Darmstadt

„Carpe Diem“ hat neue Betreiber

Das "Carpe Diem" ist eine Institution im Martinsviertel. Nun setzen sich die Besitzer der traditionsreichen Eckkneipe zur Ruhe. Die beiden Nachfolger wollen nun zuerst umbauen - und dann unter neuem Namen eröffnen.

Die „Carpe Diem“-Betreiber Eckehard Köcker und Elke Schwinn haben sich nach 20 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Damit ist eine Martinsviertler Gastronomie-Ära zu Ende gegangen. Die beiden Nachfolger wollen daran anknüpfen, aber auch einiges verändern: Nach einer Renovierungspause im Januar öffnen sie im Februar ihr „Fuchs und Hase“.

An Silvester haben Ecki und Elke Gästen Abschied gefeiert. Doch geht es weiter an diesem Ort, und zwar mit starkem Quartiers- und „Carpe“-Bezug: Tawana Lortz und Markus Lindermeir, beide seit einigen Jahren wohnhaft und lebhaft im Martinsviertel, übernehmen das Lokal. Zum Jahreswechsel Punkt Mitternacht war Übergabe.

„Man muss loslassen können, und das kann ich“, sagt der 69 Jahre alte Eckehard Köcker und klingt dabei gar nicht wehmütig. Er hat für den Schritt raus aus der Gastronomie und rein in den Ruhestand gute Gründe. „Man merkt, es wird immer zäher, auch wenn ich noch flott bin.“ Er wolle nicht als „Schlappewirt“ enden. „Man muss immer neue Ideen haben, um so eine Gaststätte am Laufen zu halten.“

Ideen haben die neue Pächterin Lotz und ihr Lebens- und Lokalpartner Lindermeir jede Menge. Beide sind Sozialpädagogen und zugleich gastronomieerfahren, zuletzt haben sie im afrikanischen Restaurant „Baobab“, ebenfalls im Viertel, gearbeitet. Als sie einander begegneten, erzählt die Siebenunddreißigjährige, „hat sich relativ früh rausgestellt, dass unsere Herzen füreinander und für die Gastronomie schlagen“. Ein eigenes Lokal, das sei schon immer ihr Traum gewesen. Dass sie diesen Traum nun am „Carpe“-Eck umsetzen, kommt nicht von irgendwo: Markus ist Stammgast dort, und als immer klarer wurde, dass Ecki und Elke aufhören, sei man schnell ins Gespräch gekommen.

Hartz-IV-Frühstück bleibt

Doch die Nachfolger werden das Lokal nicht einfach weiterführen, sondern einiges anders machen: So wollen sie mehr Gewicht legen auf Essen und dabei saisonale Speisen mit frischen Zutaten möglichst vom Riegerplatzmarkt und Biofleisch oder auch Veganes bieten. Auch der Name wird neu: Das „Carpe Diem“ wird zu „Fuchs und Hase“.

Dabei betonen beide: „Das Motto ‚Carpe Diem‘ wird bleiben, wir werden das mit Respekt behandeln.“ Zwar wollen sie das extrem große Frühstücksangebot ausdünnen, aber es soll weiter das legendäre „Hartz-IV-Frühstück“ für unter drei Euro geben – nur soll es künftig „Carpe-Diem-Frühstück“ heißen. „Es wird auch weiterhin für die Stammgäste ihre Zeitung geben“, betont Tawana Lortz. Und einige Kuchenrezepte will sie übernehmen. „Aber wir versuchen, nachmittags und abends auch ein neues Publikum anzusprechen.“

Auch am Interieur wird sich etwas ändern: Zwar soll das Grundarrangement bleiben, doch werden neue Möbel einziehen, gebaut von einem Stammgast. Der Blick durch die großen Fensterfronten, vor denen derzeit große Pflanzen stehen, soll freier werden. Für die Renovierung bleibt das Lokal den Januar hindurch geschlossen. (aw)

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