfiehlt zudem dringend, private Zusammenkünfte in privaten Räumen ebenfalls auf eine Höchstteilnehmerzahl von 10 Personen oder zwei Hausstände zu begrenzen.

Der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum bleibt weiterhin zwischen 23 und 6 Uhr verboten.

Öffentliche Veranstaltungen werden auf maximal 100 Teilnehmende begrenzt. Ausnahmen bedürfen der Genehmigung des Gesundheitsamtes unter Vorlage eines abgestimmten Hygienekonzeptes.

Maximal fünf Personen dürfen sich in der Öffentlichkeit treffen

Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz über 75 oder bei weiterem kontinuierlichen Anstieg über zehn Tage über 50 dürfen sich laut der neuen Allgemeinverfügung im öffentlichen Raum nur noch maximal fünf Personen oder Angehörige von zwei Hausständen treffen. In diesem Fall sind bereits erteilte oder noch zu erteilende Genehmigungen für öffentliche Veranstaltungen mit einem strengen Maßstab zu überprüfen und gegebenenfalls zu widerrufen.

Die Stadt Darmstadt hat zudem Einheiten der Bundespolizei angefordert, die die Kommunalpolizei bei der Durchsetzung der Kontrollen der neuen Beschränkungsregelungen unterstützen sollen. 

Corona in Münster: 20 Infektionen in Fleisch-Industrie

Update vom Mittwoch, 21. Oktober, 18.05 Uhr: Einen Ausbruch in der Fleisch-Industrie verzeichnet die Gemeinde Münster im Landkreis Darmstadt-Dieburg. 20 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 seien „in einer  größeren Wohneinheit“ im Ortsteil Breitefeld bekannt geworden, teilte Bürgermeister Joachim Schledt (parteilos) am Mittwoch mit. Laut OP-Online handelt es sich um ein ehemaliges Hotel, in dem überwiegend Menschen aus Südosteuropa leben, die in fleischverarbeitenden Betrieben in Nachbarkommunen arbeiten.

In einer Videobotschaft nimmt Bürgermeister Schledt Bezug auf die kreisweite Corona-Entwicklung. Stand 21. Oktober liege die sogenannte Inzidenz (also die Anzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro Woche) bereits bei 61,7, nachdem sie die kritische Schwelle von 50 erstmals gestern überschritten hatte. Er rief dazu auf, Kontakte soweit wie möglich zu vermeiden, um die Infektionsgefahr im Griff zu behalten.

Corona-Fälle in drei Kitas in Darmstadt

In Darmstadt sind an drei Kitas Corona-Fälle aufgetreten. Wie die Kinder- und Jugenddezernat mitteilte, sind an drei Darmstädter Kitas pädagogische Fachkräfte positiv auf die durch das neuartige Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 getestet worden. Betroffen seien die städtische Kindertagesstätte „Wurzel“, die evangelischen Kita „Mittendrin“ und an die Kita „Arheilger Strolche“. Das Gesundheitsamt Darmstadt ermittele die Kontaktpersonen und veranlasse die nötigen Maßnahmen, hieß es in einer Mitteilung.

Corona in Südhessen: Die aktuellen Zahlen

Das hessische Sozialministerium meldete am Mittwoch (21. Oktober, Stand: 0 Uhr) für Darmstadt eine Sieben-Tage-Inzidenz von 68,2 und bislang 657 registrierten Corona-Fällen seit März. Für den Kreis Groß-Gerau beträgt der Wert nun 99,6 (1668 Fälle), für den Kreis Bergstraße 83,2 (966 Fälle), für den Landkreis Darmstadt-Dieburg 61,1 (1018) und für den Odenwaldkreis 38,3 (554).

