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Mieter im Verlagsviertel haben auch einen Hausmanager.

Darmstadt

Eigenes Reich mit Gesellschaft

Private Investoren bauen in Darmstadt vor allem schicke Studentenwohnheime. Und bieten oft auch ein Rundum-Sorglos-Paket.

Die Zahl der privaten Studentenwohnheime nimmt zu. Auch in Darmstadt, wo derzeit rund 45 000 junge Menschen studieren, bauen private Investoren Appartements für den akademischen Nachwuchs. Wie in der Schöfferstraße. Eine junge Dame empfängt den Gast im Foyer, wo Ledersessel und Sitzsäcke vor einer gut gefüllten Bücherwand stehen. Gegenüber sind Sitzreihen stufenförmig angeordnet, bunte Kissen liegen darauf verstreut. „Diese Sitzecke nutzen die Studenten drei-, viermal pro Woche als kleines Kino“, sagt Gerhard Henning und zeigt auf eine eingerollte Leinwand an der Decke.

Henning ist der Hausmanager im „Fizz“, einem der Studentenwohnheime, die private Investoren derzeit an mehreren Stellen in Darmstadt hochziehen oder umbauen. Der ehemalige Sitz der Firma Graphia Nothnagel auf dem weitläufigen Gelände zwischen Schöffer- und Havelstraße sowie dem Birkenweg wurde zum Teil saniert und in moderne Studentenappartements umgebaut. Andere Gebäudeteile wurden abgerissen und machen einem architektonisch interessanten Neubau Platz, der bis zum Frühsommer fertig sein soll.

Bauherr ist das Unternehmen International Campus AG mit Sitz in München, das bislang an sechs Hochschulstandorten Deutschlands Wohnheime gebaut hat. Das Grundstück des „The Fizz“ liegt direkt am Campus der Hochschule Darmstadt: im Süden die HDA-Bibliothek, im Westen das sanierte Hochhaus, die Mensa in Sichtweite. „Besser geht’s nicht“, sagt Benedikt, 23 Jahre alt.

Seit Oktober wohnt der Student der angewandten Geowissenschaften in dem Wohnheim und ist begeistert. „Die Lage ist top, man hat als Bewohner alles, was man braucht, und eine nette Community noch dazu“, sagt der Student.

Die Chemie unter den Bewohnern stimmt, man duzt und kennt sich, tauscht im Foyer das Tagesprogramm aus, trinkt zusammen einen Kaffee. „Eine tolle Gemeinschaft“, sagt Max. „Hier treffen verschiedene Altersstrukturen, Nationalitäten und Typen aufeinander, das ist klasse“, so der Architekturstudent. „Und alles ist super gepflegt.“

Das hat natürlich seinen Preis, der über dem liegt, was in Wohnheimen des Studentenwerks gezahlt wird. Während dort die günstigsten Zimmer rund 250 Euro kosten, zahlt der Mieter im „The Fizz“ zwischen 429 und 725 Euro. „Dafür gibt es aber auch ein Rundum-Sorglos-Paket“, so Hausmanager Henning.

Die komplett möblierten Zimmer mit Bad und Küche sind zwischen 18 und 36 Quadratmeter groß, gratis dazu gibt es Loungeecken, Lernräume für je acht Studenten, einen schick eingerichteten Gemeinschaftsraum mit Tischkicker, Tischtennisplatte, Dart-Anlage, Fernsehgerät, Play-Station, Partyraum. Hier kommen die Studenten zusammen, hier wurde der Semesterstart ebenso gefeiert wie Halloween, Weihnachten oder der Jahreswechsel.

Zurzeit sind 97 Einheiten mit 103 Studenten belegt. Wenn der Neubau im Sommer öffnet, kommen 246 Plätze hinzu. „Die Zimmer sind ruckzuck weg“, sagt Henning, der seit Sommer für die International Campus AG arbeitet.

Die Mieter müssen sich weder um Heizung, Wasser, W-Lan-Anschluss noch Staubsauger, Bügelbrett oder Waschmaschine kümmern. Die stehen in einem großen Waschkeller; das Reinigungsgerät oder das Zustellbett für Gäste gibt es leihweise bei den „Studi-Helfern“, die den Hausmanager unterstützen.

Im Sommer sollen mit dem Neubau auch die Gartenanlage mit Grill und die Dachterrasse auf dem Anbau zum Birkenweg fertig sein: studentisches Wohnen deluxe. (an)

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