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Eine Bürgerinitiative sammelte binnen weniger Monate 15?000 Unterschriften für den Erhalt des Naturschwimmbads.

Arheilger Mühlchen

Das Mühlchen ist gerettet

Die Stadt Darmstadt hat sich mit der Eigentümerin des Arheilger Mühlchens auf einen neuen Pachtvertrag geeinigt. Er soll für 20 Jahre gelten. Wegen der finanziellen Not der Stadt war die Zukunft des Naturbadesees vorübergehend ungewiss.

Besorgte Badefreunde können aufatmen: Die Ungewissheit über den Fortbestand des Arheilger Mühlchens ist beendet. Wie die Stadt gestern mitteilte, hat sie sich mit der Arheilger Eigentümerin des Naturbadesees, Ruth Schey, auf einen neuen Pachtvertrag über 20 Jahre geeinigt. Am 12. Mai, zu Beginn der Badesaison, wird das Arheilger Mühlchen daher wie jedes Jahr seine Pforten öffnen.

Im vergangenen Sommer kam, verursacht durch die Suche der finanziell klammen Stadt nach Einsparmöglichkeiten, die Sorge auf, der beliebte Badesee im Norden der Stadt könnte schließen. „Das stand nie zur Debatte“, betonte Ruth Schey gestern. Seit Bürgermeister Rafael Reißer (CDU) mit ihr Verhandlungen geführt habe, sei allenfalls von einer anderen Nutzung die Rede gewesen, aber nicht von Schließung.

Der Bürgerinitiative Mucken fürs Mühlchen, die binnen weniger Monate rund 15?000 Unterschriften gegen die vermutete Schließungsabsicht gesammelt hatte, gehe es doch nur darum, den kostenlosen Eintritt zu bewahren, sagte Schey. „Die BI hat das alles aufgebauscht, ohne einen Hintergrund zu haben.“

Im Verlauf der monatelangen Verhandlungen sei das Anliegen der Stadt eindeutig gewesen, von den eher kurzfristigen Pachtverträgen wegzukommen. „Angesichts der Investitionen der Stadt kann ich das ja auch verstehen“, so Schey.

Am Mittwoch, 6. März, ist es nun soweit: Bürgermeister Reißer, Baudezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne) und Ruth Schey wollen um 12 Uhr am Mühlchen den neuen Pachtvertrag unterzeichnen. Details wollten beide Seiten nicht nennen. Schey sagte nur, die Pachthöhe sei gleichgeblieben.

Nach früheren Angaben Reißers kostet die Stadt das Mühlchen pro Jahr 150?000 Euro. Darin enthalten sind die Pacht, die Personalkosten für die Aufsicht und Reparaturkosten. Allerdings gibt es einen beträchtlichen Investitionsstau.

„Dasss die Stadt da nicht viel ausgegeben hat, ist ja angesichts der bisher kurzen Pachtverträge verständlich“, sagte Stefan Nold, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Naturbadesee Arheilger Mühlchen, seit Anfang Februar vom Finanzamt Darmstadt als gemeinnützig anerkannt. Der Verein ging aus der BI Mucken fürs Mühlchen hervor.

Dass das Mühlchen nun wieder öffnet und langfristig gesichert ist, kommentierte Nold so: „Wir freuen uns, ein schöner Erfolg. Wir müssen nun für das Mühlchen an einem Strang ziehen.“ Wie Nold berichtete, hat der Förderverein mittlerweile rund 100 Mitglieder, die 20 (Einzelmitgliedschaft) oder 30 Euro (Familien) Jahresbeitrag zahlen. Mit dem Geld, das zweckgebunden an die Stadt geht, soll der kostenlose Eintritt ins Mühlchen gewahrt bleiben. Obwohl Eigentümerin Schey davon überzeugt ist, dass die Badegäste auch Eintritt zahlen würden.

Nolds Rechnung: „Wenn von den 15?000 Unterstützern auf den Unterschriftslisten nur zehn Prozent bei uns Mitglied werden, kommen pro Jahr zwischen 20?000 bis 30?000 Euro zusammen.“ Er wies auch darauf hin, dass die Besucherzahlen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2011 um etwa zehn Prozent gestiegen seien – und das, obwohl das Mühlchen wegen eines Vandalismusschadens erst einen Monat später als geplant öffnen konnte. (ryp.)

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