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Während der Samstag ein Erfolg ist, zieht der Mittwochsmarkt nur wenige Besucher an.

Darmstadt

Neues Konzept gesucht

Der Mittwoch soll sich als Darmstädter Markttag besser etablieren. Denn bisher ist er weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Wieder ein Markttag. Aber auf dem Marktplatz vor dem Schloss stehen gerade einmal sechs Stände. „Hier ist unter der Woche immer wenig los“, sagt Wilma Haaß. Die Griesheimerin bietet seit Jahren Obst, Gemüse und Blumen aus eigenem Anbau an. Kunden hat sie an diesem Vormittag nur wenige. Auch an den anderen Ständen ist kaum Betrieb.

„Der Markt am Mittwoch bleibt weit hinter den Erwartungen zurück“, sagt die Vorsitzende des Einzelhandelverbunds City-Marketing, Birgit Schäven. Mit einem neuen Konzept hatte die Stadt vor vier Jahren versucht, den Wochenmarkt zu beleben. Es gibt Hinweisschilder und Aktionen. Letztere aber nur an Samstagen. Zwar ist der Mittwoch als zweiter Hauptmarkttag ausgerufen, und als Anreiz gibt es für die Beschicker, die samstags und mittwochs ihre Stände aufbauen, einen Gebührenrabatt. Genutzt hat es aber wenig. Vielfalt gibt es weiterhin nur an Samstagen.

Jetzt soll wieder ein neues Konzept den Markttag in der Wochenmitte beleben – ab Anfang nächsten Jahres. Seit geraumer Zeit verhandeln der zuständige Dezernent André Schellenberg (CDU), Marktbeschicker und City-Marketing über eine Neuausrichtung. Im Gespräch sind verschiedene Varianten. Einen Vorschlag haben Händler schon vor Jahren gemacht: längere Öffnungszeiten. Derzeit müssen die Stände um 16 Uhr schließen. Die Realität sieht zwar anders aus, weil der Abbau schon seine Zeit dauert und so lange auch noch verkauft wird. Mit einer längeren Öffnungszeit aber sollen auch Kunden nach der Arbeit Gelegenheit zum Einkaufen erhalten.

Längere Öffnungszeiten

„Das könnte etwas bringen“, urteilt Marktfrau Helga Manegold. Wie weit die Zeiten ausgedehnt werden, steht noch nicht fest. „Bis 17 Uhr“, lautet Schellenbergs Vorschlag. Ausreichend für Feierabendkunden? „Ich muss auch an das städtische Personal denken, das während der Marktzeiten im Einsatz ist“, sagt Schellenberg.

Eine weitere Überlegung ist, den Markt nicht mehr so häufig zu öffnen. Derzeit können jeden Tag Obst, Gemüse, Käse und vieles mehr angeboten werden. Helga Manegold sitzt jeden Tag mit ihren Blumen auf dem Marktplatz. Schellenberg will auf Konzentration setzen und nur noch mittwochs und samstags sowie maximal an einem weiteren Tag die Stände öffnen lassen. Er ist „entschlossen, die Randtage Montag und Dienstag einzudämmen“, um dem Mittwoch als Markttag mehr Bedeutung zu geben. Denn „bislang sieht das traurig aus“.

„Wir müssen den zweiten Tag in den Köpfen etablieren“, sagt City-Marketing-Chefin Schäven. So müsse es Gelegenheit zum Essen und Trinken geben. Samstags gibt es das, mittwochs nicht. Das bedarf aber neuer Anbieter. Mit verstärktem Marketing könnte der Einzelhandelsverbund dies unterstützen. Kommen dann mehr Kunden, kommen vielleicht auch die Anbieter zurück, die vor Jahren den Mittwoch ausprobiert haben.

Am Anfang über 20 Beschicker

„Mehr als 20 Beschicker gab es am Anfang“, erzählt Wilma Haaß. Die meisten seien aber nach einer Weile nicht wiedergekommen, weil es sich aus ihrer Sicht nicht gelohnt habe.

Andere Landwirte haben schlicht keine Zeit. Denn die Erfahrung zeigt, dass gerade Nebenerwerbsbauern keine Kapazitäten haben, an einem zweiten Tag nach Darmstadt auf den Markt zu fahren. Sie brauchen die Arbeitskräfte auf Feld und Hof.

Eines jedenfalls will Schellenberg zunächst vermeiden: Repressionen. Von dem vor Jahren entwickelten Plan, Beschicker samstags nur dann zuzulassen, wenn sie auch am Mittwoch kommen, hält er nicht viel. „Das führt zu nichts.“ (rf)

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