Corona-Warnstufe Rot im Landkreis Darmstadt-Dieburg

Update vom Dienstag, 20. Oktober, 13:40 Uhr: Auch in Südhessen steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus weiter rasant an. Nach den Kreisen Groß-Gerau und Bergstraße und der Stadt Darmstadt hat nun auch der Landkreis Darmstadt-Dieburg die Warnstufe Rot nach dem Präventions- und Eskalationskonzept des Landes Hessen überschritten. Die Stadt Darmstadt und der Kreis Bergstraße nähern sich nun sogar der höchsten Warnstufe mit 75 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage mit dem Coronavirus Sars-CoV-2.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin meldete am Dienstagmorgen (Stand: 0 Uhr) für Darmstadt eine Sieben-Tage-Inzidenz von 68,2 und bislang 639 registrierten Corona-Fällen seit März. Für den Kreis Groß-Gerau beträgt der Wert nun 82,0 (1590 Fälle), für den Kreis Bergstraße 72,5 (921 Fälle), für den Landkreis Darmstadt-Dieburg 52,7 (980) und für den Odenwaldkreis 36,2 (548).

Jürgen Krahn, der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg, teilte am Dienstagmittag mit, am Sonntag, 18. Oktober, seien der Behörde 20 und am Montag weitere 26 neue, laborbestätigte Corona-Fälle mitgeteilt worden. Von den nun registrierten 639 Personen, die sich mit dem Coronavirus seit März infiziert hätten, betrachte das Gesundheitsamt 447 als geheilt.

Zudem teilte die Stadt Darmstadt am Dienstag auf ihrer Internetseite mit, dass sich die Regeln für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes geändert hätten. Von nun an müsse ab einer 7-Tage-Inzidenz von 50 bei Trauerfeiern in den Trauerhallen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Corona in Darmstadt: Höchststand an registrierten Fällen

Update vom Montag, 19. Oktober, 18.36 Uhr: Darmstadt bleibt mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 50 im kritischen Bereich, auch wenn die aktuellen Zahlen am Montag nach Angaben des hessischen Sozialministeriums leicht gesunken sind. Dies lag aber daran, weil das Darmstädter Gesundheitsamt am Wochenende keine Fallzahlen gemeldet hatte.

In der vergangenen Woche sind dem Gesundheitsamt Darmstadt nach Angaben der Stadt so viele Fälle wie noch nie seit Beginn der Covid-19-Pandemie gemeldet worden. Wie ein Sprecher der Stadt am Montagabend mitteilte, waren es insgesamt mehr als 160 laborbestätigte Corona-Fälle für die Stadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg zusammen. Die genaue Zahl für Darmstadt könne erst am Dienstag, 20. Oktober, nachgemeldet werden.

Seit Samstag, und auch für den Montag, liege die Inzidenz in jedem Fall über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Deshalb blieben alle ab dieser Schwelle geltenden Beschränkungsregelungen in Kraft. Sollte sich diese Entwicklung verstetigen, erwäge das Gesundheitsamt, weitere Mitarbeiter aus anderen Bereichen abzuziehen und dem festen Corona-Team temporär zur Bewältigung der Lage zuzuordnen, hieß es nach der aktuellen Sitzung des Darmstädter Krisenstabs.

Corona in Darmstadt: Technische Probleme im Gesundheitsamt

Offenbar gibt es in dem für die Stadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg zuständigen Gesundheitsamt in Darmstadt „anhaltende technische Probleme mit der Übermittlung der Daten zum Infektionsgeschehen“, wie Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) mitteilte. So seien in den vergangenen beiden Tagen keine Neuinfektionen gemeldet worden. Es sei davon auszugehen, dass die Inzidenz dadurch am Dienstag „rasant ansteigen“ werde.

Da es viele Anfragen zur Erreichbarkeit des Gesundheitsamts gegeben hat, rief Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) zur Besonnenheit auf. Man solle sachlich und ruhig bleiben „auch, wenn etwas einmal nicht so klappt, wie wir uns es wünschen“.

Corona in Darmstadt: Zahl der Covid 19-Patienten in Kliniken steigt

In den Kliniken ist nach Wochen der relativen Ruhe vor allem im Bereich der Verdachtsfälle ein erster Anstieg zu verzeichnen. Das teilte die Stadt weiter mit. Aktuell befänden sich im Klinikum Darmstadt vier Covid-19-Patienten auf der Normal- und vier auf der Intensivstation, im Elisabethenstift vier Patienten auf der Normalstation und im Alicehospital fünf auf der Normalstation. Festzustellen sei, dass die Infektionen aus dem privaten Bereich mittlerweile auch in den Gesundheitsdiensten ankämen. „Umso wichtiger ist das eigene Verhalten im privaten Bereich, die Reduzierung der persönlichen Kontakte, der Verzicht auf Feiern und andere nicht unbedingt notwendige Zusammenkünfte“, äußerte Oberbürgermeister Partsch.

