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Cap-Markt macht zu

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Der Klinger Laden, einziger Cap-Markt im Kreis Darmstadt-Dieburg, gibt überraschend auf.

„Ich habe die Kündigung auf dem Tisch“, sagt Otzbergs Bürgermeister Karl Ohlemüller (CDU). Bereits zum 1. Oktober will der Betreiber Integra aus Höchst im Odenwald den Betrieb dort einstellen. Der Mietvertrag läuft noch bis März 2011.

Erst vor wenigen Wochen war der Klinger Laden als Beispiel dafür genannt worden, wie gut das Konzept der Cap-Märkte sei. Dort arbeiten Behinderte mit, werden angelernt, räumen beispielsweise frische Ware ein. Da sie in der Regel ohnehin finanzielle Hilfen zum Lebensunterhalt bekommen, nun also Lohn für Arbeit, rechne sich der Einsatz. Zudem würden sie dadurch ins Alltagsleben eingebunden. Und die Bürger in Dörfern und kleinen Ortsteilen wie Nieder-Klingen haben so einen Lebensmittelladen in ihrer Nähe.

So jedenfalls sieht es ein Konzept der Kreis-Sozialdezernentin Rosemarie Lück (SPD) vor. Sie ist seit Wochen dabei, kreisweit Standorte für neue Cap-Märkte auszuloten. Und nun dies: die Kündigung.

„Der Umsatz befindet sich seit Juli im freien Fall“, schildert Integra-Verwaltungsleiter Arno Benker. „Zuerst dachten wir noch, es liege an den Sommerferien. Aber seit vor einem Jahr in Lengfeld ein Markendiskounter aufgemacht hat, kommen immer mehr Leute nur noch, um ein Pfund Butter oder eine Flasche Öl, die sie vergessen haben, bei uns zu kaufen.“ So trage sich der Klinger Laden nicht – anders als in Lützelbach, wo das Konzept aufgehe.

Nun soll es noch einmal ein Gespräch geben mit der Klinger-Laden-GbR, dem auch Otzbergs Bürgermeister angehört. Eventuell lassen sich – mit Unterstützung der Gemeinde – die Kunden doch noch mobilisieren, springt vielleicht sogar die Gemeinde mit einer Subvention ein. Aber selbst Arno Benker vom Ladenbetreiber Integra glaubt nicht mehr daran. „Wir haben mit allen Mitteln versucht, den Laden zu retten. Aber es reicht nicht.“ ( piz)

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