Darmstadt

Ende des sächsischen Abenteuers

Der Bauverein zieht sich aus Freiberg zurück. Der Bauverein „folgt damit der Stadtwirtschafts-Strategie, die die Konzentration auf die Region Südhessen vorsieht“.

Nach 20 Jahren beendet der Bauverein sein sächsisches Abenteuer: Die Anteile an der Städtischen Wohnungsgesellschaft Freiberg (SWG) sollen verkauft werden.

Was 1996 als wohnungspolitisches Entwicklungsprojekt gestartet wurde, führte zwischenzeitlich zu heftigen Konflikten, die das gute Verhältnis der Schwesterstädte Darmstadt und Freiberg unter sich zu begraben drohten.

Der Tiefpunkt war erreicht, als ein Freiberger Stadtrat 2010 anlässlich der 20-Jahr-Feier der Verschwisterung beider Städte Darmstadt als „Gaunermetropole“ schmähte. Doch diese Krise ist inzwischen überwunden. In ihrer kommenden Sitzung im Februar sollen die Darmstädter Stadtverordneten über den kompletten Rückzug des stadteigenen Immobilienunternehmens aus Freiberg entscheiden.

Der Bauverein hält seit zehn Jahren 49 Prozent der SWG. Diesen Anteil soll die Wohnungsgesellschaft nun selbst übernehmen – so sieht es ein „Letter of Intent“ vor, den beide Unternehmen bereits unterzeichnet haben.

Der Bauverein „folgt damit der Stadtwirtschafts-Strategie, die die Konzentration auf die Region Südhessen vorsieht“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Ctirad Kotoucek (CDU). Zudem winke für das Unternehmen eine „attraktive Rendite“.

Die Bezeichnung Darmstadts als „Gaunermetropole“ hatte übrigens 2010 auch in Freiberg für Empörung gesorgt. Der betreffende Stadtrat entschuldigte sich schließlich „in aller Form bei den Darmstädter Bürgern und den Mitarbeitern Darmstädter Unternehmen, die Beziehungen zu Freiberg haben“. (bad)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare