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Die City als grüne Oase

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Darmstadt will es noch einmal probieren: Ein grobes Konzept für eine mögliche Landesgartenschau 2022 steht sogar schon. Als einen Schwerpunkt nennt das Konzept die Vernetzung von Grünflächen.

Es ist der zweite Anlauf für eine Landesgartenschau. 2022 soll in Darmstadt ein grünes „Stadtlabor der Zukunft“ entstehen. Was für 2010 nicht gelungen war, will Baudezernentin Cornelia Zuschke (parteilos) nun in sieben Jahren umsetzen. Darmstadt könnte zu einem Modell werden, wie „Lebensräume in verdichteten Kernstädten“ geschaffen und erhalten werden können.

Ein großer Teil der Innenstadt wird dabei in die „Gebietskulisse“ einbezogen. Sie reicht vom Schloss nach Osten bis zum Hofgut Oberfeld. In der sogenannten Kernzone, die unter anderem die Mathildenhöhe und die Rosenhöhe umfasst, soll es die zu einer Gartenschau unweigerlich gehörende Ausstellung von Gartenkunst und Friedhofskultur geben. „Aber es geht nicht nur um Blumen und Blüten“, sagt Zuschke, sondern auch um „grüne Stadtentwicklung“.

Der dienen im Wesentlichen die Ergänzungsflächen, zu der neben der Rudolf-Mueller-Anlage und dem Großen Woog das Areal an der B 26 und das Edelsteinviertel zählen. „Wir wollen dort die Lebensqualität erhöhen und zeigen, dass dies in einer Stadt in einem Ballungsraum möglich ist“, so Zuschke. Da gebe es einiges zu tun. „Darmstadt ist ja noch keine fertige Stadt“, sagt sie.

Als einen Schwerpunkt nennt das bislang grob vorliegende Konzept die Vernetzung von Grünflächen. „Das reicht vom Herrngarten, dem Schlossgarten über die Erich-Ollenhauer-Promenade zur Mathildenhöhe bis zum Oberfeld und wieder zurück in die Innenstadt“, beschreibt Zuschke schon den Stadtrundgang von 2022.

Bessere Wegeverbindungen sollen geschaffen werden. Ein Fokus liegt dabei auf dem Übergang vom Edelsteinviertel zum Woogsviertel. Dabei wollen die Planer auch Initiativen von Anwohnern aufgreifen. Ein Beispiel ist die Ostpark-Initiative mit dem Plan für einen Ostparkweg.

Noch keine Angabe zu Kosten

Einen Kern der Landesgartenschau wird die Mathildenhöhe bilden. Dabei sollen sich zwei Bewerbungen quasi gegenseitig befördern: die für das Weltkulturerbe und die um die Ausrichtung der Landesgartenschau. Beide sollen dazu beitragen, „notwendige Sanierungsmaßnahmen auf der Mathildenhöhe zu beschleunigen und mit öffentlicher Förderung durch das Land und anderer Geldgeber umzusetzen“, heißt es in der Magistratsvorlage, der die Stadtverordnetenversammlung bereits zugestimmt hat.

Etwas außerhalb gelegen soll das Areal der Stadtgärtnerei in die Landesgartenschau einbezogen werden. Dort soll das Thema „Energieeffizienz und Innovation“ Platz finden.

Über die Kosten gibt es noch keine Angaben. Bei der letzten Bewerbung waren mehr als 30 Millionen Euro vorgesehen. Das Land beteiligt sich über Zuschüsse an Projekten. Gleichwohl waren alle bisherigen Landesgartenschauen in Hessen defizitär. Das Minus reicht von 3,8 Millionen Euro in Butzbach im Jahre 2007 bis zu geschätzt mehr als zwei Millionen Euro in Gießen im vergangenen Jahr. Das sei nicht der alleinige Maßstab, sagt Zuschke. Auch ohne Landesgartenschau müsse „die grüne Stadtentwicklung“ finanziert werden.

Bis zum 31. Mai muss die Bewerbung samt Machbarkeitsstudie und detaillierter Planung beim Land vorliegen. Die zwei Konkurrenten: Limburg und Fulda. Das Besondere: Als Stadtbaurätin hat Zuschke an der Fuldaer Bewerbung mitgearbeitet. (rf)

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