Corona in Darmstadt: Busse und Straßenbahnen halten zum Lüften

Das Darmstädter Nahverkehrsunternehmen Heag Mobilo hat angekündigt, dass bei Fahrzeugen, in denen die Luft ohnehin durch Lüftungsanlagen drei bis sieben Mal pro Stunde ausgetauscht wird, ab sofort zusätzlich zu Endhaltestellen und Hauptverkehrsknoten, alle 20 Minuten die Türen für einen zusätzlichen Luftaustausch komplett geöffnet werden. Zudem gelte seit Montag, 19. Oktober, eine Maskenpflicht an allen Haltestellen

Corona-Hotspot Südhessen: Warnstufe Rot an der Bergstraße

Für den Kreis Groß-Gerau meldeten das RKI und das Sozialministerium am Montag (Stand: 0 Uhr) eine 7-Tage-Inzidenz von 85,1 (bei 235 bestätigten Fällen in den vergangenen sieben Tagen). Für den Landkreis Darmstadt-Dieburg wurde der Wert mit 25,2 (+75 Fälle in einer Woche) angeben.

Für den Kreis Bergstraße (57,3) mit 155 bestätigten Corona-Fällen in den vergangenen sieben Tagen gilt nun auch die Warnstufe Rot, nachdem der kritische Schwellenwert von 50 überschritten wurde. Und für den Odenwaldkreis wurde am Montag  eine 7-Tage-Inzidenz von 35,2 bei 34 bestätigten neuen Infektionen in einer Woche angegeben.

Corona in Darmstadt: Gesundheitsamt meldet keine Zahlen

Update vom Sonntag, 18. Oktober, 19.00 Uhr: Nachdem die Stadt Darmstadt am Samstag die Warnstufe Rot mit einer 7-Tage-Inzidenz von 54,4 erreicht hatte, ist die Kennziffer am Sonntag wieder leicht unter die kritische Marke von 50 Fällen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche gesunken. Das könnte sich jedoch in den nächsten Tagen wieder ändern, weil das Darmstädter Gesundheitsamt am Sonntag weder für die Stadt Darmstadt noch für den Landkreis Darmstadt-Dieburg neue laborbestätigte Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 meldete.

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin und dem Hessischen Sozialministerium in Wiesbaden lag die 7-Tage-Inzidenz am Sonntag (Stand: 0 Uhr) in Darmstadt mit 76 bestätigten Corona-Fällen in den vergangenen sieben Tagen bei 47,5.

Corona in Südhessen: Kreis Bergstraße erreicht Warnstufe Rot

Für den Kreis Groß-Gerau meldeten das RKI und das Sozialministerium eine 7-Tage-Inzidenz von 85,1 (bei 235 bestätigten Fällen in den vergangenen sieben Tagen). Für den Landkreis Darmstadt-Dieburg wurde der Wert mit 26,5 (+79 Fälle in einer Woche) angeben. Für den Kreis Bergstraße (57,3) mit 155 bestätigten Corona-Fällen in den vergangenen sieben Tagen gilt nun auch die Warnstufe Rot, nachdem der kritische Schwellenwert von 50 überschritten wurde. Und für den Odenwaldkreis wurde am Sonntag eine 7-Tage-Inzidenz von 32,1 bei 31 bestätigten neuen Infektionen in einer Woche angegeben.

Erstmeldung vom Samstag, 17. Oktober, 16.20 Uhr: Die Stadt Darmstadt hat den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten.

Die südhessische Großstadt mit rund 160.000 Einwohnerinnen und Einwohnern gilt nun als Corona-Hotspot und hat nach dem Präventions- und Eskalationskonzept des Landes Hessen nun die Warnstufe Rot erreicht.

Corona in Darmstadt: Sieben-Tage-Inzidenz jetzt über kritischer Marke 50

Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin (Stand: 17. Oktober, 0 Uhr) liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Darmstadt bei 54,4. Im Vergleich zum Freitag wurden dem Gesundheitsamt in Darmstadt 24 neue laborbestätigte Infektionenfälle mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslöst. Seit Beginn der Pandemie sind von der Behörde 593 Fälle registriert worden.

