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Der Charme einer Baustelle

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Die umstrittene Darmbachrinne vor dem Darmstadtium ist als potenzielle Gefahrenstelle entschärft.

Das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt hat am Freitag etwa hüfthohe Absperrungen mit Warnleuchten aufgestellt, wie man sie von Baustellen kennt. Die Stadt reagierte mit dieser „Sofortmaßnahme“, so die städtische Pressesprecherin Sigrid Dreiseitel, auf Unfälle von Fahrradfahrern auf dem Marion-Gräfin-Dönhoff-Platz. Obwohl das Radfahren dort nicht erlaubt sei, wie sie betonte, wolle man kein Risiko eingehen.

Anlass jetzt tätig zu werden war der Unfall von Silke Hofmann. Die 43-Jährige war im Juni nachts bei Regen die Erich-Ollenhauer-Promenade hinabgeradelt und mit ihrem Rad in die ungesicherte Rinne gestürzt, die sie zu spät gesehen hatte. Sie verletzte sich schwer, zog sich mehrere Brüche zu. Im vergangenen Jahr war ein etwa 35 Jahre alter Mann ebenfalls bei Nacht mit seinem Rad in die Rinne gestürzt. Sein Unfall war mit einer Platzwunde glimpflicher verlaufen.

Bachlauf ohne Funktion

Für die Verkehrssicherheit auf dem Platz sind nach Auskunft von Dreiseitel die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke, also Stadt, Darmstadtium und Technische Universität zuständig. Nach einer Vereinbarung in diesem Dreierkreis hat sich die Stadt um die Darmbachrinne zu kümmern. Nach Abstimmungen mit den beiden Partnern habe man sich nun zur Absperrung entschlossen. Von Ansprüchen Geschädigter an die Stadt sei bisher nichts bekannt. Dreiseitel sagte, die Gitter könnten nur eine provisorische Lösung sein. Wenn Baudezernent Dieter Wenzel (SPD) aus dem Urlaub komme, müsse man sich Gedanken um die weitere Gestaltung des Platzes machen. Vom Parlament schon beschlossen ist die Fortsetzung der Baumreihe entlang des Kongresszentrums Richtung Schlossgraben zwischen Ollenhauer-Anlage und Alexanderstraße.

Die Rinne war ursprünglich angelegt worden, um den unterirdisch verlaufenden Darmbach am Darmstadtium vorbei plätschern zu lassen. Er sollte offengelegt werden, aber das Projekt scheiterte. Da war der Bachlauf bereits gebaut. Es wurde überlegt, Regen- und Trinkwasser in die Rinne zu leiten und mit Hilfe von Pumpen den Eindruck eines fließenden Gewässers erzeugen. Dafür wurden 445?000 Euro veranschlagt. Aus Kostengründen wurden schließlich auch dieses Projekt gestoppt.

Seither gibt es Kritik an der funktionslosen Rinne, die sich nicht nur als Falle für Radfahrer entpuppte, sondern in der sich auch eine Menge Abfall sammelt. Man könnte sie abdecken, zum Beispiel Plexiglas über das Betonbett legen. In einem frühen Stadium der Planung wurde diese Möglichkeit nach Auskunft von Dreiseitel tatsächlich erwogen.

Eine Alternative wäre der Bau eines Brunnes. Sowohl die FDP-Politikerin Ruth Wagner als auch der Vorsitzende des Bauvereins, Hans-Jürgen Braun, hatten dies zur Belebung des sterilen Platzes vorgeschlagen. Braun hatte auch angeboten, der Bauverein würde sich an der Finanzierung beteiligen. Von Wenzel gibt es dazu bislang keine Stellungnahme. ( ryp)

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