Corona in Südhessen: Die aktuellen Infektionszahlen in den Landkreisen

Für den Kreis Groß-Gerau, in dem bereits die höchste Warnstufe von 75 Fällen überschritten worden ist, meldete das RKI am Samstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 89,2 bei 1537 bislang registrierten Corona-Infektionsfällen. Das waren 49 Fälle mehr als noch am Vortag. Die Groß-Gerauer Kreisverwaltung hatte bereits in den vergangenen Tagen mit neuen Allgemeinverfügungen auf die rasant steigenden Infektionszahlen reagiert.

So hatte der Kreis bereits am Dienstag, 13. Oktober, eine Maskenpflicht im Unterricht ab Klasse 5 nach den Herbstferien angeordnet. Zudem gilt seit diesem Samstag, 17. Oktober, ab 23 Uhr eine Sperrstunde in Gaststätten. Alkohol darf von 23 bis 6 Uhr nicht verkauft werden. Und in der Öffentlichkeit und bei privaten Feiern dürfen sich im gesamten Kreisgebiet maximal zehn Personen treffen.

Der Kreis Bergstraße nähert sich mit einem Wert von 48,5 ebenfalls der Warnstufe Rot. Der Odenwaldkreis hat mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 33,1 die nächste Eskalationsstufe von 35 fast erreicht. Und auch der Landkreis Darmstadt-Dieburg nähert sich mit einem Wert von 30,9 der dritten von fünf Warnstufen nach dem Präventions- und Eskalationskonzept des Landes Hessen.

Corona-Hotspot in Darmstadt: Sperrstunde kommt

Der Covid-19-Krisenstab der Stadt Darmstadt hat bereits am Freitag mehrere einschränkende Maßnahmen beschlossen, die nun in Kraft treten sollen. Nachdem nun die Warnstufe Rot erreicht wurde, soll nun auch in Darmstadt eine verbindliche Sperrstunde für die Gastronomie und ein generelles Alkoholverkaufsverbot von 23 Uhr bis 6 Uhr gelten.

Corona-Warnstufe Rot in Darmstadt: Maskenpflicht ab Klasse 5

Per Allgemeinverfügung will die Stadt zudem in Schulen eine Maskenpflicht im Unterricht ab der Klasse 5 anordnen. Die Regelung soll vom kommenden Montag, 19. Oktober, an für zunächst 14 Tage gelten. Auch im benachbarten Landkreis Darmstadt-Dieburg soll diese Regelung gelten, obwohl der Kreis bislang noch nicht die dritte Warnstufe erreicht hat.

Corona in Darmstadt: Besuchsverbot in Kliniken gilt ab Montag

In den drei Darmstädter Krankenhäusern – dem städtischen Klinikum, dem Agaplesion Elisabethenstift und dem Alice Hospital – gilt zudem von Montagmorgen 8 Uhr an wieder ein generelles Besuchsverbot. Darüber hinaus empfiehlt der Krisenstab, die Besuchsregelung in Alten- und Pflegeheimen auf maximal drei Besuche pro Woche für jeweils eine Stunde und maximal zwei Personen pro Besuch zu begrenzen. Beschlossen wurde auch, dass in Trauerhallen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss.

„Wir stehen an einer entscheidenden Schwelle – jetzt geht es darum, mit Vernunft auf die Herausforderung stark steigender Neuinfektionen zu reagieren“, äußerte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) in einer Mitteilung. Partsch appellierte an alle, auf „vermeidbare Unternehmungen“ zu verzichten.

Corona-Hotspot Darmstadt: Lilien sagen Mitgliederversammlung ab

Der Fußball-Zweitligist SV Darmstadt 98 teilte am Freitag mit, dass die ordentliche Mitgliederversammlung des SV Darmstadt 98, die am Dienstag, 27. Oktober, stattfinden sollte, abgesagt wird. Aufgrund der aktuellen Pandemieentwicklung und der damit verbundenen Maßnahmen der Stadt habe das Ordnungsamt die bereits erteilte Genehmigung für eine Veranstaltung mit mehr als 250 Teilnehmern widerrufen.

Die Mitgliederversammlung der Darmstädter Lilien soll unter Einhaltung der üblichen Fristen als Präsenzveranstaltung neu angesetzt werden, sobald dies die Gesamtsituation zulasse. Gemäß der Vereinssatzung bleibe das Präsidium bis zu einer Neuwahl im Amt.

Corona-Beschränkungen gelten auch im Kreis Darmstadt-Dieburg

Obwohl der Sieben-Tage-Inzidenzwert von 35 im Landkreis Darmstadt-Dieburg bislang noch nicht übertroffen wurde, wird sich der Kreis den einschränkenden Corona-Maßnahmen anschließen, die bereits in den benachbarten Landkreisen und Städten ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 gelten. Das hat Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) am Freitag mitgeteilt.

Das Gesundheitsamt für die Stadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Verwaltungsstab der Kreisverwaltung in Darmstadt-Kranichstein haben sich nach Angaben des Landrats darauf verständigt, dass mit Beginn des Schulunterrichts nach den Herbstferien von diesem Montag, 19. Oktober, an auch in den Schulen im Landkreis eine Maskenpflicht für alle Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse für zunächst 14 Tage gilt.

Corona in Darmstadt-Dieburg: Schulsport vorerst nur noch kontaktlos

Schulsport ab der 5. Klasse soll für zunächst 14 Tage nach dem Ende der Herbstferien „nur kontaktlos und im Freien“ stattfinden, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises. Der Sportunterricht in den Grundschulen soll in diesem Zeitraum nur kontaktlos stattfinden.

Profisport-Veranstaltungen finden ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 - entsprechend dem Beschluss des Bundeskanzleramts und der Chef/innen der Staatskanzleien - ohne Zuschauerinnen und Zuschauer statt.

Auch bei Amateursport-Veranstaltungen wird ab einer Inzidenz von 35 ebenfalls kein Publikum zugelassen. Ausgenommen davon sind „jeweils eine erziehungsberechtigte Person pro minderjährigem Teilnehmenden sowie die Trainer/innen und Betreuer/innen“.

Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 gilt in Alten- und Pflegeheimen die Besuchsregelung, das maximal drei Besuche pro Woche für jeweils eine Stunde und maximal zwei Personen pro Besuch gestattet werden.

Auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg wird nach Angaben der Kreisverwaltung in Darmstadt-Kranichstein eine Sperrstunde in der Gastronomie sowie ein Alkoholverkaufsverbot in der Zeit von 23 bis 6 Uhr vorbereitet und soll abhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz angeordnet werden.          

Landrat gegen „Flickenteppich“ bei Beschränkungen in der Region

Der Darmstadt-Dieburger Landrat Schellhaas teilte mit: „Das Virus macht vor den Kreisgrenzen nicht halt. Auch wir werden uns einer höheren Inzidenz annähern und deshalb ist es wichtig, dass wir schon jetzt die Maßnahmen, die gestern von unseren Nachbarkreisen und Nachbarstädten getroffen wurden, umsetzen.“ Der Landkreis liege inmitten der Rhein-Main-Region und es hier könne und dürfe „kein Flickenteppich entstehen“, so Schellhaas. Die Menschen bräuchten einheitliche Regeln und die Maßnahmen, die nun ergriffen würden, seien präventiv.    

Landrat Schellhaas: „Seid solidarisch und passt aufeinander auf“

Schellhaas äußerte ferner: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen, um die Weiterverbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Ich appelliere nochmals eindringlich an alle, die AHA-Regeln einzuhalten: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske; und an die Corona-Warn-App und das Lüften zu denken.

Zudem äußerte der Landrat die Bitte, alle sollten nun „gut überlegen, ob die Familienfeier, das Treffen mit Freunden, der Besuch einer Veranstaltung oder die Teilnahme an einer Sitzung sein müssen“. Seine Empfehlung lautet: „Seid solidarisch und passt aufeinander auf.“

+++ Hier geht‘s zu den alten News-Tickern zur Corona-Krise in Darmstadt und Südhessen mit den Nachrichten von Anfang Juli bis zum 16. Oktober 2020 und den Nachrichten von Mitte März bis Anfang Juli 2020 +++

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